Caffeine – neues Google Suchindex-System ist fertig

Caffeine – das neue Google Indexierungssystem hat die Eigenschaften von starkem Kaffee:  Wach bleiben! Die (längeren) Ruhephasen bei der Aktualiserung des Google Search Indexes sind abgeschafft.

Bisher war der Google Index in Bereiche eingeteilt, die in unterschiedlichen Zyklen aktualisiert wurden. Mit dem neuen System kann Google das Web in kleineren Einheiten wesentlich schneller aktualisieren – das bedeutet, dass neue Ergebnisse schneller auf die Ergebnislisten kommen als bisher:

That means you can find fresher information than ever before—no matter when or where it was published. (…) Caffeine provides 50 percent fresher results for web searches than our last index, and it’s the largest collection of web content we’ve offered. (…)

Anders, schneller, größer und besser – ich bin gespannt, was man vom neuen System auf Such- und SEO-Seite bemerken wird.

Wie wichtig ist Content für SEO?

Nachdem bei dem Artikel “Html 5 und SEO – Schwerpunkt auf Inhalte” in den Kommentaren eine grundsätzliche Diskussion über die Bedeutung von gutem Content für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung los ging, eröffne ich jetzt eine neue Runde und fasse die wichtigsten Ansichten und Argumente der führenden US-SEOs zusammen (seomoz.org hatte die Debatte gestartet – ich habe sie mit einigen Stellungnahmen ergänzt).

DAGEGEN:

  • Rand Fishkin bezweifelt, dass es einen größeren Zusammenhang zwischen Qualitäts-Content und gutem Ranking gibt, als etwa zwischen PageRank und gutem Ranking.
  • Content rankt nicht aufgrund seiner Qualität. Wenn z. B. die Website-Architektur so grausam ist, dass es die Google Spider abschreckt, wird Content – so gut er ist – nie auf den ersten Plätzen auftauchen. Ich glaube nicht an den abgedroschenen Satz “Baut’s auf und sie werden kommen”. Allerdings sollten meine Kommentare niemanden davon abhalten, guten Content  zu schaffen! (Stephan Spencer).
  • Google kann Qualität von Popularität nicht unterscheiden (und wird es nicht können) deswegen kann Qualität bei der Auswahl und Sortierung der Treffer nie eine Rolle spielen (Rand Fishkin).
  • Rand Fishkin ist der Meinung, dass das Ranking zu 70% von der guten Verlinkung abhängt und ob ein Artikel gut verlinkt wird oder nicht, hängt nach seiner Erfahrung leider nicht von der Popularität und Qualität des Inhalts ab, sondern von der Geschicklichkeit der Marketing-Strategie.
  • “Wer will schon die Frage beantworten, was guter Content ist?”, wirft ein Kommentator (Philip-SEO) in den Raum. Seiner Meinung nach geht es nicht um Qualität von Inhalten, sondern darum, benötigten Content zu erstellen. Es gilt vor allem herauszufinden, welche Informationen benötigt werden.
  • The Link is King. Long Live the Link.” merkt ein Kommentator (russvirante) an. Da Qualität nicht per Algorithmus gemessen werden kann, bleibt nur die Linkpopularität als Merkmal.

DAFÜR:

  • Eric Enge argumentiert, dass guter Content nicht auf direktem Weg das Ranking beinflußt. Wenn man aber das ganze Drumherum betrachtet, wie Linkaufbau und Social Media Strategie, dann ist toller Content ein MUSS. Allerdings kann Content so gut sein, wie er will – ohne eine gute Marketing-Strategie, die ihn wirksam in Szene setzt, wird er kaum punkten. Der Erfolg der Marketing-Strategie hängt allerdings sehr von der Qualität des Content ab.
  • Chris Baggot weist darauf hin, dass es keine absolute Antwort geben kann, weil es immer auch auf das Keyword ankommt. Je weniger eng der Wettbewerb um ein Keyword, desto entscheidender ist die Relevanz des Content.
  • Das Problem sollte von einer höheren Warte aus bewertet werden. Das Ziel von Google ist es, seinen Endkunden den passenden Content vorzuhalten. Wir SEOs verbringen zu viel Zeit mit dem Sinnieren über Updates, algorhitmische Schleifen usw. anstatt die Energien einzusetzen, um sich auf die Bedürfnisse des Kunden zu konzentrieren und einzigartigen, relevanten Content zu schaffen. (Thad Kahlow)
  • Google (und andere Suchmaschinen) wollen qualitativ hochwertigen Content. Und über die Zeit hinweg, werden sie ihn bekommen. Den Wettbewerb um die Relevanz zu gewinnen, hilft jetzt Traffic aufzubauen und Ihr Unternehmen vor den Risiken zu schützen, die die Ausrichtung auf den aktuellen Google-Algorithmus automatisch mit sich bringt. Jede Änderung im Google-Algorithmus wird diejenigen bevorteilen, die sich jetzt schon auf Content-Qualität konzentrieren. (Eric Enge)
  • Gute Inhalte zu liefern, bleibt der beste Weg, organisches Linkbuilding zu betreiben. Auf sorfältig recherchierte Artikel verlinken User “fast automatisch”. (Wen wundert’s Matt Cutts – via seo.at)

