Das goldene Dreick verschwindet – neue Eye-Track Studie zur Google Trefferseite

Die “Erfinder” (Das kanadische Unternehmen Enquiro heute Medative) des legendären goldenen Dreiecks der Google-Trefferliste haben erneut verfolgt, wohin die User schauen, wenn sie eine Suchanfrage auf Google durchführen: “The Evolution of Google Search Results Pages and Their Effect on User Behaviour” Und sie mussten das Goldene Dreieck begraben – das gibt es (in der Regel) nicht mehr. Das liegt vor allem daran, dass Google neben der klassischen organischen Suchtreffer-Anzeige, viele neue Elemente eingeführt hat mit der Intention die Suche bequemer zu machen. Es gibt nun den Google “Knowledge Graph“, mit dem versucht wird, direkte Antworten auf die Suchanfragen zu liefern. Das kann entweder ein Kasten mit einem Antwortsatz sein, eine tabellarische Aufzählung auf der rechten Seite oder ein Bilder-”Karussell” unter der Suchanfrage Maske.

Gewohnte Suchmuster werden durch neue Elemente durchbrochen

Diese Strategieänderung zeigt sich in der Verteilung der Aufmerksamkeit. Denn je nach Suchabsichten haben die neuen Elemente (und die Anzeigen) dazu geführt, dass traditionelle Suchmuster gestört werden. Das zeigt sich darin, dass das größte Interesse nicht mehr der oberen linken Ecke (früher Platz 1 der organischen Suche) gilt, sondern sich verteilt auf eine Reihe von Elemente: Anscheinend ist es für die User schwieriger geworden, die Positionen der relevanten Suchergebnisse vorherzusagen. Deswegen scannen sie mehr Elemente (und das ganze schnell als bisher) und zwar verstärkt vertikal (und weniger horziontal).

                

Das legendäre Google-Dreieck wird von einem etwas amorphen Stab abgelöst (Quelle: medative.com)

Blickmuster hängt von der Suchintention ab

Tatsächlich repräsentiert nicht der “Stab” das Fazit der Eye-Track-Studie, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass es kein so dominantes festes  Suchmuster wie das goldene Dreieck mehr gibt. Die Verteilung der Aufmerksamkeit ist differenzierter und hängt von den präsentierten Elementen und der Suchintention ab. So führt ein relevanter Knowledge Graph –  etwa die Einblendung der Temperaturen auf die Suchanfragen “das Wetter in New Orleans” – ganz eindeutig dazu, dass Aufmerksamkeit von den organischen Suchergebnissen abgezogen wird. Auf der anderen Seite leitet die Einblendung eines Knowledge Graphs, der als irrelevant eingestuft wird, die Aufmerksamkeit verstärkt auf die organischen Suchergebnisse.

Veränderte Google Strategie schlägt sich in der Click-Through-Rate nieder

Google sieht sich ja in der Zwischenzeit nicht mehr nur als Einstiegsseite, sondern verstärkt als “Antwortseite auf Fragen”. Das Ziel ist es also nicht mehr unbedingt, den User an die passende Website weiterzuleiten. Vielmehr liegt der Fokus stärker darauf, den User auf der Website zu halten (oder auf eine Google-Seite weiterzuleiten).  Das zeigt der Vergleich der CTR-Rate der Position #1 der organischen Suche. Steht sie unter einem für die Suchanfrage als irrelevant eingestuften Knowledge Graph, liegt die CTR-Rate bei 82%. Ist der “Antwortkasten” relevant, dann verringert sich die CTR-Rate für die #1 der organischen Suche auf 36%!

 

Welche Plätze auf der Google-Trefferseite sind denn für den User noch relevant? Dieser wichtige Frage gehe schon länger nach und stelle regelmäßig die wichtigsten Studien dazu vor: