Tag Archiv: Universal Search

Aktuelle Studien zur Google-SERP (1): Universal Search

Muss meine Website auf jeden Fall auf Platz 1 oder bekomme ich auch Besucher auf niedrigeren Plätzen? Der Aufbau der SERP von Google und die Auswirkung auf das Klickverhalten der User halte ich für einen sehr wichtigen Aspekt bei der Suchmaschinenoptimierung. Deswegen habe ich die wichtigsten Studien und Änderungen der Google-Trefferliste der letzten Jahre ja hier schon öfter zusammengetragen:

Neue Untersuchungen und Zahlen gerade für die SERPs sind eher selten, umso erfreulicher, dass jetzt zwei interessante Studien fast zeitgleich gemacht wurden, die ich auch kurz hier vorstellen möchte.

Heute geht’s um die Entwicklung der Zusammensetzung bei der Google Universal Search. Hier hat Eric Kubitz von CONTENTmanufaktur interessante “Zahlen zur Universal Search” zusammengetragen.

Quelle: /blog.searchmetrics.com

Auf der Verliererseite stehen News und Blogs, die noch nie eine Rolle bei dem Kategorien-Arrangement der Universal Search-Trefferliste gespielt haben. Bei der Kategorie Shopping wundert es mich sehr, dass es nicht wirklich “losgeht”,  hier blieben die Anzeigen konstant.

Die Sieger sind klar: Videos und Bilder haben den größten Anteil bei der Einbindung in die Trefferliste. Zwar gab es einige Auf und Abs, aber seit Anfang diesen Jahres steht der Trend nach oben eindeutig fest.

Bei den Bildern finde ich die Top 10 der Websites interessant, aus welchen die Bilder herausgesucht werden: Nicht die Foto-Communities wie flickr.com stehen ganz oben, viel mehr verstecken sich hier die Blogs und die Shopping-Seiten. Für das Blog-SEO gilt also ganz eindeutig: bekannte Blogginplattorm (blogspot.com oder wordpress.com) + Konzentration auf die Bildoptimierung!

Bei den Maps teile ich die Einschätzung von Eric Kubitz: Gefühlt müssten sie viel weiter oben stehen.

Video-SEO: Ranking bei Youtube und Google

Welche Faktoren das Einblenden von Videos bei Google Universal Search beeinflußen können, habe ich in dem Beitrag “Video-SEO und Universal Search: Welche Kriterien entscheiden?” bereits kurz vorgestellt.  Doch für erfolgreiches Video-SEO braucht man auch Informationen, welche Kennzeichen in die Zusammenstellung der  SERPs bei Youtube und Google für Videos einfließen, denn Youtube spielt bei der Google-Trefferanzeige für Videos eine wichtige Rolle.

Youtube-Ranking-Faktoren

  • Relevanz des Title Tags für das Suchwort
  • Zahl der “Mag-ich”-Meldungen
  • Verhältnis der “Mag-ich-Meldungen” zur Zahl der Aufrufe
  • Zahl der Aufrufe
  • Zahl der Jahre, die der Video-Einsteller bei youtube angemeldet ist
  • Zahl der Aufrufe des Channels
  • Zahl der Abonnenten
Aufschlüsselung der Youtube Ranking-Kriterien nach Bereichen

(nach: seochat.com)

Youtube verlässt sich also vor allem auf User-”Signale”, denn anders als bei der Google-Website-Suche steht youtube nur wenig Content zur Bewertung der Relevanz und der Qualität  zur Verfügung.

Die Empfehlung aus den Überlegungen lautet:

  1. Verlassen Sie sich nicht auf aussagekräftige Titel (auch wenn sie natürlich hilfreich sind)
  2. Versuchen Sie möglichst viele Aufrufe und Abonennten zu bekommen.

Warum rankt ein Video auf Google gut und auf  Youtube schlecht und umgekehrt?

fragt sich Drew Hubbard bei searchengineland.com.

Hier muss man zuerst die Frage beantworten, unter welchen Umständen ein Video bei der Universal Search erscheint.  Matt Links (Video)-Antwort: Es kommt auf die Verlinkung und den PageRank an. Wenn ein Video sehr viele Aurufe hat, ein anderes aber viele Links guter Qualität, kann es sein, dass das zweite bei Universal Search erscheint.