Meine Position kennen Sie vielleicht schon: Für mich ist relevanter, auf die Zielgruppe abgestimmter und nach redaktionellen Qualitätskriterien aufbereiteter Content (Stichwort: SEO-Texte)  die conditio sine qua non für langfristig erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung.

Und, haben Sie noch Ideen, Meinungen oder interessante Aspekte für diese Diskussion?

SEO für Videos

Google Universal Search hat die Videos aus der Suchmaschinen-Ecke geholt – als Teil der Suchergebnisliste haben sie als Treffer an Präsenz gewonnen. Der Aufwand für die Produktion eines Videos hat sich neuester Zeit auch verringert und  viele Inhalte können schneller und direkter als Video vermittelt werden – und Video ist einer der wichtigsten verteilten Inhalte in den Social Media. Videos sind auf dem Vormarsch – und brauche Suchmaschinenoptimierung.

Und wie kann man diese Art von Content für Suchmaschinen gut auffindbar machen?

Natürlich entscheidet wieder die richtige Wahl und Einsatz der Keywords – doch bei der Suchmaschinenoptimierung für Videos müssen ein paar mehr Faktoren berücksichtigt werden. Einen guten Überblick bietet das Video :-) zum Thema von seomoz.org.

1) Wo möchte ich mein Video hosten?

Das ist die Gretchenfrage bei Video-Content: Sollen die Videos auf der eigenen Website eingebunden oder auf einer Plattform hochgeladen werden? Die Tabelle (nach Creating an Online Video Strategy) zeigt, wann welche Strategie in Frage kommt:

2) Wie mache ich mein Video für Google sichtbar?

Suchmaschinen-Bots sind blind für Bilder und Videos, nur Text können sie lesen. Deswegen müssen Sie Google die Informationen über das Video und seinen Inhalt als Text zur Verfügung stellen. Entscheidend ist der Titel des Videos – aus ihm soll Thema und Keywords gut hervorgehen.

Aus Thumbnail, Länge und Description – ganz gleich ob auf der eigenen Website gehostet oder auf Youtube – stellt Google die Trefferbeschreibung zusammen.

Auf der eigenen Website sollten Sie:

  • eine eigene Video-Sitemap für Google vorhalten – mit den URLs für die Seiten, wo sich die Videos befinden, den Titeln der Videos, Keywords, Thumbnails, Länge und anderen Informationen.
  • videospezifische Metatags (XMP, RIFF INFO tags usw) pflegen.
  • dem Crawler Hilfestellung über den Inhalt geben, in dem Sie rund um das Video einen Text zu dem Thema stellen. Eine aufwändigere Alternative ist eine Transkription des Videos (Rand Fishkin von seomoz.org empfiehlt hier Transkriptionsdienste – wobei die automatisch erstellten Texte noch einmal redaktionell überarbeitet werden sollten. )

bei einer Plattform wie z.B. youtube sollten Sie:

  • eine gründliche Keywordanalyse bei der Plattform machen. Bei der internen Suche von Youtube herrschen andere Regeln als bei Google. Probieren Sie aus, unter welchen Keywords sie mehr Konkurrenz haben und berücksichtigen Sie vor allem die Suchwort-bzw. Suchphrasenergänzung.
  • Description: Hier gelten die Regeln für gute SEO-Texte. Ob Sie hier einen Link zur Website einbauen sollen oder nicht – müssen Sie im Einzelfall entscheiden und vielleicht erst beide Möglichkeiten testen. Aufgrund dieses kurzen Textes (1000 Zeichen) entscheiden die User, ob sie das Video anklicken oder nicht.
  • Tags: Hier können Sie noch einige Keywords zusätzlich hinzufügen. Empfohlen werden so 5-10. Wenn es mehr sind, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht auf eine Phrase optimieren.
  • Sorgen Sie für Links auf das Video: Sie können z.B. von Ihrer Website oder Ihrem Blog verlinken. Social Media sind hier besonders erfolgreich!

