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Trefferliste – Google achtet auf die Qualität des title-tag

Schön, wenn Matt Cutts bestätigt, was ich in dem Beitrag ” 6 Tipps für attraktive Snippets” schon erklärt habe: Wenn Sie bei Ihren Meta-Tags und vor allem im Title-Tag auf Qualität achten, behalten Sie die Zügel in der Hand und bestimmen selbst Ihr Auftritt auf den Trefferlisten. Google stellt folgende Anforderungen an die Ausschnitte, die in den SERPs erscheinen:

  1. Es sollte etwas relativ kurzes sein.
  2. Es sollte die Seite gut beschreiben – und idealerweise auch die Website charakterisieren.
  3. Es sollte irgendwie mit der Suchanfrage zu tun haben.

Wenn Ihr Title-Tag diesen Anforderungen entspricht, dann bleibt das Googles erste Wahl. Wenn nicht, wird entweder anderer Content von der Seite verwendet, eingehende Links auf Tauglichkeit geprüft oder aus dem Open Directory stammen. Sie können, laut Cutts,  zwar nicht endgültig kontrollieren, wie Ihre Seite auf der Trefferliste erscheint, haben darauf aber trotzdem einen großen Einfluss..

 

Video-SEO: Ranking bei Youtube und Google

Welche Faktoren das Einblenden von Videos bei Google Universal Search beeinflußen können, habe ich in dem Beitrag “Video-SEO und Universal Search: Welche Kriterien entscheiden?” bereits kurz vorgestellt.  Doch für erfolgreiches Video-SEO braucht man auch Informationen, welche Kennzeichen in die Zusammenstellung der  SERPs bei Youtube und Google für Videos einfließen, denn Youtube spielt bei der Google-Trefferanzeige für Videos eine wichtige Rolle.

Youtube-Ranking-Faktoren

  • Relevanz des Title Tags für das Suchwort
  • Zahl der “Mag-ich”-Meldungen
  • Verhältnis der “Mag-ich-Meldungen” zur Zahl der Aufrufe
  • Zahl der Aufrufe
  • Zahl der Jahre, die der Video-Einsteller bei youtube angemeldet ist
  • Zahl der Aufrufe des Channels
  • Zahl der Abonnenten
Aufschlüsselung der Youtube Ranking-Kriterien nach Bereichen

(nach: seochat.com)

Youtube verlässt sich also vor allem auf User-”Signale”, denn anders als bei der Google-Website-Suche steht youtube nur wenig Content zur Bewertung der Relevanz und der Qualität  zur Verfügung.

Die Empfehlung aus den Überlegungen lautet:

  1. Verlassen Sie sich nicht auf aussagekräftige Titel (auch wenn sie natürlich hilfreich sind)
  2. Versuchen Sie möglichst viele Aufrufe und Abonennten zu bekommen.

Warum rankt ein Video auf Google gut und auf  Youtube schlecht und umgekehrt?

fragt sich Drew Hubbard bei searchengineland.com.

Hier muss man zuerst die Frage beantworten, unter welchen Umständen ein Video bei der Universal Search erscheint.  Matt Links (Video)-Antwort: Es kommt auf die Verlinkung und den PageRank an. Wenn ein Video sehr viele Aurufe hat, ein anderes aber viele Links guter Qualität, kann es sein, dass das zweite bei Universal Search erscheint.

Hier die relevantesten Online-Faktoren für Videos (geordnet nach absteigender Wichtigkeit):

  • Informational Keyword (vs. Transactional)
  • Keyword im Namen der Video-Datei
  • Keyword im Feld „Titel“ bei YouTube
  • Keyword im Feld „Beschreibung“ bei YouTube
  • Keyword im Feld „Tags“ bei YouTube
  • Video-Format (HD, 16:9 besser als 4:3)

(Quelle: 10 x 10 Vertical Search Ranking Faktoren)

Daraus leiten sich die Empfehlungen für erfolgreiches Video-SEO bei Google  ab:

  • Nutzen Sie die wenigen Wort-Optionen, die Sie haben: Title, Description und auch die Anmerkungen). Videos, die Google anhand der Keywords zur Kategorie “informativ” zählt, haben bessere Chancen nach oben zu kommen als Videos mit werblichem Charekter.
  • Bemühen Sie sich um externe Links (vor allem mit Ankertexten, die das Schlüsselwort enthalten).

