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Video SEO aktualisiert (2): Google und die Videos

Vor ziemlich genau einem Jahr  gab es einen Aufschrei in der SEO-Welt: Die Zahl der Videos auf der Google Trefferseite ging über Nacht extrem zurück. Vorher waren Videos auf der Google SERP sehr prominent, weil ihr Anteil an den gelisteten Treffern stetig gestiegen war. Über die Gründe für diese plötzliche Änderung wurde spekuliert, am plausibelsten klingt die Erklärung, dass die Vorschaubildchen bei den Videos die Aufmerksamkeit von den Google-Anzeigen abgezogen haben. Ist das Video-Format nun nicht mehr relevant für’s SEO?

Videos in der Universal Search immer noch vorne

Nein, denn der Anteil der Videos ist zwar zurückgegangen, aber Videos werden bei der Suche immer noch häufiger angezeigt als andere Universal Search Elemente, wie Bilder, Karten oder Shopping-Angebote. Die Universal Search Studie 2015 von Searchmetrics ergab, dass im Vergleich aller Universal Search Elemente die Suchanfragen mit mindestens einer Video-Integration immer noch am häufigsten sind.

Videos werden gesucht – “How-to”-Videos boomen

Als zweites Argument für gutes Video-SEO (und davor natürlich qualitativ hochwertige, auf die User abgestimmte Video-Produktion) ist, dass die User tatsächlich nach Videos suchen. Das lässt sich zum einen an den Suchanfragen feststellen: Wird das Suchwort “Video” zusammen mit anderen Keywords in die Suchmaske eingegeben, sind die User in der Regel auf der Suche nach einem Video zum Thema. Vor allem bei praktischen Tipps, Anleitungen und Tutorials aller Themengebiete sind Videos häufig Texten überlegen, das zeigt sich auch am Klick-und Suchverhalten. In Nordamerika wurden 2015 – nach Angaben von Google – bisher über 100 Millionen Stunden “how-to”-Content auf Youtube angeschaut.

Das hat wieder Auswirkung auf die Zusammensetzung der SERP bei Google: Bei Suchanfragen mit den Schlüsselwörtern “Tutorial, Anleitung, Lernen Sie wie, Anweisung…” werden häufiger Videos in der Trefferliste angezeigt. Wer seine Videos also nach vorne bzw. auf die Trefferseite bringen will, sollte sich überlegen, solchen instruktiven Content als Video zu produzieren.

Organische Suche: Youtube dominiert die SERP

Wer seine Videos optimieren will, der wird einige Tipps im Web finden, wie etwa eine Sitemap anzulegen, ein passendes Vorschaubild auszusuchen oder die Video-Description zu optimieren. Der wichtigste Tipp allerdings ist: Laden Sie Ihr Video auf jeden Fall auf Youtube hoch. Gerade bei der klassischen organischen Suche erscheinen seit den oben genannten großen Veränderungen fast ausschließlich Youtube-Videos. Searchmetrics hat beobachtet, dass 2014 82% der auf der Trefferliste Videos von Youtube stammten.

Bei der Suche nach "Pfannkuchen backen" erscheint nur ein Video in der SERP (mit dem Keyword "Anleitung" im Titel)

Bei der Suche nach “Pfannkuchen backen” erscheint nur ein Video in der SERP (Es stammt von Youtube und hat das Keyword “Anleitung” im Titel).

Google Video Search

User, die auf der Suche nach Videos sind, können die Google-Kategorien-Suche für Videos einstellen. Dann bekommen sie nur Video-Ergebnisse angezeigt. Hier ist die Übermacht von Youtube nicht so eindeutig, auch andere Plattformen werden gelistet. Das gilt allerdings nur bei Keywords rund um Musik und Filmen, bei anderen Themen dominiert Youtube weiterhin. Das liegt wohl auch daran, dass die anderen Video-Plattformen sich meist auf diese Nische spezialisiert haben.

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Google Videos Suche: Bei Musik kommen auch andere Plattformen zum Zug.

 

 

 

Video SEO aktualisiert (1): Suchmaschinenoptimierung auf Youtube

Videos haben eigene Gesetzmäßigkeiten bei der Suchmaschinenoptimierung. Vor Jahren habe ich ein paar Grundlagen für die Suchmaschinenoptimierung von Videos erläutert. Auch wenn vieles weiterhin gilt, ist es jetzt  Zeit für eine Aktualisierung.

Video-SEO auf SEO-Gold

Bei der Optimierung von Videos gibt es zwei große Instanzen, die man berücksichtigen muss: Zum einen natürlich Google selbst, wie listet Google Videos auf? Wann erscheinen sie auf der Trefferliste und wie werden sie ausgewählt? Zum anderen muss man die Gesetzmäßigkeiten von Youtube berücksichtigen, nach eigenen Aussagen die “zweitgrößte Suchmaschine der Welt“.

Wie arbeitet YouTube?

Die Youtube-Suchmaschine hat keine so komplexen Algorhithmen wie Google, berücksichtigt aber mehr als nur das Keyword. Martin Mißfeldt hat die vier Felder des Youtube-Ranking-Faktoren charakterisiert:

1) Das Video selbst (und seine Optimierung – also Onpage-SEO)

Hier kann man ziemlich aktiv werden durch die Auswahl der richtigen Keywords für die Tags, den passenden Titel (mit Keywords), eine Videobeschreibung (mit Keywords), Anmerkungen in Videos und ausgehende Links. Dazu kommen auch zusätzliche technische Faktoren, HD Qualität wird vorausgesetzt.

2) Das User-Verhalten

Ganz vorne steht natürlich die Anzahl der Views, je häufger ein Video angeschaut wird desto besser sein Ranking. Dazu kommen noch eine Reihe weiterer User-Aktionen, die die Stellung beeinflussen: Kommentare und Daumen hoch /Daumen runter-Stimmen,  Videoantworten und die Vertretung in Playlists. Von Interesse ist besonders die Aufmerksamkeit, die der User dem Video widmet: Schaut er es ganz an? Wann springt er ab?

3) Die Bewertung des Youtube-Kanals

Zunächst kann man hier ebenso wie bei den Videos mit einem guten Namen und einer passenden Beschreibung, die die wichtigsten Keywords enthält, sicher ein paar Punkte gut machen. Martin Mißfeldt ist der Meinung, dass die eigene Aktivität auf Youtube als wichtigster Faktor für die Autorität eingestuft wird. Dazu gehöre nicht nur das regelmäßige Einstellen von Videos, sondern auch das Bewerten, Kommentieren, Verlinken (und Abonnieren) anderer Videos und Kanäle. Youtube möchte, dass die Kanalinhaber aktiv Communities aufbauen (und gibt dazu auch Tipps und Anleitungen).

4) “Off-Page-Optimierung”

Ganz wichtig sind auch die Aktivitäten außerhalb von Youtube – bei der klassischen SEO als Off-Page-Optimierung bzw. Backlink-Aufbau. Hier haben Videos einen großen Vorteil gegenüber anderem Content. Es gibt die Möglichkeit sie einzubinden, sie werden also an anderer Stelle angezeigt. Wenn die User sich jetzt auf der Website, dem Blog oder z.B. auf Facebook ein solches eingebettetes Video anschauen, werden die Views (bis auf wenige Ausnahmen) auch mitgezählt. Hier wirkt sich also das Sharen und Einbinden direkt auf das Ranking aus.

#mobilegeddon? Wie weit geht Google bei der mobilen Suche?

Für Google hat die mobile Suche inzwischen eine ganz besondere Priorität. Die Mobilfreundlichkeit wird in den Ranking-Algorithmus einbezogen. Aber das reicht den Suchmaschinen-Betreibern nicht aus: Sie machen den Vorstoß, direkt darauf einzuwirken, welcher Content den Usern angezeigt wird und welcher nicht. Überschreitet Google hier seine Kompetenzen?

Der Siegeszug der mobilen Endgeräte ist schon lange vorausgesagt und auch an Zahlen abzulesen. Jetzt hat Google die Wende bestätigt: Internen Zahlen zufolge werden (in 10 Ländern, darunter US und Japan) mehr Google-Suchanfragen über mobile Endgeräte getätigt als vom Desktop aus.
Das veränderte Nutzerverhalten hat natürlich Auswirkungen auf das Google-Ranking: Schon seit längerem ist klar, dass Google Websites nicht mag, die auf Handys und Tablets nicht gut funktionieren. Seit dem 21. April ist die globale Algorithmusänderung (#mobilegeddon) ausgerollt:

Starting April 21, we will be expanding our use of mobile-friendliness as a ranking signal. This change will affect mobile searches in all languages worldwide and will have a significant impact in our search results”.
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Faktencheck statt Verlinkung: Paradigmenwechsel bei der Suchmaschinenopitmierung?

Eine Forschergruppe bei Google hat in dem Paper “Knowledge-Based Trust: Estimating the Trustworthiness of Web Sourcs” (via newscientist.com) einen neuen Ansatz vorgestellt, wie man die Vertrauenswürdigkeit einer Website einschätzen kann. Die Vertrauenswürdigkeit einer Website ist einer der wichtigsten Aspekte für User und Suchmaschinenbetreiber: User sind daran interessiert, verlässliche Informationen für ihre Suchanfragen zu bekommen. Um die gewünschte Qualität zu liefern, müssen Suchmaschinenbetreiber in der Lage sein, die fragwürdigen Websites auszusortieren (oder sie zumindest nicht ganz vorne auf der Trefferanzeige zu platzieren).

Bisher hat Google die Vertrauenswürdigkeit (Domain Trust & Authority) einer Website in erster Linie über die Verlinkung gemessen: Je mehr Links auf eine Seite eingehen, desto glaubwürdiger wird die Seite eingeschätzt. Die Glaubwürdigkeit des Inhalts wurde also indirekt ermittelt.

Richtigkeit statt Einfluss

Der jetzt vorgestellte neue Ansatz besteht darin zu prüfen, ob die Inhalte einer Seite korrekt sind. Entscheidend ist die Zahl der falschen Fakten auf einer Seite. Hier gilt, je mehr Fakten falsch sind, desto niedriger der Grad der Vertrauenswürdigkeit. Google wird nun den Anteil der falschen Fakten messen und mit unterschiedlichen Parametern die Richtigkeit der Seite berechnen. Dabei führen die Forscher eine neue Größe ein, die den Grad der Vertrauenswürdigkeit einer Seite in einer Zahl ausdrückt, den Knowledgs-Based-Trust (KBT).

Eine neue Größe für SEO: Knowledge-Based Trust

Die Ermittlung des KBT ist ein komplexer Prozess: Google extrahiert eine Vielzahl von Fakten aus unterschiedlichen Seiten und schätzt die Richtigkeit der Fakten und Exaktheit der Quelle mit Hilfe eines Wahrscheinlichkeitsmodells ein. Damit bekommt Google ein Faktenbündel, das als richtig bewertet wird und gleicht die aktuell durchsuchte Seite die vorher gewonnen Werte mit ab: Wenn sie wenig Fehler hat, hat sie einen guten KBT.

Was passiert mit nicht-faktenbasiertem Content?