Userverhalten spielt bei Yotube natürlich eine große Rolle: Wie ist die Bewertung? Wie häufig wurde es angeschaut? Wie oft wurde es in Websites eingebunden? Je beliebter das Video auf Youtube ist, desto höher bei der Youtube-Suche gerankt – das hat unter Umständen auch Einfluss auf die Einblendung bei der Google Universal Search.

HTML5 und SEO – Schwerpunkt auf Inhalte?

Noch ist HTML5 in einer heißen Entwicklungsphase, die Empfehlung von Seiten des World Wide Web Consortiums wird Ende diesen Jahres erwartet – einige sehen allerdings Verzögerungen voraus. Während Kritiker vor allem darauf hinweisen, dass noch einige Jahre ins Land gehen werden, bevor sich der neue Standard tatsächlich durchsetzt, weisen andere darauf hin, dass der Prozeß durch den Einsatz von Google für HTML5 sich sicher beschleunigt.

Und tatsächlich auf der bis heute stattfindenden  Google-Entwicklerkonferenz macht Google eindrücklich deutlich, dass man dort voll auf HTML5 setzt: Das WebM-Projekt hat Google initiiert um in Zusammenarbeit mit einflussreichen anderen Unternehmen (u.a. firefox und adobe) ein Video-Standard zu entwickeln. Im Video-Bereich scheint sich HTML5 jetzt also eindeutig durchzusetzen.

Für Suchmaschinenoptimierer wird HTML5 sicher Schwerpunkte verschieben, interessant ist die Einführung neuer Strukturelemente, die auch inhaltliche Bezüge darstellen können. Hier ein paar Beispiele:

  • section: Eine Sektion ist ein Berich mit zusammenhängendem Inhalt – meist mit einem Kopf- und Fußbereich.
  • article: bezeichnet eine in sich abgeschlossenen Inhaltseinheit, wie z.B. Nachrichtenartikel, Blog- oder Foreneinträge .
  • aside: bezeichnet einen Bereich der Seite, der thematisch mit dem Inhalt zusammenhängt. Das können Verweise wie z.B. “ähnliche Artikel” sein.
  • figure: kennzeichnet sichtbare Zusatzinformationen, wie etwa Bildunterschriften.
  • footer: Im Fußbereich gibt es vor allem Informationen über den Inhalt eines Bereichs. Autor, Veröffentlichungsdatum, Infos zum Copyright uvm.
  • header: Im Header sind einleitende Inhalte, wie z.B. Überschriften oder Versionsdaten zu finden.
  • nav:  zeigt einen Bereich an, wo mehrere inhaltlich zusammenhängende Links zu finden sind.

Damit kann eine Suchmaschine auf Grundlage des Quelltextes auch auf inhaltlicher Ebene die Bereiche der Website unterscheiden. Was sicher dazu führt, dass Google für die einzelnen Bereiche der Website neue Bewertungen für die Relevanz entwickelt. So kann ich mir z.B. vorstellen, dass ein Keyword, das in einem Bereich, die als “nav” ausgewiesen sind, bei der Gewichtung weniger Einfluss hat, als z.B. als Link in einem inhaltlich sehr wichtigen Bereich wie z. B. “Artikel“.  Ich stimmer hier mit Eric Kubitz von SEO-Book.de zu:

Gute Inhalte werden – auf lange Sicht – eine noch stärkere Rolle spielen.

Und ergänze noch, dass das Verfassen von SEO-Texten noch eine neue Dimension dazu bekommt: Die optimale Aufteilung der Keywords, Inhalte und Informationen auf die einzelnen HTML5-Elemente.

Neues Design für Google Trefferseite

Veränderungen im Klickverhalten auf den Google-Trefferseiten habe ich ja schon wegen der Einführung der Universal Search prophezeit. Jetzt wird’s noch interessanter: Google hat ein neues Design – das sich sicher deutlich auf das Userverhalten auswirken wird.

Es ist nicht nur das Logo neu: Entscheidend ist wohl die Neugestaltung der Auswahl der Suchoptionen. Bisher waren sie in der obereren Leiste versteckt – und wurden wohl übersehen. Das kann man an den Eye-Tracking Studien ganz gut erkennen.

Neues Google Interface - Die Auswahl der Optionsleiste ist nach links grückt

So ganz trauen die Google-Designer ihrer neuen Auswahlliste wohl nicht. Oben ist das alte Auswahlmenü noch zu sehen.

Die Anordnung des Suchoptionen-Panels auf der linken Seite gab es vorher schon, neu sind die Symbole und die Sichtbarkeit der Untermenü-Punkte. Während man bisher dieses Menü immer aufklappen musste, macht Google jetzt Vorschläge für die Einblendung passender Optionen.

Google Optionen für das Suchwort Puma Turnschuhe

Bei der Eingabe von “Puma Turnschuhe” schlägt Google die Eingrenzung der Suchergebnisse auf den Bereich Shopping vor – sonst sind “News” und “Bilder” aufgeklappt. Hier sieht Markus von den Internetkapitänen jetzt einen Vorteil für Online-Shops:

Die Chance, dass ein Google-Nutzer also die Produktsuche betritt, ist so insgesamt deutlich höher. Der Link zur Produktsuche war vorher recht brav oben versteckt.  Mit der neuen Einbindung liegt der Link aber endlich mehr im Fokus der Nutzer – und damit dürften auch mehr Nutzer draufklicken.

Für das Verhalten mit der neuen Google Seite gibt es auch schon eine Untersuchung: Explido hat das Blickverhalten hier schon mal analysiert (allerdings mit einem besonderen “neurowissenschaftlichen-Vorhersage-Tool” – keine echte  Eyetracking-Studie).  Die Ergebnisse:

  • Aufmerksamkeitsverteilung hat sich nicht großartig verändert. Nur die unteren Treffer scheinen etwas zu profitieren.
  • Die neuen Elemente werden nicht als Störer empfunden.
  • Der Fokus bleibt auf der Suchbox und die ersten Treffer.

Das Fazit von Explido:

Alle Bereiche haben an Aufmerksamkeit gewonnen.  (Ausnahme ist der Suche-Button)

So ganz überzeugt mich das jetzt nicht (wobei bei der Untersuchung vor allem die Beachtung der Anzeigen im Mittelpunkt stand – vielleicht beziehen sich die Schlussfolgerung in erster Linie darauf). Und neue Studien werden hier sicher folgen müssen. Ich bin aber sicher, dass die Suchoptionen ein Revival feiern werden (wobei Google ja eigentlich damals die Suchoptionen im Prinzip abgeschafft hat). Mal schauen, wie sich das neue Design auf das Such-und Klickverhalten und damit auch auf die Suchmaschinenoptimierung auswirkt…

Ein Top-Argument für SEO

Bei den Sammlungen und den Recherchen zum Userverhalten auf den SERP mit Universal Search bin ich über eine erstaunliches Studienergebnis gestolpert, aus dem man ein Top-Argument für Suchmaschinenotpimierung ableiten kann.

IProspect hat das Verständnis von Usern zur Generierung der SERP beleuchtet:

Please state how much you agree/disagree with the following statement: ‘Seeing a company listed among the top results on a search engine makes me think that the company is a leader within its field.’

39% der User stimmten zu, dass die Unternehmen, die bei Google ganz oben erscheinen, die Branchenführer sind! 42% waren sich nicht ganz sicher und  nur 19% wissen, dass zwischen Markterfolg und Google-Top-Platzierung nicht unbedingt ein direkter Zusammenhang besteht.

Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung erhöht also nicht nur den Traffic auf der Website – sondern auch die Reputation der Unternehmen.

Neue Version des Google Keyword Tools

Zugegeben ist noch die Beta-Version – doch das Google Keyword Tool von Google Adwords bietet  neue Features. Auf den ersten Blick sehen die beiden Versionen noch ziemlich ähnlich aus:

Die neuen Features:

  • Man kann sehen in welche Kategorien das Keyword eingeordnet wird. 
  • Im Vorfeld kann man die Suche mit einigen Filterfunktionen präzisieren:
  • Die lokalen Suchtrends sind jetzt in der Startseite bereits eingeblendet:

Noch ist nicht ganz klar, ob und wann Google die alte Version abschaltet  – noch wird darüber nur gemutmaßt.

Was halten Sie von der neuen Version?