Als entscheidenden Video-Push-Faktor sowohl für Youtube als auch für Google (Universal Search) sieht Drew Hubbard die Verbreitung über Social Media:  Das erzeugt sowohl die wichtige Aktivität der community bei Youtube als auch unterstützende Backlinks für das Google-Ranking.

Neues von der Trefferliste: Welche Positionen werden geklickt?

Klar Platz 1 bei Google ist unbestritten der SEO-Himmel,  aber was ist mit den restlichen Plätzen, sind sie so viel schlechter als die Top-Position? Das ist nicht so ganz einfach zu beantworten. Dazu habe ich in dem Beitrag “Trefferliste welche Plätze werden geklickt”  die wichtigsten Ergebnisse der Studien und Untersuchungen  zusammengetragen. Jetzt gibt es  neue Zahlen, die ich auch kurz vorstellen will. Optify entwickelt Software für das Realtime Marketing und hat im Dezember 2010 Suchanfragen aus ihrer Datenbank ausgewertet.  Mit folgenden Resultaten (der Median ist robuster als der Durchschnitt gegenüber Ausreißern):

Die Klickraten nach der Optify-Studie

Nur kurz zum Vergleich die Zahlen, die 2006 AOL (aus Versehen) bekannt gegeben hat.  Die Unterschiede sind nicht augenfällig. Also: alles beim Alten!

Nicht uninteressant dagegen die anderen beantworteten Fragen der Studie:

  1. Die Seite 1 der SERP ist mit einer durchschnittlichen Klickrate von 8,9% wesentlich höher zu bewerten als die Seite 2 mit einer Klickrate von gerade mal 1,5%.
  2. Bei teuren (bezogen auf die Google AdWords-Preise)  Schlüsselwörtern werden auf der 1. Position weitaus seltener (17,1%)  geklickt als die günstigen Schlüsselwörter (31,8%).
  3. Interessant auch der Vergleich zwischen sehr beliebten Suchwörtern (mehr als 1000 monatliche Suchanfragen  in den USA) und Longtail Suchwörter (weniger als 100 monatliche Suchanfragen  in den USA). Die beliebten Suchwörter profitieren stärker von der Topposition (Klickrate bei 31,9%) als die Longtail Suchwörter (25% Klickrate bei Position 1). Auch die Auswertung der anderen Positionen zeigt: Auf Suchwörter mit sehr hohem Suchvolumen zu optimieren, zeigt nur deutliche Verbesserungen der Klickraten, wenn es gelingt die wenigen oberen Positionen zu erobern. Anders bei den Longtail-Keywords: hier bestehen auch anderswo auf Seite 1 gute Chancen geklickt zu werden.

Neues Design für Google Trefferseite

Veränderungen im Klickverhalten auf den Google-Trefferseiten habe ich ja schon wegen der Einführung der Universal Search prophezeit. Jetzt wird’s noch interessanter: Google hat ein neues Design – das sich sicher deutlich auf das Userverhalten auswirken wird.

Es ist nicht nur das Logo neu: Entscheidend ist wohl die Neugestaltung der Auswahl der Suchoptionen. Bisher waren sie in der obereren Leiste versteckt – und wurden wohl übersehen. Das kann man an den Eye-Tracking Studien ganz gut erkennen.

Neues Google Interface - Die Auswahl der Optionsleiste ist nach links grückt

So ganz trauen die Google-Designer ihrer neuen Auswahlliste wohl nicht. Oben ist das alte Auswahlmenü noch zu sehen.

Die Anordnung des Suchoptionen-Panels auf der linken Seite gab es vorher schon, neu sind die Symbole und die Sichtbarkeit der Untermenü-Punkte. Während man bisher dieses Menü immer aufklappen musste, macht Google jetzt Vorschläge für die Einblendung passender Optionen.

