Tag Archiv: Google

Duplicate Content – Was ist das eigentlich? (2)

“Similar pages”, “the same information”… kann man das messen?
Was ist “ähnlich” im Sinne von Google? Garantiert keine Information, die Google freiwillig herausgibt. Und was misst Google überhaupt? Auf www.whiteside-seo.de rekonstruiert man aus Erfahrungswerten eine Herangehensweise. Diese lautet zusammengefasst:

  • Content ist das, was übrigbleibt, wenn man alle Elemente wegdenkt, die überall auf der Domain vorkommen. Header, Footer und Navigation fallen auf dem Wege schon einmal heraus. Bilder bleiben Teil des Content, denn sie „wohnen“ auf der gleichen Ebene.
  • Duplicate Content wird dann ranking-relevant, wenn Text und Bilder auf 2 Seiten zu 80% übereinstimmen.

Aber was ist nun wieder Übereinstimmung?

Wenn wir nun versuchen, Content zu gestalten, so dass er nicht als dupliziert gewertet wird, sollten wir aber noch wissen, wie die 80% Übereinstimmung berechnet werden. Das letzte Stück in unserem Puzzle liefert der Blog von www.trendmile.com:

„Eine bekannte Art wie Suchmaschinen auf doppelte Inhalte überprüfen ist das Verfahren des Sliding Window, bei diesem Verfahren werden eine festgelegte Anzahl von Zeichen der Webseite auf Ihre einzigartigkeit überprüft.“

Also ist es kein blinder all-in-all-Vergleich, den Google hier fährt. Die höhere Auflösung macht auch Sinn, um zitierte Passagen oder absatzweise Duplikate zu erkennen und entsprechend einzuordnen. Rein theoretisch reicht es also nicht aus, die Absätze einer Seite umzustellen.

Wir können davon ausgehen, dass die Sliding Window Methode zwei Strings miteinander vergleicht. Vermutlich ist die Größe des Fensters irgendwo unterhalb des ganzen Absatzes angesiedelt. Die Vermutung geht auf CMS wie RedDot zurück, die containerbasiert arbeiten und Absatzcontainer durchaus auf mehreren Seiten verwenden. Vermutlich ist das Window auch größer als ein einzelner Satz, denn selbst Google hat keine Rechenleistung zu verschenken.

Ein Top-Argument für SEO (2)

Ich hatte ja als Top-Argument Nr.1 das Ergebnis einer Studie angeführt, demnach 39% der Befragten glauben, dass das Unternehmen, das bei Google auf Platz 1 steht, der Branchenführer ist.

Und jetzt wird dieses Top-Argument noch mit einer 2. Studie untermauert. Eszter Hargittai und ander Wissenschaftler von der Northwestern University wollten wissen, wie junge Erwachsene die Inhalte im Netz aussuchen und bewerten. In ihrer Studie “Trust Online: Young Adults’ Evaluation of Web Content” sind sie dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen. Als vertrauenswürdig eingeschätzt wird, was bei Google (oder anderen Suchmaschinen) ganz weit oben ist:

“Search engine rankings seem extremely important,” Hargittai said. “We found that a website’s layout or content almost didn’t even matter to the students. What mattered is that it was the number one result on Google.” (Quelle)

Die meisten Studienteilnehmer zogen keine weiteren Kriterien für die Glaubwürdigkeit einer Website bei ihrer Bewertung hinzu. Nur 10%  fanden bei der Suche und Bewertung von Informationen den Autor einer Website oder die Glaubwürdigkeit des Autors überhaupt erwähnenswert!

Internationale Suchmaschinentrends: Yandex hat Pläne, Google gibt in China klein bei

Die Zahlen für das 2. Quartal 2010 bringen keine Überraschungen. In den USA und Deutschland bleibt es ruhig: Der Kuchen ist verteilt.  In den USA sieht es wenigstens ein bißchen nach ganzen Kuchenstücken aus: Google hält hier nur 2/3 des Marktes, die Yahoo Sites kommen immerhin noch auf 18%.  In Deutschland bleiben den Google-Konkurrenten nur ein schmales Segment (knapp 11%). In Großbritannien ist die Vorherrschaft von Google noch deutlicher und liegt bei über 90%.