Die Trefferliste mit Universal Search – Welche Plätze werden geklickt?

Im ersten Teil “Trefferliste – welche Plätze werden geklickt” habe ich ja die Studien zusammengetragen, die das User-Verhalten auf den Trefferseiten von Google (und anderen Suchmaschinen) vor der Erweiterung der Trefferanzeige mit Bildern, Videos, News oder ähnlichem beleuchtet haben. Jetzt interessiert mich, wie sich das Klickverhalten und Aufmerksamkeitsverteilung interessiert, wenn die Trefferlisten aus unterschiedlichen Content-Typen (“blended serch” oder bei Google “Universal search” ) besteht. Viele Untersuchungen gibt es nicht – aber einiges kommt dann doch zusammen:

OTO Insights “Implications of user engagement with search engine Result pages” (Mai 2009)

Bei dieser Untersuchung wurde das Eye-Tracking mit biophysikalischen Daten und einem Fragebogen zur Einschätzung von Emotionen kombiniert, um die Voraussetzungen für erfolgreiches SEM besser fassen zu können. Eine wichtige Fragestellung dabei war, wie sich die Neuerungen der SERP durch die Universal Search auf Aufmerksamkeit und Klickverhalten auswirken. Mit nur 17 Teilnehmern hat diese Studie die übliche Schwäche – allerdings wurden die Teilnehmer repräsentativ ausgewählt.

Dabei zeigte sich, dass bei Trefferlisten mit eingeblendeten Videos und Bildern, die User sich vor allem den oberen Bereich der Seite anschauen. Nur sehr vereinzelt gehen Blicke nach unten. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Videos und Bilder viel stärker emotional wirken als Textausschnitte – und so die User davon abhalten, sich weiter umzusehen.

Bilder bilden für die Aufmerksamkeit eine Art Barriere nach unten .

Bilder bilden für die Aufmerksamkeit eine Art Barriere nach unten.

Enquiro Eye Tracking on Universal and Personalized Search (2007)

Die Studienleiter von Enquiro haben ja das Goldene Google Dreieck erfunden – und Gord Hotchkiss wollte wissen, ob es mit Universal Search weiterhin besteht oder ob eingeblendete Bilder hier das Scannen der Seite verändern.

Das Ergebnis: Bilder in den SERPs haben sehr großen Ausschlag auf den Verlauf des Blickes. Ausgangspunkt ist nicht mehr die linke obere Ecke, sondern das Bild, das sehr schnell anvisiert wird. Von hier aus wird die Seite in einer E-ähnlichen Form erkundet.

Vom Bild aus, wird die Seite in E-Form gescannt.

Vom Bild aus, wird die Seite in E-Form gescannt.

Das Bild bildet dabei eine Art Aufmerksamkeits-Zaun, der den Weg nach unten abschirmt und so dem oberen Teil der Seite mehr Bedeutung gibt.  Doch Hotchkiss bleibt bei der Interpretation der Ergebnisse eher zurückhaltend und  bemerkt, dass die Trefferliste jetzt eher eine dynamische Umgebung für den User wird. Weder das Goldene Dreieck noch das E werden sich durchsetzten, vielmehr wird sicher der User verhalten, wie beim Beefenpflücken – je nach Aufbau der Trefferseite.

iProspect Blended Search Results Study (April 2008)

Zusammen mit Jupiter Research hat das SEM-Beratungsunternehmen  iProspect eine Befragung zum Thema Suchverhalten durchgeführt. Rund 2.400 User wurden online befragt (die Befragten wurden anhand demographischer Kriterien ausgewählt und sollen bezüglich US-Usern repräsentativ sein).  Man wollte herausfinden, ob die Einblendung unterschiedlicher Treffer-Kategorien auf das Klickverhalten Einfluss hat. Dabei hat man die Trefferlisten der drei großen Suchmaschinen in den USA berücksichtigt: Google, Yahoo! und MSN.

Das erste Ergebnis: 68% der User klicken nur Ergebnisse auf der ersten Seite an, 92% beschränken sich auf die ersten drei Seiten. Interessant dabei ist, dass die Konzentration auf die erste Seite seit 2002 um fast 10 Prozentpunkte gestiegen ist. Wenn sie das Gesuchte nicht auf der ersten Seite finden, ändern 49% die Suchstrategie oder wechseln die Suchmaschine.