Google Optionen für das Suchwort Puma Turnschuhe

Bei der Eingabe von “Puma Turnschuhe” schlägt Google die Eingrenzung der Suchergebnisse auf den Bereich Shopping vor – sonst sind “News” und “Bilder” aufgeklappt. Hier sieht Markus von den Internetkapitänen jetzt einen Vorteil für Online-Shops:

Die Chance, dass ein Google-Nutzer also die Produktsuche betritt, ist so insgesamt deutlich höher. Der Link zur Produktsuche war vorher recht brav oben versteckt.  Mit der neuen Einbindung liegt der Link aber endlich mehr im Fokus der Nutzer – und damit dürften auch mehr Nutzer draufklicken.

Für das Verhalten mit der neuen Google Seite gibt es auch schon eine Untersuchung: Explido hat das Blickverhalten hier schon mal analysiert (allerdings mit einem besonderen “neurowissenschaftlichen-Vorhersage-Tool” – keine echte  Eyetracking-Studie).  Die Ergebnisse:

  • Aufmerksamkeitsverteilung hat sich nicht großartig verändert. Nur die unteren Treffer scheinen etwas zu profitieren.
  • Die neuen Elemente werden nicht als Störer empfunden.
  • Der Fokus bleibt auf der Suchbox und die ersten Treffer.

Das Fazit von Explido:

Alle Bereiche haben an Aufmerksamkeit gewonnen.  (Ausnahme ist der Suche-Button)

So ganz überzeugt mich das jetzt nicht (wobei bei der Untersuchung vor allem die Beachtung der Anzeigen im Mittelpunkt stand – vielleicht beziehen sich die Schlussfolgerung in erster Linie darauf). Und neue Studien werden hier sicher folgen müssen. Ich bin aber sicher, dass die Suchoptionen ein Revival feiern werden (wobei Google ja eigentlich damals die Suchoptionen im Prinzip abgeschafft hat). Mal schauen, wie sich das neue Design auf das Such-und Klickverhalten und damit auch auf die Suchmaschinenoptimierung auswirkt…

Die Trefferliste mit Universal Search – Welche Plätze werden geklickt?

Im ersten Teil “Trefferliste – welche Plätze werden geklickt” habe ich ja die Studien zusammengetragen, die das User-Verhalten auf den Trefferseiten von Google (und anderen Suchmaschinen) vor der Erweiterung der Trefferanzeige mit Bildern, Videos, News oder ähnlichem beleuchtet haben. Jetzt interessiert mich, wie sich das Klickverhalten und Aufmerksamkeitsverteilung interessiert, wenn die Trefferlisten aus unterschiedlichen Content-Typen (“blended serch” oder bei Google “Universal search” ) besteht. Viele Untersuchungen gibt es nicht – aber einiges kommt dann doch zusammen:

OTO Insights “Implications of user engagement with search engine Result pages” (Mai 2009)

Bei dieser Untersuchung wurde das Eye-Tracking mit biophysikalischen Daten und einem Fragebogen zur Einschätzung von Emotionen kombiniert, um die Voraussetzungen für erfolgreiches SEM besser fassen zu können. Eine wichtige Fragestellung dabei war, wie sich die Neuerungen der SERP durch die Universal Search auf Aufmerksamkeit und Klickverhalten auswirken. Mit nur 17 Teilnehmern hat diese Studie die übliche Schwäche – allerdings wurden die Teilnehmer repräsentativ ausgewählt.

Dabei zeigte sich, dass bei Trefferlisten mit eingeblendeten Videos und Bildern, die User sich vor allem den oberen Bereich der Seite anschauen. Nur sehr vereinzelt gehen Blicke nach unten. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Videos und Bilder viel stärker emotional wirken als Textausschnitte – und so die User davon abhalten, sich weiter umzusehen.

Bilder bilden für die Aufmerksamkeit eine Art Barriere nach unten .

Bilder bilden für die Aufmerksamkeit eine Art Barriere nach unten.

Enquiro Eye Tracking on Universal and Personalized Search (2007)

Die Studienleiter von Enquiro haben ja das Goldene Google Dreieck erfunden – und Gord Hotchkiss wollte wissen, ob es mit Universal Search weiterhin besteht oder ob eingeblendete Bilder hier das Scannen der Seite verändern.