Yandex wird international aktiv

In Russland hingegen hat Yandex noch einmal zugelegt und dominiert den russischen Suchmaschinenmarkt mit 66% eindeutig. Es gibt allerdings sehr aktuelle Gerüchte, dass dem Unternehmen Konkurrenz von Staatsseite aus erwächst. Der russische Staat soll Pläne haben, eine eigene Suchmaschine zu entwickeln. Abwerbeaktionen haben schon stattgefunden und Investitionssummen von 100 Millionen Dollar stehen im Raum.

Natürlich wolle Yandex ein internationaler Akteur werden, unterstreicht Marketing Direktor Andrey Sabrant in einem Interview. Ob das gelingt, lässt er allerdings offen. Yandex indexiert nach eigenen Angaben seit 2 Jahren ausländische Websites und bietet jetzt einen Suchfilter für lateinische Buchstaben an und ist damit für den westlichen Markt kompatibel.  Die Qualität der Suche von yandex.com halten einige Fachleute für sehr gut. Vielleicht werde ich hier einige Tests fahren.

Niederlage für Google in China

Google gibt dem Druck der chinesischen Regierung nach und schaltet die automatische Umleitung auf die unzensierte Google-Hongkong-Seite für User aus China ab. Mit dieser Methode hatte Google seit März versucht, die Zensur in China zu umgehen. Doch jetzt griff die chinesische Regierung ein und drohte, die Internet-Content-Provider-Lizenz von Google im Juni nicht zu verlängern – mit Erfolg. Allerdings können chinesische User immer noch mit einem Klick auf die Hongkong-Seite zugreifen. Noch.

Gleichzeitig bläst der chinesische Konkurrent Baidu zum Angriff und kündigt an, ab Juli im Silicon Valley auf Mitarbeitersuche zu gehen. Vor allem die Video-Suche scheint das chinesische Unternehmen zu interessieren. Ob es dabei allein den chinesischen Markt im Auge hat oder doch zumindest nach Japan drängt? Hier bleibt es weiterhin sehr spannend.

Longtail Keywords – neue Entwicklungen bei Google

Longtail Keywords sind Schlüsselwörter, die nicht in der ersten Reihe stehen. Sie sind spezifischer und entstehen auch häufig aus Keyword-Kombinationen. So ist z.B. “Schuhe” kein Longtail-Keyword – aber “Kinderschuhe online kaufen” schon.

Sie werden zwar nicht so häufig gesucht wie die Allerwelts-Keywords, aber trotzdem kann es sehr klug sein, auch auf Longtail Keywords zu optimieren (siehe auch den SEO-Gold-Artikel: 3 Gründe für die Optimierung auf Keyword-Kombinationen):

  1. Die  Zahl der Suchanfragen mit mehreren Suchwörtern steigt.
  2. User lesen nur die ersten paar Treffer auf den Trefferseiten und verfeinern ihre Suche lieber als weiterzublättern.
  3. User, die mit Phrasen suchen, sind in der Regel nicht auf der Suche nach allgemeinen Informationen, sondern sind einen Schritt näher dran am Handeln.

Google hat bei seinem letzten MayDay Update eine Algorithmus-Änderung vorgenommen, die sich vor allem auf die Longtail-Optimierung auswirkt. Diese Änderung diene der Qualitätssicherung, beruhe allein auf dem Algorithmus und sei dauerhaft, so die Video-Erklärung von Matt Cutts.

Doch welche Folgerungen haben die Änderungen? Es hat den Anschein, als ob sie einiges an Durcheinander angerichtet haben: Einige Websites wurden nach oben katapultiert, andere verschwanden von der ersten Seite der Trefferliste. Doch eine heiße Spur gibt es im Augenblick noch nicht – eher Vermutungen und Indizien.

Ken Lyons von Wordstream hat aufgrund der Beobachtungen seiner Website eine Theorie aufgestellt: Die Änderungen beziehen sich weniger auf ein Dokument oder eine Seite, die auf bestimmte Keywords optimiert sind, sondern auf die gesamte Website, die sich in einer Nische etabliert hat, d.h. also als Ganze auf den Longtail optimiert ist.  Wenn das stimmt, kommt der Inhaltsplanung der Website und ihrer redaktionellen Betreuung ein höherer Stellenwert zu als bisher. Ich bin gespannt, was hier noch passiert.

HTML5 und SEO – Schwerpunkt auf Inhalte?

Noch ist HTML5 in einer heißen Entwicklungsphase, die Empfehlung von Seiten des World Wide Web Consortiums wird Ende diesen Jahres erwartet – einige sehen allerdings Verzögerungen voraus. Während Kritiker vor allem darauf hinweisen, dass noch einige Jahre ins Land gehen werden, bevor sich der neue Standard tatsächlich durchsetzt, weisen andere darauf hin, dass der Prozeß durch den Einsatz von Google für HTML5 sich sicher beschleunigt.

Und tatsächlich auf der bis heute stattfindenden  Google-Entwicklerkonferenz macht Google eindrücklich deutlich, dass man dort voll auf HTML5 setzt: Das WebM-Projekt hat Google initiiert um in Zusammenarbeit mit einflussreichen anderen Unternehmen (u.a. firefox und adobe) ein Video-Standard zu entwickeln. Im Video-Bereich scheint sich HTML5 jetzt also eindeutig durchzusetzen.

Für Suchmaschinenoptimierer wird HTML5 sicher Schwerpunkte verschieben, interessant ist die Einführung neuer Strukturelemente, die auch inhaltliche Bezüge darstellen können. Hier ein paar Beispiele:

  • section: Eine Sektion ist ein Berich mit zusammenhängendem Inhalt – meist mit einem Kopf- und Fußbereich.
  • article: bezeichnet eine in sich abgeschlossenen Inhaltseinheit, wie z.B. Nachrichtenartikel, Blog- oder Foreneinträge .
  • aside: bezeichnet einen Bereich der Seite, der thematisch mit dem Inhalt zusammenhängt. Das können Verweise wie z.B. “ähnliche Artikel” sein.
  • figure: kennzeichnet sichtbare Zusatzinformationen, wie etwa Bildunterschriften.
  • footer: Im Fußbereich gibt es vor allem Informationen über den Inhalt eines Bereichs. Autor, Veröffentlichungsdatum, Infos zum Copyright uvm.
  • header: Im Header sind einleitende Inhalte, wie z.B. Überschriften oder Versionsdaten zu finden.
  • nav:  zeigt einen Bereich an, wo mehrere inhaltlich zusammenhängende Links zu finden sind.

Damit kann eine Suchmaschine auf Grundlage des Quelltextes auch auf inhaltlicher Ebene die Bereiche der Website unterscheiden. Was sicher dazu führt, dass Google für die einzelnen Bereiche der Website neue Bewertungen für die Relevanz entwickelt. So kann ich mir z.B. vorstellen, dass ein Keyword, das in einem Bereich, die als “nav” ausgewiesen sind, bei der Gewichtung weniger Einfluss hat, als z.B. als Link in einem inhaltlich sehr wichtigen Bereich wie z. B. “Artikel“.  Ich stimmer hier mit Eric Kubitz von SEO-Book.de zu:

Gute Inhalte werden – auf lange Sicht – eine noch stärkere Rolle spielen.

Und ergänze noch, dass das Verfassen von SEO-Texten noch eine neue Dimension dazu bekommt: Die optimale Aufteilung der Keywords, Inhalte und Informationen auf die einzelnen HTML5-Elemente.

Neues Design für Google Trefferseite

Veränderungen im Klickverhalten auf den Google-Trefferseiten habe ich ja schon wegen der Einführung der Universal Search prophezeit. Jetzt wird’s noch interessanter: Google hat ein neues Design – das sich sicher deutlich auf das Userverhalten auswirken wird.

Es ist nicht nur das Logo neu: Entscheidend ist wohl die Neugestaltung der Auswahl der Suchoptionen. Bisher waren sie in der obereren Leiste versteckt – und wurden wohl übersehen. Das kann man an den Eye-Tracking Studien ganz gut erkennen.

Neues Google Interface - Die Auswahl der Optionsleiste ist nach links grückt

So ganz trauen die Google-Designer ihrer neuen Auswahlliste wohl nicht. Oben ist das alte Auswahlmenü noch zu sehen.

Die Anordnung des Suchoptionen-Panels auf der linken Seite gab es vorher schon, neu sind die Symbole und die Sichtbarkeit der Untermenü-Punkte. Während man bisher dieses Menü immer aufklappen musste, macht Google jetzt Vorschläge für die Einblendung passender Optionen.

Google Optionen für das Suchwort Puma Turnschuhe

Bei der Eingabe von “Puma Turnschuhe” schlägt Google die Eingrenzung der Suchergebnisse auf den Bereich Shopping vor – sonst sind “News” und “Bilder” aufgeklappt. Hier sieht Markus von den Internetkapitänen jetzt einen Vorteil für Online-Shops:

Die Chance, dass ein Google-Nutzer also die Produktsuche betritt, ist so insgesamt deutlich höher. Der Link zur Produktsuche war vorher recht brav oben versteckt.  Mit der neuen Einbindung liegt der Link aber endlich mehr im Fokus der Nutzer – und damit dürften auch mehr Nutzer draufklicken.

Für das Verhalten mit der neuen Google Seite gibt es auch schon eine Untersuchung: Explido hat das Blickverhalten hier schon mal analysiert (allerdings mit einem besonderen “neurowissenschaftlichen-Vorhersage-Tool” – keine echte  Eyetracking-Studie).  Die Ergebnisse:

  • Aufmerksamkeitsverteilung hat sich nicht großartig verändert. Nur die unteren Treffer scheinen etwas zu profitieren.
  • Die neuen Elemente werden nicht als Störer empfunden.
  • Der Fokus bleibt auf der Suchbox und die ersten Treffer.

Das Fazit von Explido:

Alle Bereiche haben an Aufmerksamkeit gewonnen.  (Ausnahme ist der Suche-Button)

So ganz überzeugt mich das jetzt nicht (wobei bei der Untersuchung vor allem die Beachtung der Anzeigen im Mittelpunkt stand – vielleicht beziehen sich die Schlussfolgerung in erster Linie darauf). Und neue Studien werden hier sicher folgen müssen. Ich bin aber sicher, dass die Suchoptionen ein Revival feiern werden (wobei Google ja eigentlich damals die Suchoptionen im Prinzip abgeschafft hat). Mal schauen, wie sich das neue Design auf das Such-und Klickverhalten und damit auch auf die Suchmaschinenoptimierung auswirkt…

Ein Top-Argument für SEO

Bei den Sammlungen und den Recherchen zum Userverhalten auf den SERP mit Universal Search bin ich über eine erstaunliches Studienergebnis gestolpert, aus dem man ein Top-Argument für Suchmaschinenotpimierung ableiten kann.

IProspect hat das Verständnis von Usern zur Generierung der SERP beleuchtet:

Please state how much you agree/disagree with the following statement: ‘Seeing a company listed among the top results on a search engine makes me think that the company is a leader within its field.’

39% der User stimmten zu, dass die Unternehmen, die bei Google ganz oben erscheinen, die Branchenführer sind! 42% waren sich nicht ganz sicher und  nur 19% wissen, dass zwischen Markterfolg und Google-Top-Platzierung nicht unbedingt ein direkter Zusammenhang besteht.

Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung erhöht also nicht nur den Traffic auf der Website – sondern auch die Reputation der Unternehmen.

Neue Version des Google Keyword Tools

Zugegeben ist noch die Beta-Version – doch das Google Keyword Tool von Google Adwords bietet  neue Features. Auf den ersten Blick sehen die beiden Versionen noch ziemlich ähnlich aus:

Die neuen Features:

  • Man kann sehen in welche Kategorien das Keyword eingeordnet wird. 
  • Im Vorfeld kann man die Suche mit einigen Filterfunktionen präzisieren:
  • Die lokalen Suchtrends sind jetzt in der Startseite bereits eingeblendet:

Noch ist nicht ganz klar, ob und wann Google die alte Version abschaltet  – noch wird darüber nur gemutmaßt.

Was halten Sie von der neuen Version?

Die Trefferliste mit Universal Search – Welche Plätze werden geklickt?

Im ersten Teil “Trefferliste – welche Plätze werden geklickt” habe ich ja die Studien zusammengetragen, die das User-Verhalten auf den Trefferseiten von Google (und anderen Suchmaschinen) vor der Erweiterung der Trefferanzeige mit Bildern, Videos, News oder ähnlichem beleuchtet haben. Jetzt interessiert mich, wie sich das Klickverhalten und Aufmerksamkeitsverteilung interessiert, wenn die Trefferlisten aus unterschiedlichen Content-Typen (“blended serch” oder bei Google “Universal search” ) besteht. Viele Untersuchungen gibt es nicht – aber einiges kommt dann doch zusammen:

OTO Insights “Implications of user engagement with search engine Result pages” (Mai 2009)

Bei dieser Untersuchung wurde das Eye-Tracking mit biophysikalischen Daten und einem Fragebogen zur Einschätzung von Emotionen kombiniert, um die Voraussetzungen für erfolgreiches SEM besser fassen zu können. Eine wichtige Fragestellung dabei war, wie sich die Neuerungen der SERP durch die Universal Search auf Aufmerksamkeit und Klickverhalten auswirken. Mit nur 17 Teilnehmern hat diese Studie die übliche Schwäche – allerdings wurden die Teilnehmer repräsentativ ausgewählt.