Das zweite Ergebnis: Die Ergebnisse der speziellen Kategorien werden angeklickt – vor allem News und Bilder.

iProspectBlendedResults

Die Frage: Welchen Content-Typ haben Sie in den letzten 6 Monaten bei einer normalen Suche angeklickt?

Studie von usability.de  “Goodbye Golden Triangle” (September 2009)

Das ist wohl die aufschlussreichste Studie (@shopzweinull: Danke für den Hinweis!) für die Aufmerksamkeitsverteilung bei Google-SERPs: Nach Einführung der Universal Search hat usability.de, eine Agentur für Usabiltiy und Testing, eine Studie durchgeführt. Im Usabilty-Labor wurden die Augenbewegungen von 30 Probanden beobachtet, um festzustellen, welchen Einfluss Universal Search auf das Leseverhalten hat. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Das Goldene Dreieck exisitiert nicht mehr, vielmehr  werden die Resultate unter den Bildern mit hoher Aufmerksamkeit betrachtet.
  • Das gleiche gilt für die Newszeile – die News-Ergebnisse werden zwar übersprungen, aber die Ergebnisse darunter erhalten etwas mehr Aufmerksamkeit.
  • Insgesamt haben sich neue prominente Stellen gebildet.  Platz 7 oder 8 hat an Bedeutung gewonnen.

Das Fazit dieser Studien – vor allem die eingebundenen Bilder ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und lenken den Blick eher auf den oberen Teil der Seite. Doch Eye-Tracking-Beobachtungen sind – wie einige ältere Studien gezeigt haben – nicht direkt auf das Klickverhalten übertragbar.

Hier schafft eine Neuerung bei den Google Webmaster-Tools neues Analyse-Potential: Google liefert genauere Daten für die Suchanfragen – und schon gibt es ein paar aktuelle Daten für die Klickraten auf einzelnen Positionen, z.B. hier oder hier. Das sind nur Stichproben – und ob Universal Search Ergebnisse eingeblendet waren oder nicht – kann aus den Daten wohl nicht herausgefiltert werden.

Vielleicht kann man sich da wirklich zusammentun und eine kleine Befragung oder eine Art von Studie fahren?

OMC Köln – Ergänzung zur dmexco

Ich habe eben an einer Umfrage zu einer Off-Veranstaltung im Vorfeld der dmexco teilgenommen: Die OMC Köln.

Diese Off- Veranstaltung sieht sich als potentielle Anlaufstelle für Performance- und Affiliate-Marketer, SEOs und Domainer und wäre für mich spannend – die Vernetzung mit SEO-Agenturen für unsere Dienstleistungen:

Die Online Marketing Cologne will nun per Umfrage wissen, ob sich dieser Event 2010 noch realisieren lässt und prüft das Interesse bei potentiellen Besuchern und Ausstellern. 

22 Fragen sind in der Umfrage zusammengestellt. Und sollen die Veranstalter unter anderem informieren über Besucher- und Aussteller-Resonanz, Preise, Planungsdetails und das Konferenzprogramm.

Details zur Idee und zur Umfrage der OMC in Köln 2010.

Trefferliste – welche Plätze werden geklickt?

Muss es denn unbedingt Platz 1 bei Google sein?  Reicht es auf der ersten Trefferseite (im Fachjargon SERP: Search Engine Results Page) zu landen? Gibt es da einen riesigen Unterschied? Ja, den gibt es – wenn man sich auf die Zahlen und Studien der letzten Jahre verlässt. Das sind die Studien und Untersuchungen, die ich zu diesem Thema gefunden habe:

Cornell-Studie  (2004)

In ihrer Experimental-Studie “Eye-Tracking Analysis of User Behavior in WWW Search” habem Lauren Granka und ihre Kollegen von der Cornell Universität in den USA knapp 400 Suchanfragen von 36 Studenten ausgewertet.  Dazu wurden die Studenten nach der Suche befragt und ihre Augenbewegungen ausgewertet.

Die Ergebnisse der Cornell-Studie in einer Grafik (Quelle: http://www.seoresearcher.com/)

Die Ergebnisse der Cornell-Studie in einer Grafik (Quelle: http://www.seoresearcher.com/)

Die Studie zeigt ganz deutlich, dass die Reihenfolge der Trefferliste in extrem hohem Ausmaß Einfluß auf das Klickverhalten hat. Bei 96% aller Suchanfragen schauten sich die Teilnehmer nur die erste Trefferseite an, kein einziger blätterte die Trefferliste bis zur vierten Seite vor.