Noch ist das alles im Google-Labor und nicht umgesetzt. Wenn dieses System allerdings korrekt funktioniert und umgesetzt wird, wird das weitreichende Folgen für Website-Betreiber und SEOs haben. Zum einen werden wahrscheinlich faktenbasierte Seiten höher gerankt. Ich denke, dass die Rolle die dann meinungsbasierte Seiten oder Seiten mit reinem Unterhaltungswert spielen werden, noch offen ist. Es könnte sein, dass solche Seiten eher nach hinten rutschen.  Nun sind aber nicht alle User auf der Suche nach Fakten! Da bin ich gespannt. Offen bleibt auch, was mit aktuellen Inhalten geschieht, denn bei neuen Fakten fehlt ja zunächst die nötige Datendichte.

Paradigmenwechsel in der Suchmaschinenoptimierung?

Aber den größten Umsturz bringt der KBT für SEOs. Unter Umständen müssen sie sich auf einem Paradigmenwechsel einstellen, was massive Änderungen bei ihrer Arbeitsweise mit sich bringt. Ist jetzt die Zeit vorbei, die von der Jagd nach Backlinks geprägt war? Gibt es stattdessen Fakten-Check-Tools, die den KBT messen? Was glauben Sie, welche Folgen würde denn die Einführung eines solchen neuen Maßstabs für Vertrauenswürdigkeit haben?

Amazon als größter Google-Konkurrent?

Googles “Außenminister” Eric Schmidt war in Berlin – offiziell um ein Musik-Software Firma zu besuchen (und Wirtschaftsminister und Google-Kritiker Sigmar Gabriel zu treffen). Aber die eigentliche Mission war wohl eher, die Stimmung in Europa und Deutschland ein wenig zu heben. Die Querellen mit den deutschen Verlagen scheinen Google doch ein wenig  zu sorgen. Daher ist seine Rede eher politisch als konkret aufzufassen – sie enthielt jedoch dennoch interessante Aspekte.

So nannte Schmidt als größte Konkurrenz von Google nicht etwa die anderen Suchmaschinen-Betreiber, sondern die großen Online-Handelsplattformen Amazon und Zalando. Dorthin gingen die User, wenn sie sich über ein Produkt informieren wollten. Dabei bezog er sich auf ein Studienergebnis von Forrester Research, dem nach starten etwa ein Drittel der kaufwilligen User bei Amazon – doppelt so viele wie bei Google.

Amazon ist zum einen direkter Konkurrent, in den USA hat Google große Summen in  “Google Express” und “Google Shopping” investiert. Und gleichzeitig einer der größten Geschäftspartner für Google Anzeigen. Keine einfache Situation für den Suchmaschinenbetreiber.

Mobile – das ist ein Thema, das Schmidt beschäftigt, er ist der Meinung, dass das mobile Surfen, das Surfverhalten selbst grundlegend verändern wird. So werde dadurch auch die Sprachsuche befördert, glaubt Schmidt. Die Herausforderung für Google liegt darin, den Suchkontext bei der mobilen Suche mit einzubeziehen.

Das sind die wenigen konkreten Punkte in seiner Rede. Der politische Schwerpunkt lag in der Beschwichtigung: Google sei kein Monopolist, der jederzeit den Strom abstellen könne. Vielmehr versteht sich Google als  Innovator und Investor  - selbstverständlich auch in Europa.

Bing vor Google – (hilft die EU den Kleinen gegen Google) ?

Nein, die Überschrift ist kein Science-Fiction-Aussage, denn ihr fehlt noch eine kleine Ergänzung: Bing vor Google im Blindtest.  Microsoft beauftragte Answer Research mit einem Blindtest, um die organische Suche beider Suchmaschinen zu vergleichen.
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Google Content Guidelines: Finger weg von schwachen Inhalten

Mit seiner aktualisierten Fassung der Content Guidelines stellt Google eines ganz klar: Nur wer Wert darauf legt, die Leser seiner Website mit neuem, gutem und originärem Inhalt zu beglücken, wird Erfolg in Sachen SEO haben.

Schwache Websites und Seiten, die gegen die Google-Richtlinien verstoßen, werden zum einen algorithmisch abgewertet und außerdem durch die Quality Rater von Google abgestraft.

Originärer Content stärkt die Reputation

Erstmals gibt Google in seinen Guidelines konkrete Beispiele, die dem Anwender Hilfestellung bieten.

Das Thema Duplicate Content spielt in den neuen Richtlinien eine wichtige Rolle. Neu ist das nicht, aber es ist und bleibt essenziell: Die Reputation einer Website hängt von qualitativem Inhalt ab, der den Lesern einen Mehrwert bietet. Was nicht bedeutet, dass aufgearbeitete Inhalte grundsätzlich Probleme bekommen. Dennoch straft Google Websites ab, die:

  • von kopiertem Inhalt leben
  • Inhalte kopieren und wiederholt veröffentlichen
  • nur unwesentlich veränderte Inhalte anderer Websites anbieten
  • oder Inhaltsfeeds reproduzieren

Vorsicht bei fremderzeugten Inhalten

Google wird sogar noch konkreter, was den Inhalt einer Webseite angeht, macht aber auch deutlich, dass Website-Betreiber nicht immer bewusst gegen die Richtlinien verstoßen. So ergreift Google bei nutzergeneriertem Spam nicht sofort manuelle Maßnahmen, aber:

„Sollte Ihre Website jedoch zu viel nutzergenerierten Spam enthalten, kann sich dies auf unsere Einschätzung der Website auswirken und letztlich zu einer manuellen Maßnahme gegen die gesamte Website führen.“

Das bedeutet, dass vor allem auf Inhalte in Kommentaren, Gästebüchern und Foren ein Auge zu haben ist.

Brückenseiten haben es schwer

Unter Brückenseiten versteht Google eine „umfangreiche Sammlung von Seiten mit geringer Qualität“. Es handelt sich um einzelne Websites, die auf bestimmte Suchwortgruppen optimiert wurden, um einen besseren Rang auf der Ergebnisseite zu erzielen. Über diese wird der Nutzer unliebsamerweise an ein anderes Ziel geleitet. Da dies die Nutzer verärgert, straft Google dieses irreführende Verhalten ab.

Die neuen Content Guidelines unterstützen weiterhin das Ziel hochwertige und nützliche Inhalte im Internet bereitzustellen – auch unter dem Gesichtspunkt SEO. Einen Blick auf die Richtlinien zu werfen, empfiehlt sich für unerfahrene Website-Betreiber und SEO-Profis gleichermaßen.

 

Ein Monat Panda-Update

Vor einem Monat hat das Google-Panda-Update Deutschland erreicht. Gespannt hat die SEO-Welt gewartet, welche Auswirkungen der neue Algorithmus auf die Rankings haben wird und vor allem, was die Veränderungen für die SEO-Arbeit bedeuten. Nach jeder Menge Fachsimpelei im Vorfeld und Beobachtung der Auswirkung im englischsprachigen Bereich, bleiben große Überraschungen in Deutschland auch nach einem Monat aus.

Die Verlierer des Panda-Update überraschen nicht

Sistrix hatte die Verlier des Panda-Updates schon schon am Tag seines Inkrafttreten zusammengestellt. Die Ergebnisse überraschen heute wie damals wenig. Schon im Februar, als das Panda-Update auf die englischsprachigen Seiten losgelassen wurde, gab es „die“ großen Verliererseiten. Dazu gehörten vor allem Vergleichsseiten und Seiten mit keinem eigenen Content, sie verloren im Google-Ranking. In Deutschland sind ähnliche Seiten betroffen. Kein Wunder, verfolgte Google doch hierzulande wie auch für die englischsprachigen Seiten dasselbe Ziel, nämlich den Benutzern qualitativ hochwertige Suchergebnisse zur Verfügung zu stellen. Die offizielle Stellungnahme aus der Google-Webmaster-Zentrale lautet:

Seit vielen Monaten haben wir uns verstärkt darauf konzentriert, unseren Benutzern qualitativ hochwertige Websites als Ergebnis zu liefern. Anfang des Jahres haben wir das “Panda”-Update für alle weltweiten englischsprachigen Suchanfragen eingeführt. Heute führen wir diese Maßnahmen fort, indem wir unsere algorithmischen Verbesserungen der Suche in verschiedenen Sprachen einsetzen.

Mehr Content, weniger SEO

Google hat mit Panda also die Spielregeln geändert. Und wenn Google die Spielregel ändert, dass müssen die Mitspieler, die online publizieren, ihr Verhalten ändern? Ich behalte nach fast einem Monat noch immer die Ruhe. Wer seinen Content weiterhin in erster Linie für die Leser schreibt und aufbereitet, hat – wie es im Moment aussieht – nicht viel zu befürchten. Wirft man einen Blick auf die weiteren Tipps zur Erstellung qualitativ hochwertiger Inhalte, so mögen zwar konkrete Handlungsanweisungen fehlen, aber es finden sich doch Kriterien, die man bei der täglichen Arbeit berücksichtigen oder eben nicht berücksichtigen kann. Inhaltliche und formelle Richtigkeit, Einzigartigkeit und Informationstiefe, das sind Kriterien, die sich vielmehr aus der Content-Strategie als aus der SEO-Strategie ableiten. Gute Nachrichten also für all die, die sich in der Vergangenheit die Mühe gemacht haben, wirklich hilfreichen, gut aufbereiteten, fehlerfreien Content für den User zu produzieren. Für sie könnte sich Panda also noch als echter Glücksfall herausstellen. Wir werden sehen, ob es so kommt, bis dahin heißt es: abwarten und die Ruhe bewahren.

PageRank – mal wieder im Fokus

Inzwischen ist der PageRank so oft totgesagt und dann wieder als Geheimtipp gehandelt worden, dass man nur noch eines sicher weiß: Eine objektive Einschätzung des PageRank ist wohl nicht möglich – das Verhältnis zu ihm ist für viele SEOs ein sehr emotionales: Die Äußerungen reichen von  Liebesgeständnissen  (“Ich liebe den PageRank. Und freue mich dass er lebt.”) bis hin zu Boykott-Aufrufen (“Vergesst endlich den PageRank“).

Aktualisierungen werden genau beobachtet

Aber ein Indiz dafür, dass der PageRank doch noch nicht so nebensächlich ist, sind die Reaktionen auf die Google PageRank-Aktualisierungen. Sie werden auch von hochrangigen Experten diskutiert und eingeordnet. In diesem Jahr gab es nach längerer Pause drei Aktualisierungen, davon zwei kurz hintereinander. Die größte “Sensation” bei der Aktualisierung Ende Juni war, dass die Google-Website “google.com” von der Höchstnote 10 auf 9 gefallen war. (Hat sich jetzt aber wieder erholt.)

Twitter PageRank zeitweise bei 0 – eine Strafe Googles?

Auch der Twitter PageRank ist zeitweise auf 0 gefallen (und steht jetzt wieder auf der alten 9). Hier gab es Spekulationen, dass das eine manuelle Abstrafung sei, weil es vertragliche Uneinigkeiten zwischen Twitter und Google gäbe. Zeitweise war vor kurzem die Google Realtime-Suche, bei denen die Twitter-Ergebnisse eine wichtige Rolle gespielt haben, sogar abgeschaltet. Doch es scheint so, dass die Reibungen zwischen Twitter und Google beim PageRank-Verlust keine Rolle gespielt haben. Vielmehr waren technische Probleme (Twitter hatte unter anderem Schwierigkeiten mit der robots.txt und den HTTP Status codes) die Ursache.