Dabei zeigte sich, dass bei Trefferlisten mit eingeblendeten Videos und Bildern, die User sich vor allem den oberen Bereich der Seite anschauen. Nur sehr vereinzelt gehen Blicke nach unten. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Videos und Bilder viel stärker emotional wirken als Textausschnitte – und so die User davon abhalten, sich weiter umzusehen.

Bilder bilden für die Aufmerksamkeit eine Art Barriere nach unten .

Bilder bilden für die Aufmerksamkeit eine Art Barriere nach unten.

Enquiro Eye Tracking on Universal and Personalized Search (2007)

Die Studienleiter von Enquiro haben ja das Goldene Google Dreieck erfunden – und Gord Hotchkiss wollte wissen, ob es mit Universal Search weiterhin besteht oder ob eingeblendete Bilder hier das Scannen der Seite verändern.

Das Ergebnis: Bilder in den SERPs haben sehr großen Ausschlag auf den Verlauf des Blickes. Ausgangspunkt ist nicht mehr die linke obere Ecke, sondern das Bild, das sehr schnell anvisiert wird. Von hier aus wird die Seite in einer E-ähnlichen Form erkundet.

Vom Bild aus, wird die Seite in E-Form gescannt.

Vom Bild aus, wird die Seite in E-Form gescannt.

Das Bild bildet dabei eine Art Aufmerksamkeits-Zaun, der den Weg nach unten abschirmt und so dem oberen Teil der Seite mehr Bedeutung gibt.  Doch Hotchkiss bleibt bei der Interpretation der Ergebnisse eher zurückhaltend und  bemerkt, dass die Trefferliste jetzt eher eine dynamische Umgebung für den User wird. Weder das Goldene Dreieck noch das E werden sich durchsetzten, vielmehr wird sicher der User verhalten, wie beim Beefenpflücken – je nach Aufbau der Trefferseite.

iProspect Blended Search Results Study (April 2008)

Zusammen mit Jupiter Research hat das SEM-Beratungsunternehmen  iProspect eine Befragung zum Thema Suchverhalten durchgeführt. Rund 2.400 User wurden online befragt (die Befragten wurden anhand demographischer Kriterien ausgewählt und sollen bezüglich US-Usern repräsentativ sein).  Man wollte herausfinden, ob die Einblendung unterschiedlicher Treffer-Kategorien auf das Klickverhalten Einfluss hat. Dabei hat man die Trefferlisten der drei großen Suchmaschinen in den USA berücksichtigt: Google, Yahoo! und MSN.

Das erste Ergebnis: 68% der User klicken nur Ergebnisse auf der ersten Seite an, 92% beschränken sich auf die ersten drei Seiten. Interessant dabei ist, dass die Konzentration auf die erste Seite seit 2002 um fast 10 Prozentpunkte gestiegen ist. Wenn sie das Gesuchte nicht auf der ersten Seite finden, ändern 49% die Suchstrategie oder wechseln die Suchmaschine.

Das zweite Ergebnis: Die Ergebnisse der speziellen Kategorien werden angeklickt – vor allem News und Bilder.

iProspectBlendedResults

Die Frage: Welchen Content-Typ haben Sie in den letzten 6 Monaten bei einer normalen Suche angeklickt?

Studie von usability.de  “Goodbye Golden Triangle” (September 2009)

Das ist wohl die aufschlussreichste Studie (@shopzweinull: Danke für den Hinweis!) für die Aufmerksamkeitsverteilung bei Google-SERPs: Nach Einführung der Universal Search hat usability.de, eine Agentur für Usabiltiy und Testing, eine Studie durchgeführt. Im Usabilty-Labor wurden die Augenbewegungen von 30 Probanden beobachtet, um festzustellen, welchen Einfluss Universal Search auf das Leseverhalten hat. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Das Goldene Dreieck exisitiert nicht mehr, vielmehr  werden die Resultate unter den Bildern mit hoher Aufmerksamkeit betrachtet.
  • Das gleiche gilt für die Newszeile – die News-Ergebnisse werden zwar übersprungen, aber die Ergebnisse darunter erhalten etwas mehr Aufmerksamkeit.
  • Insgesamt haben sich neue prominente Stellen gebildet.  Platz 7 oder 8 hat an Bedeutung gewonnen.