Das Ergebnis: Bilder in den SERPs haben sehr großen Ausschlag auf den Verlauf des Blickes. Ausgangspunkt ist nicht mehr die linke obere Ecke, sondern das Bild, das sehr schnell anvisiert wird. Von hier aus wird die Seite in einer E-ähnlichen Form erkundet.

Vom Bild aus, wird die Seite in E-Form gescannt.

Vom Bild aus, wird die Seite in E-Form gescannt.

Das Bild bildet dabei eine Art Aufmerksamkeits-Zaun, der den Weg nach unten abschirmt und so dem oberen Teil der Seite mehr Bedeutung gibt.  Doch Hotchkiss bleibt bei der Interpretation der Ergebnisse eher zurückhaltend und  bemerkt, dass die Trefferliste jetzt eher eine dynamische Umgebung für den User wird. Weder das Goldene Dreieck noch das E werden sich durchsetzten, vielmehr wird sicher der User verhalten, wie beim Beefenpflücken – je nach Aufbau der Trefferseite.

iProspect Blended Search Results Study (April 2008)

Zusammen mit Jupiter Research hat das SEM-Beratungsunternehmen  iProspect eine Befragung zum Thema Suchverhalten durchgeführt. Rund 2.400 User wurden online befragt (die Befragten wurden anhand demographischer Kriterien ausgewählt und sollen bezüglich US-Usern repräsentativ sein).  Man wollte herausfinden, ob die Einblendung unterschiedlicher Treffer-Kategorien auf das Klickverhalten Einfluss hat. Dabei hat man die Trefferlisten der drei großen Suchmaschinen in den USA berücksichtigt: Google, Yahoo! und MSN.

Das erste Ergebnis: 68% der User klicken nur Ergebnisse auf der ersten Seite an, 92% beschränken sich auf die ersten drei Seiten. Interessant dabei ist, dass die Konzentration auf die erste Seite seit 2002 um fast 10 Prozentpunkte gestiegen ist. Wenn sie das Gesuchte nicht auf der ersten Seite finden, ändern 49% die Suchstrategie oder wechseln die Suchmaschine.

Das zweite Ergebnis: Die Ergebnisse der speziellen Kategorien werden angeklickt – vor allem News und Bilder.

iProspectBlendedResults

Die Frage: Welchen Content-Typ haben Sie in den letzten 6 Monaten bei einer normalen Suche angeklickt?

Studie von usability.de  “Goodbye Golden Triangle” (September 2009)

Das ist wohl die aufschlussreichste Studie (@shopzweinull: Danke für den Hinweis!) für die Aufmerksamkeitsverteilung bei Google-SERPs: Nach Einführung der Universal Search hat usability.de, eine Agentur für Usabiltiy und Testing, eine Studie durchgeführt. Im Usabilty-Labor wurden die Augenbewegungen von 30 Probanden beobachtet, um festzustellen, welchen Einfluss Universal Search auf das Leseverhalten hat. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Das Goldene Dreieck exisitiert nicht mehr, vielmehr  werden die Resultate unter den Bildern mit hoher Aufmerksamkeit betrachtet.
  • Das gleiche gilt für die Newszeile – die News-Ergebnisse werden zwar übersprungen, aber die Ergebnisse darunter erhalten etwas mehr Aufmerksamkeit.
  • Insgesamt haben sich neue prominente Stellen gebildet.  Platz 7 oder 8 hat an Bedeutung gewonnen.

Das Fazit dieser Studien – vor allem die eingebundenen Bilder ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und lenken den Blick eher auf den oberen Teil der Seite. Doch Eye-Tracking-Beobachtungen sind – wie einige ältere Studien gezeigt haben – nicht direkt auf das Klickverhalten übertragbar.

Hier schafft eine Neuerung bei den Google Webmaster-Tools neues Analyse-Potential: Google liefert genauere Daten für die Suchanfragen – und schon gibt es ein paar aktuelle Daten für die Klickraten auf einzelnen Positionen, z.B. hier oder hier. Das sind nur Stichproben – und ob Universal Search Ergebnisse eingeblendet waren oder nicht – kann aus den Daten wohl nicht herausgefiltert werden.

Vielleicht kann man sich da wirklich zusammentun und eine kleine Befragung oder eine Art von Studie fahren?