Platz 1 und 2 liegen zwar nahe beieinander, was die Aufmerksamkeitsspanne betrifft. Beim Klicken liegt aber Platz 1 mit deutlich über der Hälfte der Zugriffe deutlich vorne.

Sherman/Enquiro: Das F-Schema (2005)

Die Eye-Tracking-Studie der Marketing-Agenturen Enquiro und Did-It hat Googles “Goldenes Dreieck” entdeckt. Die meisten Besucher scannen die Trefferliste in einem F-förmigen Schema – dabei haben alle Teilnehmer den Bereich in der oberen linken Ecke  angeschaut – das goldene Dreieck also.

Hier schauen alle User hin: Das Goldene Dreieck (Quelle: enquiro.com)

Hier schauen alle User hin: Das Goldene Dreieck (Quelle: enquiro.com)

Die AOL-Zahlen (2006)

Die Auswertung der AOL-Zahlen sind die populärsten Argumente für Platz 1 im Web. Ein Zufall, oder besser gesagt ein Unfall, hat zu diesen interessanten Aufschlüssen geführt: Ein Original-Auszug aller Suchanfragen bei AOL war für kurze Zeit im Netz veröffentlicht. Insgesamt konnten 9 Millionen Suchanfragen und 5 Millionen Klicks ausgewertet werden. Hier die Ergebnisse:

Platz 1 ist entscheidend - das zeigen die AOL-Daten

Platz 1 ist entscheidend - das zeigen die AOL-Daten

Die Daten zeigen, die große Überlegenheit von Platz 1. 42, 3 % der User klicken ihn an, nur noch knapp 12 % entscheiden sich für Platz 2 und noch 8,5 % für Platz 3. Interessanterweise liegt Platz 10 ganz knapp vor Platz 9. Was aus der Grafik nicht ersichtlich wird, ist, dass 90% des Traffics auf der ersten Seite bleibt.

Pan et al (2007)

Unter dem schönen Namen “In Google We Trust: Users’ Decisions on Rank, Position, and Relevance” haben Bing Pan und seine Kollegen bei einer Eyetracking-Studie nachgewiesen, dass die Probanden lieber auf die ersten Ränge klickten als auf die folgenden – sogar wenn die Treffer auf den ersten Plätzen weniger relevant waren.

Die Abweichungen in der Verweildauer zwischen Platz 1 und 2 sind nicht so groß, wie die Klickrate.

Die Abweichungen in der Verweildauer zwischen Platz 1 und 2 sind nicht so groß, wie die Klickrate.

Wunderman (2007)

Where do the clicks go?” fragten sich die Experten der Agentur Wunderman und kamen – wohl auf Basis ihrer Kundendaten – zu dieser Antwort:  Platz 1 der Trefferliste liegt ganz vorne, dann folgt der erste Treffer der Anzeigen, die oberhalb eingeblendet werden.

Auch mit Anzeigen, Rang 1 bleibt auch bei den Klickzahlen mit großem Abstand Gewinner

Auch mit Anzeigen, Rang 1 bleibt auch bei den Klickzahlen mit großem Abstand Gewinner.

Eye tracking and online search: Lessons learned and challenges ahead (2008)

Im Zentrum dieser Studie – bei der wieder U.S. Studenten als Probanden hinzugezogen wurden – stand der Vergleich zwischen dem Klickverhalten bei den SERPs von Google und Yahoo. Große Abweichungen wurden nicht festgestellt – interessant ist die Feststellung, dass die User lieber die Suchanfrage verändern, wenn sie die gewünschte Information nicht finden, statt auf der Trefferseite weiter zu blättern.

FAZIT

Bis auf die AOL-Zahlen sind die Studien methodisch nicht besonders hochwertig – vor allem die geringe Suchanfragen-Anzahl und die sehr einseitige Zusammensetzung der Probanden ist sicher problematisch. Erstaunlich ist jedoch die hohe Übereinstimmung der Ergebnisse. Was ich besonders interessant fand:

  1. Es gibt ein unerschütterliches Vertrauen in die Sortierung der Trefferliste
  2. Aufmerksamkeit und Klicken korrelieren nicht unbedingt – Eytracking-Ergebnisse sind mit gewisser Vorsicht zu bewerten.
  3. Ja, es muss Platz 1 sein.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, welchen Einfluß die Bilder, Videos und  Einblendungen der Universal Search auf das Klickverhalten haben.