Das Fazit dieser Studien – vor allem die eingebundenen Bilder ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und lenken den Blick eher auf den oberen Teil der Seite. Doch Eye-Tracking-Beobachtungen sind – wie einige ältere Studien gezeigt haben – nicht direkt auf das Klickverhalten übertragbar.

Hier schafft eine Neuerung bei den Google Webmaster-Tools neues Analyse-Potential: Google liefert genauere Daten für die Suchanfragen – und schon gibt es ein paar aktuelle Daten für die Klickraten auf einzelnen Positionen, z.B. hier oder hier. Das sind nur Stichproben – und ob Universal Search Ergebnisse eingeblendet waren oder nicht – kann aus den Daten wohl nicht herausgefiltert werden.

Vielleicht kann man sich da wirklich zusammentun und eine kleine Befragung oder eine Art von Studie fahren?

Google Universal Search (1) – mehr als eine bunte Trefferliste

Mehr als nur Multimedia auf der Trefferseite. Die Google Universal Search ist interessantes Phänomen – nicht nur, dass sie die Trefferseite abwechslungsreicher und attraktiver macht: Sie öffnet einem auch die Augen dafür, dass man mit der einfachen Suche in die Google Maske nicht alles findet. Die Suche über verschiedene Content-Formate ist eine echte Herausforderung für die Suchmaschinen.

Einige dieser Ergebnisse werden über Datenbanken ausgelesen – gehören also zum Deep Web, das für Google früher ein echtes Problem war. Wenn die aktuellen Temperaturangaben auf Mallorca oder ein Produkt in einem Online-Shop angezeigt werden – dann sind das nicht einfach indizierte Webseiten, sondern Inhalte, die Google erst generieren muss.  Teilweise scheint Google auf einige Seiten Formulare dafür Formulare auszufüllen.

Noch ist nicht jede Googlesuche universell. Im Februar wurden 17 % der Suchanfragen als Universal Searchergebnis ausgegeben – das hat Johannes von Sistrix herausgefiltert. Inzwischen wird der Anteil eher höher sein.

Auf den ersten Blick erkennen kennzeichnen die Bilder auf der SERP die Universal Search, doch es gibt viel mehr Bereiche, die hier eingebunden werden – allerdings stechen sie nicht so hervor.

  • Bilder
  • Videos
  • Maps
  • News
  • Blogs
  • Google Products
  • Google Books
  • andere Datenbanken, wie z.B. Wetter, Branchenbucheinträge usw.

Wie die Analyse von Sistrix ergeben hat – sind nicht alle Kategorien gleichmässig vertreten. Auf häufigsten werden die Ergebnisse der Produktsuche (48%) und am seltensten die Blogsuche (3%) eingebunden.  Interessant ist auch, dass es Vorlieben von Google gibt, wo die einzelnen Bereiche auf der Trefferseite präsentiert werden. Oben erscheinen am häufigsten Produkte und Karten, in der Mitte Videos und Bilder und unten die Blogbeiträge.  Die Platzierung hat natürlich Einfluss auf die Wahrnehmung.

Die Kernfrage für jeden Website-Betreiber ist natürlich: Welche Auswirkungen hat Google Universal Search auf die Suchmaschinenoptimierung? Hierzu habe ich einige Thesen zusammengestellt, die ich in loser Folge in nächster Zeit überprüfen möchte.

  1. Für die einzelnen Kategorien von Google müssen eigens zugeschnittene SEO-Maßnahmen durchgeführt werden.
  2. Gerade der bereich des Deep Web und der Umgang von Google mit auslesbaren Datenbanken sollte stärker ins Blickfeld rücken.
  3. Die Wirkung der neuzusammengestellten SERPs muss in die Strategien berücksichtigt werden – auch die Änderung der Klickgewohnheiten: Ist es jetzt wichtiger ein  Bild zu platzieren, statt auf Nr. 1 zu kommen?

Und selbstverständlich freue ich mich auf eure Meinungen – das sind jetzt erst Arbeitshypothesen, die diskutiert werden sollten.