Googles aktuelle Meinung zum PageRank

Google selbst schätzt die Bedeutung des PageRank als nicht sonderlich hoch ein. Google-Expertin Susan Moskwa hat vor kurzem im offiziellen Google-Blog den Webmastern geraten, sich nicht zu sehr auf den PageRank zu konzentrieren, denn dessen Bedeutung sei inzwischen von anderen Faktoren überholt worden:

(…) the Webmaster Central team has been telling webmasters for years that they shouldn’t focus so much on PageRank as a metric for representing the success of one’s website (…)

Ihre Vorschläge, was man statt des PageRanks besser im Auge behalten sollte:

  1. Conversion Rate – sie ist für Susan Moskwa eine Messzahl, die enger mit dem Erfolg der Website verknüpft ist als der PageRank: Denn der PageRank sei schwieriger zu messen und könne darüberhinaus auch hoch oder runter gehen, ohne einen Einfluss auf das Geschäft zu haben.
  2. Die Absprungrate: Was nütze es einen hohen PageRank zu haben, wenn die Besucher die Website sofort wieder verlassen?
  3. Click-through-Rate (CTR): Hier zeigt sich, wie sehr sich die Seite in der Trefferliste von den anderen Ergebnissen abhebt. Hier zeigt sich die gute Arbeit bei der Beschreibung des Content und den HTML-Tags.

Klingt schon überzeugend, aber die Messwerte, die Susan Moskwa nennt, sind vor allem intern von Bedeutung und werden von den Website-Betreibern selbst ermittelt. Der PageRank hat die Aura einer “objektiven Messzahl” – das Ergebnis kommt von Schiedsrichter Google – das wird wohl immer für einen gewissen Einfluss sorgen.

Aktuelle Suchmaschinenzahlen – quer durch die Kontinente

Lateinamerika fest in  Google-Hand

Das sind deutsche Verhältnisse in Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Argentien, Chile und Venezuela: 90% Marktanteil für Google (Quelle: comscore.com). Interessant ist hier der 2. Platz: Weder Yahoo! noch Bing liegen direkt hinter Google, sondern Facebook! Ja, die kommunikativen Lateinamerikaner eben….

Ballmer bricht Lanze für Bing

Die aktuellen Suchmaschinenzahlen aus den USA bringen News, die einen aufhorchen lassen:  Bing hat nach den neuesten Veröffentlichungen von comscore im Juni 2011 die besten Ergebnisse aller Zeiten erzielt – allerdings nicht auf Kosten von Google. Bing ist bei den Aktionären ziemlich unbeliebt, denn die Suchmaschine hat den US-Konzern ziemlich finanziell belastet. Aber CEO Steve Ballmer verteidigte Bing vor kurzem sehr vehement:

Bing is a service that is probably amongst the things I’m most excited about at Microsoft, most excited. When I say that to our shareholders, and they go look at our financial reports, and they notice that we lose a lot of money, they asked me, “Why are you so excited?” Because there’s a lot in Bing that I think represents the future of information technology.

Mal schauen, was die Zukunft bringt. Ballmer setzt auf  sprachliche Verbesserung, um Suchmaschinen direkt zu steuern (“The truth of the matter is, (…) search engines nothing really understands verbs today. We only understand nouns”) und natürlich auf Facebook.

Süd-Korea bleibt auf dem Sonderweg

Wenn Sie ein Land suchen, wo Google die Nase nicht unbestritten vorne hat, sind Sie in Süd-Korea richtig. Den Markt beherrscht die Südkoreanische Suchmaschine “Naver“, ein Portal, das 1999 gegründet wurde. Woran es liegt, dass Google hier nicht wirklich punkten kann? Vielleicht liegt’s an der Sprache, wie bei Yandex – vielleicht aber auch an der südkoreansichen Kultur, die sich mehr auf Vorschläge von anderen verlässt als auf trockene Algorhitmen. kamsamnida.

Hier geht’s zum Überblick über die aktuellen Suchmaschinenzahlen im 2. Quartal 2011.