Hier die relevantesten Online-Faktoren für Videos (geordnet nach absteigender Wichtigkeit):

  • Informational Keyword (vs. Transactional)
  • Keyword im Namen der Video-Datei
  • Keyword im Feld „Titel“ bei YouTube
  • Keyword im Feld „Beschreibung“ bei YouTube
  • Keyword im Feld „Tags“ bei YouTube
  • Video-Format (HD, 16:9 besser als 4:3)

(Quelle: 10 x 10 Vertical Search Ranking Faktoren)

Daraus leiten sich die Empfehlungen für erfolgreiches Video-SEO bei Google  ab:

  • Nutzen Sie die wenigen Wort-Optionen, die Sie haben: Title, Description und auch die Anmerkungen). Videos, die Google anhand der Keywords zur Kategorie “informativ” zählt, haben bessere Chancen nach oben zu kommen als Videos mit werblichem Charekter.
  • Bemühen Sie sich um externe Links (vor allem mit Ankertexten, die das Schlüsselwort enthalten).

Als entscheidenden Video-Push-Faktor sowohl für Youtube als auch für Google (Universal Search) sieht Drew Hubbard die Verbreitung über Social Media:  Das erzeugt sowohl die wichtige Aktivität der community bei Youtube als auch unterstützende Backlinks für das Google-Ranking.

Video-SEO und Universal Search: Welche Kriterien entscheiden?

Mit der Google Universal Search und der Einbindung von Videos, Bildern und Karten an prominenten Stellen der Trefferliste spielen Videos bei der Suchmaschinenoptimierung eine besondere Rolle. Doch wie schafft man es, dass  die eigenenVideos bei der Google Universal Search eingeblendet werden? Diese interessante Frage haben sich auch die Experten von aimclear gestellt und in ihrer Studie “Video in Google & Bing Universal SERPs” die wichtigsten Faktoren herausgearbeitet.

1 Welche Plattform verspricht am meisten Erfolg?

Hier haben die Experten von aimclear in einer Studie genauer untersucht, was eigentlich schon per Stichprobe offensichtlich ist: Bei Google macht youtube eindeutig das Rennen: 84% der eingeblendeten Videos stammen von dort.

Tipp: Setzen Sie auf yotube (falls für Sie nicht die Vorteile einer Veröffentlichung auf der eigenen Website überwiegen).

2 Spielt das interne Ranking auf den Plattformen eine Rolle?

Hat also ein Video, das zu einem bestimmten Keyword bei der internen Suche auf youtube vorne erscheint, größere Chancen auch in den SERPs zu aufzutauchen? Und hier ist die Antwort eindeutig: Ja.  Beinahe 100% der Videos in den Universal Search waren beim selben Keyword auch auf der ersten Seite der internen Trefferseite zu finden.

Tipp: Hier lautet also die Empfehlung sein Video in jedem Fall für die interne Suche auf der Plattform fit zu machen!

3 Wie wirkt sich die Such-Intention aus?

Schon etwas älter ist die Studie über die unterschiedlichen Suchmotivationen (einen kleinen Überblick finden Sie hier im Beitrag Keyword-Analyse mit Struktur (1): Die Suchmotivation). Im Wesentlichen wird hier unterschieden zwischen der Suche nach Informationen, der Suche zur Navigation und der Suche mit der Absicht eine Transaktion durchzuführen. Diese unterschiedlichenen Intentionen werden in den verwendeten Suchwörtern greifbar. Und darauf scheint Google bei der Zusammensetzung der SERPs zu achten. Nach den Ergebnissen von aimclear werden bei der “informational search” in 84% der Fälle Videos angezeigt,  bei “navigational” 18% und bei der “transactional search” nur 12%.

Tipp: Bei der Konzeption darauf achten, dass man auf Keywords optimiert, die mit einer Informationssuche harmonieren. Bei Transaktions-Schlüsselwörter wie etwa “Turnschuhe kaufen”, gibt es bessere Contentformen und SEO-Maßnahmen als der Einsatz von Videos.

