Silberstreif für Bing – Internationale Suchmaschinentrends

Von Konkurrenz kann man sicher nicht sprechen, aber Bing hat sich in vielen europäischen Ländern jetzt sicher auf Rang 2 etabliert.  Ein schneller Blick auf  die europäischen Nachbarn zeigt, dass ihr Suchverhalten sich kaum von der deutschen Vorliebe für Google unterscheidet: Im Gegenteil – gerade in Frankreich oder Spanien (95, 5 %) ist die “Googleisierung” noch weiter fortgeschritten als in Deutschland.

Da ist der Frust bei der Konkurrenz groß. Kein Wunder, dass jetzt unter anderem auch Microsoft bei der EU-Kommission Kartellbeschwerde gegen Google eingelegt hat.

Wer sich für den europäischen SEO-Vergleich interessiert, findet bei Sistrix interessante Informationen – die aktuellen Zahlen für das erste Quartal von 2011 über den internationalen Suchmaschinen-Markt  finden Sie auf unserer Suchmaschinenseite.

SEO und Conversion Rate Optimierung

Auf den ersten Blick scheinen sie wie die beiden Seiten einer Medaille:  Suchmaschinenoptimierung und Conversion Rate Optimierung (CRO) sollten sich ergänzen. Doch in der Praxis scheinen sich beide Disziplinen nicht sonderlich zu vertragen, so überschreibt Kate Morris ihren Artikel über SEO und CRO mit “Bürgerkrieg“.

Wie man die Maßnahmen von SEO und CRO so aufeinander abstimmt, dass sie sich ergänzen und verstärken wurde im seomoz.org-Blog vor kurzem eindrücklich erläutert. Doch bevor ich auf die Feinheiten näher eingehe, hier erstmal die grundsätzlichen Unterschiede:

Konfliktpotential

  • Grundsätzliche Frage -  Was ist wichtiger: möglichst viele Besuche oder möglichst gewinnbringende Besuche?
  • Änderungen zur Steigerung der Conversion Rate können sich negativ auf die Suchmaschinenoptimierung auswirken.
  • manche technischen Anforderungen des CRO stehen SEO entgegen: So haben Flash-Seiten in der Regel eine höhere Conversion
  • Rangstreitigkeiten: Wo wird im Unternehmen mehr Potential gesehen? Wo soll das Budget hinfließen?

Keyword-Analyse mit Struktur (3): Die inhaltliche Kategorisierung

In letzter Instanz ist die inhaltliche Kategorisierung von Keywords ein sinnvoller Schritt, um in Analyse und Optimierungsprozess den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Denn neben den bereits genannten Aspekten kann die inhaltliche Kategorisierung ein absoluter Fortschritt für die Analyse sein – und dies in qualitativer und zeitlicher Hinsicht. Diese inhaltliche Kategorisierung lässt sich insbesondere bei Produkten anwenden, ein Verfahren, das Richard Baxter bei seomoz.org näher erklärt:

„Welche verschiedenen Eigenschaften kann die Suche nach etwas beinhalten?“
•    Marke: Beispiel: „Audi“
•    Ort: Beispiel: „Hamburg“
•    Attribut: Beispiel: „schwarz, gebraucht“
•    Aktualität: Beispiel: „Hochzeit“ (bei diesem Beispiel jedoch hinfällig)
•    Aktion: „kaufen“
Ordnet man die zu optimierenden Inhalte in solche Kategorien ein, hat dies einen ganz entscheidenden Vorteil: Man umgeht die unendliche Suche nach Assoziationen. „Habe ich jetzt an alles gedacht? Fällt mir noch mehr zu dem Thema ein?“

Diese Fragen kann man sich dank inhaltlicher Kategorisierung sparen – und Kategorie für Kategorie abarbeiten. Von schwarz bis weiß, von alt bis neu, von extravagant bis billig, von Nord bis Süd. Immer die Frage im Blick: „Was sind die Kerneigenschaften der zu optimierenden Seite?“. Dank der inhaltlichen Kategorisierung deckt man also das Spektrum von möglichen Keywords so breit wie möglich ab und erleichtert zugleich die Suche nach den besten Phrasen-Keywords.

Keyword-Analyse mit Struktur (2): Die grobe oder die konkrete Suche

Versuche ich bei der Optimierung mit einem gängigen Keyword die Masse zu schlagen oder suche ich mir ein weniger gängiges, aber spezifischeres Keyword? Das ist die Gretchenfrage bei der Keyword-Auswahl: Shorttail oder Longtail?
•    Shorttail: Beispiel: „Schuhe“
•    Midtail: Beispiel: „Frauen Schuhe“
•    Longtail: „Nike Free Run Frauen Laufschuhe“

„Longtail“ ist hier aber – wie oft fälschlicherweise getan – nicht immer gleichzusetzen mit der Länge der Keyword-Kombination. Es geht vielmehr um die Häufigkeit der Suchanfragen und die Präzision des Keywords. Dass diese aber oft auch mit längeren Phrasen einhergeht, ist logisch. Ein Longtail Keyword kann aber auch schlicht und einfach „Rastersondenmikroskop“ sein – bestehend aus nur einem Wort, jedoch seltener gesucht, dafür auch mit weniger Konkurrenz.

Das Für und Wider bei einer Optimierung auf Longtail- oder Shorttail-Keywords  muss man abwiegen und sich immer wieder die Frage stellen: Wer sind meine größten Konkurrenten und kann ich mit einem massentauglichen Keyword tatsächlich an ihnen vorbei? Oder bringt es mir mehr, diejenigen abzuholen, die schon konkreter suchen?

Ein Anhaltspunkt für die Antwort auf die Fragen kann die Auswertung der bisherigen Suchanfragen sein, wie sie Longtail-Fan Avinash Kaushik vorschlägt: Untersuchen Sie mit welchen Wörtern und Wortkombinationen Sie sehr häufig gefunden werden (die 10 erfolgreichsten Keywords bilden ihren “Head“) und mit welchen eher seltener (das sind die Longtail-Keywords und -keyphrasen).  Kaushik sagt voraus, dass im Head vor allem Keywords zu finden sind, die sich direkt auf Sie und Ihren (Marken)-Namen oder Ihre Produkte beziehen. Im Longtail werden eher Keywords vertreten sein, die sich aus den branchenüblichen Begriffen zusammen setzen.

Ein aktueller Pluspunkt für die Longtail-Optimierung ist die Entwicklung der Suchanfragen durch Google Instant: Die Vorschläge für die Suchanfragen führen wohl dazu, dass die durchschnittliche Länge der Suchanfrage von 2-3 Keywords auf 7-8 Keywords anwachsen wird! Damit erscheint es noch erfolgversprechender auf präzise Schlüsselwörter und -kombinationen zu setzen!

Teil1 : Keyword-Analyse mit Struktur (1): Die Suchmotivation

Panda-Update: Google auf der Jagd nach schlechtem Content

Alarm für Content Farmen: Mit dem aktuellen Update “Panda” bläst Google zur Jagd auf Websites mit schlechter Content-Qualität. Rund 12 % der Suchanfragen werden von dem aktuellen Update betroffen sein – also keine Randerscheinung. Abgestraft werden nicht nur reine Spam-Websites – für die Verbannung in hintere Reihen reicht es schon aus, wenn ein Teil des Contents den Google-Qualitätskriterien nicht entspricht.

Was heißt denn nach Google Content Qualität? Hier liefert Google nur eine Negativliste:

  • seichter Content (zu wenig Informationstiefe oder zu wenig Infos allgemein)
  • schlecht geschriebener Content
  • von anderen Websites kopierter Content
  • Content, der nicht nützlich ist

Google belohnt also selbst geschriebenen, nützlichen Content mit ausreichend Informationen in guter Sprachqualität.

Nur, wie will Google das messen? In einem Interview mit dem wired-magazin reißen die Google-Qualitätswächter Amit Singhal und Matt Cutts die Vorgehensweise kurz an: Zunächst wurden Tester beauftragt, Seiten als glaubwürdig oder nicht einzustufen, daraus wurde dann ein Fragenkatalog entwickelt, der die Basis eines Algorithmus bildet. Nur, welche Signale kann der Algorithmus aufnehmen? Hierzu hat Gretus von seounited.de ein paar Anhaltspunkte zusammengetragen:

  • Länge eines Textes: Zu kurz deutet auf wenig Infos hin.
  • Strukturierung eines Textes: Ganz typisch für schnell zusammengeschriebene Texte: einfach nur Fließtext ohne Strukturierung (Fettung, Überschriften, Bulletpoints).
  • Thema des Textes zu spezifisch: Spam setzt auf Longtail-Keywords, deswegen sind sie häufig auf Keyword-Phrasen optimiert.
  • Verwendung/Nichtverwendung von Keywords: Auf der einen Seite sind stupide Keywordwiederholungen ein gutes Indiz für Spam. Auf der anderen Seite zeugt das Fehlen wichtiger Begriffe aus dem Themenbereich davon, dass hier schnell ein Text ohne tieferes Verständnis für das Thema zusammengeschrieben wurde.

Das sind nur die reinen Text-Faktoren, dazu werden sicher noch andere On-und Off-Page-Faktoren hinzukommen, wie Rand Fishkin vermutet:

  • Userdaten, wie z.B. die Verweildauer auf der Seite, die Click-through-rate.
  • Analyse des Content mit Lesbarkeitsindex, Analyse der Einzigartigkeit des Content und vielleicht der attraktiven optischen Präsentation.

Die Untersuchungen der Auswirkungen, des bisher nur auf Google.com umgesetzten updates, von Rand Fishkin und Johannes Beus, zeigen noch keine einheitliche Tendenz.

Etwas vage bleibt das Panda-Update irgendwie schon. Ist es Google tatsächlich gelungen, Content-Qualität (außerhalb der Bewertung der Verlinkung)  besser messbar zu machen? Oder ist es nur “heiße Luft” wie es Martin Mißfeldt formuliert, der vermutet, dass es sich hierbei nur um eine Verschärfung bei der Ermittlung von “Duplicate Content” handelt?

Guttenberg-Plagiate: Wie sieht’s aus mit doppeltem Content?

Die Berichterstattung über die aus unterschiedlichen Versatzstücken zusammenkopierte Dissertation (wie man sie im Guttenplag-Wiki nachlesen kann)   von Verteidigungsminister Guttenberg hat ja schon die unterschiedlichsten Facetten beleuchtet.  Aber die SEO-Sicht fehlt bisher noch – dabei ist die ganz unterhaltsam. Woran denkt der Suchmaschinenoptimierer, wenn er Copy-and-Paste hört? Genau, an duplicate Content.

Wie in der seriösen Wissenschaft straft Google nämlich das einfache Kopieren von Inhalten ab. Um den Plagiatoren auf die Schliche zu kommen, haben die Fachleute von Google ein Verfahren entwickelt, das bereits 2003 patentiert wurde.

In dem Verfahren werden Wortgruppen in einem Sliding Window verglichen. Die Länge der geprüften Wortgruppen liegt wahrscheinlich zwischen Satz- und Absatzlänge.

Ganz ähnlich wie Google arbeiten die unterschiedlichen Plagiatssoftwares, die teilweise an den Universitäten zur Aufdeckung unredlicher Zitierweisen eingesetzt werden. Um von der Software nicht überführt zu werden, muss man innerhalb der Wortgruppen variieren – also am besten in jedem Satz ein paar Wörter umstellen.

Gelb markiert sind die Abweichungen vom Original im Vergleich zur Guttenberg-Diss. Dieses Beispiel würde Google als duplicate content werten.(Quelle: spiegel.de)

Fazit: Wäre Guttenbergs Arbeit digital veröffentlich worden, würden  ihm wegen zu langer kopierter Textpassagen unter Umständen sogar noch die Google-Gelbe-Karte für doppelten Content drohen. Ob ihn das schrecken würde?

Keyword-Analyse mit Struktur (1): Die Suchmotivation

Bei der Keyword-Analyse und der Entwicklung von passenden Keywords kann man sehr leicht die Übersicht verlieren. Nicht selten endet man nach dem Brainstorming oder der Wettbewerber-Analyse bei einer langen, unübersichtlichen Liste von Schlüsselwörtern – das kann von erheblichem strategischen Nachteil sein, wie Richard Baxter bei seomoz.org anmerkt:

To make keyword research more actionable, you need to be able to categorise, group and filter keywords. Deep insight into category based search behaviour can make your research considerably more effective.

Keywords sollten also geordnet werden, doch nach welchen Kategorien? Hier hat Eric Kubitz einige interessante Überlegungen angestellt und dabei auf eine ältere Studie über das Suchverhalten zurückgegriffen. In dieser Studie wurde gezeigt, dass die User sich je nach Suchintention unterschiedlich verhalten. Dabei wurden drei Suchmotiv-Kateogrien geschaffen:

  1. navigational: Der User sucht eine ganz bestimmte Website. Typisch für die Navigationssuche ist die Eingabe von Eigennamen und von wenigen Keywords. Die User klicken meist nur das oberste Ergebnis an.
  2. informational: Die klassiche Informationssuche zu einem bestimmten Thema. Hier werden eher mehrere Wörter in die Suchmaske eingegeben und mehrere Treffer der Liste angeklickt.
  3. transactional: Die Suche mit Handlungs- bzw. Kaufabsicht. Hier wurde der Schwerpunkt auf Themen aus der Unterhaltung beobachtet (Musik,Filme usw.), die Keywords wurden häufig mit aktiven Verben (kaufen, downloaden usw.) kombiniert.

Die Einteilung nach Suchintention kann bei der Keyword-Analyse sehr hilfreich sein, denn wer sich bewusst macht, in welche unterschiedliche Kategorien seine Keywords fallen (und so auch die Suchabsicht des Users für sich nutzt), der schafft es bei Google dank einer adäquaten Analyse schon eher ganz nach oben. Anders ausgedrückt: Mit einem Keyword, das „kaufen“ enthält, wird man als Informationsanbieter wie zum Beispiel ein Online-Magazin an großen Shops kaum vorbeikommen.

Dimension 1 der Keyword-Kategorien: Die Suchmotivation
„Welche Absicht verfolgt der Nutzer bei der Suche?“
•    Transaktion: Beispiel: „Apple Iphone kaufen“
•    Information: Beispiel: „Apple Iphone Empfang“
•    Navigation: Beispiel: „Apple Iphone“

(Fortsetzung folgt)

Mobile Suche: Abweichungen beim Ranking

Unterschiede zwischen mobiler Suche von internetfähigen Handys aus oder vom Desktop wurden bisher immer nur auf Suchanfragen-Seite registriert: Das Suchverhalten unterscheidet sich deutlich, je nach Situation in der sich der User befindet. Doch, dass sich auch die Ergebnislisten mobiler Suchanfragen unabhängig vom Suchwort unterschiedlich aussehen könnten, wurde kaum wahrgenommen oder als zu vernachlässigen eingestuft, etwa von Rand Fishkin:

But search – the process, the intent, the results –  just isn’t that different on mobile devices vs. laptops and desktops.

Tatsächlich sind Abweichungen – wie eine Auswertung der Webmaster Tool Daten von  Bryson Meunier -  keine Ausnahme:

  • Bei einer sehr großen Mehrheit (86,6 %) der  Abfragen gab es Abweichungen.
  • Allerdings ist die Varianz bei den meisten Abfragen nicht sehr groß: Bei beinahe zwei Drittel der Suchanfragen unterscheiden sich die Ergebnisliste nur in einer Position, ein Viertel weicht zwischen 2 und 10 Positionen ab.
  • Bei einem sehr kleinen Teil der Abfragen gab es eine Varianz von mehr als 10 Plätzen.

Deutlichste Abweichung: Lokale Ergebnisse rutschen bei der mobilen Anfrage eher nach oben. Das ist jetzt keine Überraschung:  Microsoft hat Ende letzten Jahres verlauten lassen, dass 53% der Suchanfragen bei Bing, die von einem Handy aus gestartet wurden,  eine lokale Komponente hatten.

Wie rankt Yandex? Internationale Suchmaschinentrends

Die russische Suchmaschine Yandex ist in Russland die populärste Suchmaschine . Mit deutlich über 60% weit vor Google, lässt sie den Suchmaschinengiganten weit zurück und ist damit das einzige europäische Land (zur Situation von Seznam in Tschechien), dessen Suchmaschinenmarkt nicht von Google dominiert. Gerade eben verkündete Yandex ein Umsatzplus von 43%  für das Jahr 2010.

Doch liegt die Überlegenheit von Yandex wirklich nur in der komplexen russischen Sprache? In dem Blog “Russian Search Tipps“  werden Funktionsweisen und Besonderheiten erklärt:

  • Yandex hat seinen eigenen Such-Algorithmus (seit September 2010 “Obninsk“), dieser basiert auf über 1000 Ranking-Faktoren. Die wichtigesten Faktoren sind Alter, unique Content und qualitative Backlinks.
  • Ein zusätzlicher Faktor ist das Geo-Targeting. Yandex unterscheidet Suchwörter in Ortsabhängige oder unabhängige. Sucht man beispielsweise nach „Friseur“ (ein anhängiges Suchwort) ein, werden die Suchergebnisse automatisch an die Region des Suchenden (ermittelt durch die IP) angepasst. Die Adressdaten entnimmt Yandex der Website. Dies erfordert gesonderte SEO-Maßnamen, damit die Website z.B. nicht der falsche Region zugeordnet wird.
  • Anzeigen kann man bei Yandex auch aufgeben, dafür gibt es den Dienst Yandex Direct . Hier kann man genau wie mit dem Google Adword Tool das Suchvolumen unterschiedlicher Schlüsselwörter checken.

Wie es sonst aussieht: Aktuelle Zahlen zum internationalen Suchmaschinenmarkt.

Tweets beeinflussen das Ranking

Das ist das eindeutige Ergebnis eines schnellen Experiments, die Danny Dover im Dezember 2010 angestoßen hat – und das ich bereits kurz bei der Frage, nach dem Einfluss von Social Media auf das Ranking, erwähnt habe.

Er rief dazu auf eine von zwei auf dasselbe Keyword optimierte Seite häufig zu tweeten. Die Unterstützung der Twitter-Nutzer war sehr groß und tatsächlich schaffte es die per Twitter gepushte Seite mit dem Keywords “ending hunger sierra leone” dann auch schnell auf Platz 1.

Auch wenn hier der Faktor “duplicate Content” mit berücksichtigt werden muss und eine Analyse noch aussteht: Aktivität in den Social Media wirkt sich auf die Platzierung aus – und sollte daher bei der Suchmaschinenoptimierung eine Rolle spielen!