Die Trefferliste mit Universal Search – Ergänzung

Dass die Neu-Arrangierung der Trefferliste duch die Universal-Search das Klickverhalten ändert, habe ich ja schon in dem Beitrag “Die Trefferliste mit Universal Search – Welche Plätze werden geklickt?” gezeigt. Hier noch als Ergänzung die wichtigsten Ergebnisse einer kleinen Eye Tracking-Studie:

  1. Wenn Google auf der Trefferliste eine Karte und Bilder im oberen Bereich einblendet, dann bekommen die Karte und die Bilder 134% mehr Aufmerksamkeit als der Gesamtdurchschnitt, Platz 1 der natürlichen Trefferliste noch 98%, Platz 2 48%,  Platz 3 19% (das liegt wahrscheinlich an dem sehr kurzen Snippet) und Platz 4 24%. Die Heatmap zeigt, dass die Google Adwords im kühleren Blaubereich bleiben – also wenig beachtet werden.
  2. Verzichtet Google auf Bilder und blendet nur in der Mitte eine Karte ein, ändert sich der Blickverlauf deutlich. Platz 1 bis 4 bekommen relativ gleichmäßige Aufmerksamkeit (zwischen 41% und 51% mehr als der Durchschnitt). Die Werbe-Anzeigen oberhalb der natürlichen Trefferliste werden auch stärker beachtet (+19%).  Die Google-Adwords an den Seiten zeigen in der Heatmap deutlich mehr warme Farben – sie stehen länger im Fokus.

Universal Search hat also zur Folge, dass es “DAS” Klickverhalten kaum noch gibt, vielmehr muss man je nach Zusammensetzung der Trefferseite von neuen Aufmerksamkeitsbereichen ausgehen – und so ist Platz 1 bei Google  nicht mehr dasselbe wie Platz 1 bei Google  ;-)

Neues Design für Google Trefferseite

Veränderungen im Klickverhalten auf den Google-Trefferseiten habe ich ja schon wegen der Einführung der Universal Search prophezeit. Jetzt wird’s noch interessanter: Google hat ein neues Design – das sich sicher deutlich auf das Userverhalten auswirken wird.

Es ist nicht nur das Logo neu: Entscheidend ist wohl die Neugestaltung der Auswahl der Suchoptionen. Bisher waren sie in der obereren Leiste versteckt – und wurden wohl übersehen. Das kann man an den Eye-Tracking Studien ganz gut erkennen.

Neues Google Interface - Die Auswahl der Optionsleiste ist nach links grückt

So ganz trauen die Google-Designer ihrer neuen Auswahlliste wohl nicht. Oben ist das alte Auswahlmenü noch zu sehen.

Die Anordnung des Suchoptionen-Panels auf der linken Seite gab es vorher schon, neu sind die Symbole und die Sichtbarkeit der Untermenü-Punkte. Während man bisher dieses Menü immer aufklappen musste, macht Google jetzt Vorschläge für die Einblendung passender Optionen.

Google Optionen für das Suchwort Puma Turnschuhe

Bei der Eingabe von “Puma Turnschuhe” schlägt Google die Eingrenzung der Suchergebnisse auf den Bereich Shopping vor – sonst sind “News” und “Bilder” aufgeklappt. Hier sieht Markus von den Internetkapitänen jetzt einen Vorteil für Online-Shops:

Die Chance, dass ein Google-Nutzer also die Produktsuche betritt, ist so insgesamt deutlich höher. Der Link zur Produktsuche war vorher recht brav oben versteckt.  Mit der neuen Einbindung liegt der Link aber endlich mehr im Fokus der Nutzer – und damit dürften auch mehr Nutzer draufklicken.

Für das Verhalten mit der neuen Google Seite gibt es auch schon eine Untersuchung: Explido hat das Blickverhalten hier schon mal analysiert (allerdings mit einem besonderen “neurowissenschaftlichen-Vorhersage-Tool” – keine echte  Eyetracking-Studie).  Die Ergebnisse:

  • Aufmerksamkeitsverteilung hat sich nicht großartig verändert. Nur die unteren Treffer scheinen etwas zu profitieren.
  • Die neuen Elemente werden nicht als Störer empfunden.
  • Der Fokus bleibt auf der Suchbox und die ersten Treffer.

Das Fazit von Explido:

Alle Bereiche haben an Aufmerksamkeit gewonnen.  (Ausnahme ist der Suche-Button)

So ganz überzeugt mich das jetzt nicht (wobei bei der Untersuchung vor allem die Beachtung der Anzeigen im Mittelpunkt stand – vielleicht beziehen sich die Schlussfolgerung in erster Linie darauf). Und neue Studien werden hier sicher folgen müssen. Ich bin aber sicher, dass die Suchoptionen ein Revival feiern werden (wobei Google ja eigentlich damals die Suchoptionen im Prinzip abgeschafft hat). Mal schauen, wie sich das neue Design auf das Such-und Klickverhalten und damit auch auf die Suchmaschinenoptimierung auswirkt…

Google Universal Search (1) – mehr als eine bunte Trefferliste

Mehr als nur Multimedia auf der Trefferseite. Die Google Universal Search ist interessantes Phänomen – nicht nur, dass sie die Trefferseite abwechslungsreicher und attraktiver macht: Sie öffnet einem auch die Augen dafür, dass man mit der einfachen Suche in die Google Maske nicht alles findet. Die Suche über verschiedene Content-Formate ist eine echte Herausforderung für die Suchmaschinen.

Einige dieser Ergebnisse werden über Datenbanken ausgelesen – gehören also zum Deep Web, das für Google früher ein echtes Problem war. Wenn die aktuellen Temperaturangaben auf Mallorca oder ein Produkt in einem Online-Shop angezeigt werden – dann sind das nicht einfach indizierte Webseiten, sondern Inhalte, die Google erst generieren muss.  Teilweise scheint Google auf einige Seiten Formulare dafür Formulare auszufüllen.

Noch ist nicht jede Googlesuche universell. Im Februar wurden 17 % der Suchanfragen als Universal Searchergebnis ausgegeben – das hat Johannes von Sistrix herausgefiltert. Inzwischen wird der Anteil eher höher sein.

Auf den ersten Blick erkennen kennzeichnen die Bilder auf der SERP die Universal Search, doch es gibt viel mehr Bereiche, die hier eingebunden werden – allerdings stechen sie nicht so hervor.

  • Bilder
  • Videos
  • Maps
  • News
  • Blogs
  • Google Products
  • Google Books
  • andere Datenbanken, wie z.B. Wetter, Branchenbucheinträge usw.

Wie die Analyse von Sistrix ergeben hat – sind nicht alle Kategorien gleichmässig vertreten. Auf häufigsten werden die Ergebnisse der Produktsuche (48%) und am seltensten die Blogsuche (3%) eingebunden.  Interessant ist auch, dass es Vorlieben von Google gibt, wo die einzelnen Bereiche auf der Trefferseite präsentiert werden. Oben erscheinen am häufigsten Produkte und Karten, in der Mitte Videos und Bilder und unten die Blogbeiträge.  Die Platzierung hat natürlich Einfluss auf die Wahrnehmung.

Die Kernfrage für jeden Website-Betreiber ist natürlich: Welche Auswirkungen hat Google Universal Search auf die Suchmaschinenoptimierung? Hierzu habe ich einige Thesen zusammengestellt, die ich in loser Folge in nächster Zeit überprüfen möchte.

  1. Für die einzelnen Kategorien von Google müssen eigens zugeschnittene SEO-Maßnahmen durchgeführt werden.
  2. Gerade der bereich des Deep Web und der Umgang von Google mit auslesbaren Datenbanken sollte stärker ins Blickfeld rücken.
  3. Die Wirkung der neuzusammengestellten SERPs muss in die Strategien berücksichtigt werden – auch die Änderung der Klickgewohnheiten: Ist es jetzt wichtiger ein  Bild zu platzieren, statt auf Nr. 1 zu kommen?

Und selbstverständlich freue ich mich auf eure Meinungen – das sind jetzt erst Arbeitshypothesen, die diskutiert werden sollten.