Archiv für Oktober, 2012

Optimale Keyworddichte: die geheimnisvolle Unbekannte

„Die optimale Keyworddichte gibt es nicht.“ „Usergerechter Inhalt und Inhalt, der sein Ziel erreicht, ist das, was zählt.“ „Die relevanten Suchbegriffe werden automatisch im Text vorkommen.“

Ja, all das reden wir Online-Redakteure uns ein und kommen der Wahrheit damit natürlich sehr nahe. Trotzdem bleibt unterschwellig die Vision einer optimalen Keyworddichte. Irgendwie muss sich das Verhalten dieser Maschine doch vorhersagen lassen, irgendeinen Wert muss sie doch besonders gern haben. Ich habe mich auf eine kleine Spurensuche nach der geheimnisvollen Unbekannten begeben.

Irgendwo zwischen 3 und 5 Prozent?

In Blogposts, Kommentaren und selbst bei Wikipedia kursiert immer wieder ein Wert: Die optimale Keyworddichte liege zwischen 3 und 5 %. In den Bundestag würde es die Keyworddichte nicht schaffen, da sind sich eigentlich alle einig. 5% wird in fast allen Quellen als Obergrenze angegeben. Was darüber liegt, wertet Google nach Mehrheitsmeinung der Experten als Spam. Der Trend geht eher zu einer geringeren Keyworddichte. In einem – zugegeben recht alten – Blogpost von sistrix aus dem Jahr 2009 ist die Rede von einer Keyworddichte von 1-4 %. Mein Gefühl sagt mir ähnliches: Die Keyworddichte liegt eher unter 3 %.

Weniger ist mehr

Kann ich mich auf mein Gefühl verlassen? In einem kleinen Test habe ich die Keyworddichte von 78 Seiten, die allesamt unter den Top 10 bei Google ranken, gesammelt und deren durchschnittliche Keyworddichte errechnet. Zur Ermittlung der Keyworddichte habe ich das Tool SEOquake verwendet. Der Durchschnittswert, den ich für die Seiten errechnet habe, liegt bei 1,2 % und damit deutlich unter 3 %. Dieser Test blendet alle anderen Onpage- und Offpage-Faktoren aus und auch die Stichprobe ist nicht groß genug, um valide Ergebnisse zu liefern. Dennoch bestätigt sie die Tendenz einiger Quellen und das Gefühl, die beide auf eher unter die 3 % deuten. Es war zu erwarten: Die optimale Keyworddichte bleibt eine Vision. Nur ein bisschen kleiner ist sie geworden.

Google Content Guidelines: Finger weg von schwachen Inhalten

Mit seiner aktualisierten Fassung der Content Guidelines stellt Google eines ganz klar: Nur wer Wert darauf legt, die Leser seiner Website mit neuem, gutem und originärem Inhalt zu beglücken, wird Erfolg in Sachen SEO haben.

Schwache Websites und Seiten, die gegen die Google-Richtlinien verstoßen, werden zum einen algorithmisch abgewertet und außerdem durch die Quality Rater von Google abgestraft.

Originärer Content stärkt die Reputation

Erstmals gibt Google in seinen Guidelines konkrete Beispiele, die dem Anwender Hilfestellung bieten.

Das Thema Duplicate Content spielt in den neuen Richtlinien eine wichtige Rolle. Neu ist das nicht, aber es ist und bleibt essenziell: Die Reputation einer Website hängt von qualitativem Inhalt ab, der den Lesern einen Mehrwert bietet. Was nicht bedeutet, dass aufgearbeitete Inhalte grundsätzlich Probleme bekommen. Dennoch straft Google Websites ab, die:

  • von kopiertem Inhalt leben
  • Inhalte kopieren und wiederholt veröffentlichen
  • nur unwesentlich veränderte Inhalte anderer Websites anbieten
  • oder Inhaltsfeeds reproduzieren

Vorsicht bei fremderzeugten Inhalten

Google wird sogar noch konkreter, was den Inhalt einer Webseite angeht, macht aber auch deutlich, dass Website-Betreiber nicht immer bewusst gegen die Richtlinien verstoßen. So ergreift Google bei nutzergeneriertem Spam nicht sofort manuelle Maßnahmen, aber:

„Sollte Ihre Website jedoch zu viel nutzergenerierten Spam enthalten, kann sich dies auf unsere Einschätzung der Website auswirken und letztlich zu einer manuellen Maßnahme gegen die gesamte Website führen.“

Das bedeutet, dass vor allem auf Inhalte in Kommentaren, Gästebüchern und Foren ein Auge zu haben ist.

Brückenseiten haben es schwer

Unter Brückenseiten versteht Google eine „umfangreiche Sammlung von Seiten mit geringer Qualität“. Es handelt sich um einzelne Websites, die auf bestimmte Suchwortgruppen optimiert wurden, um einen besseren Rang auf der Ergebnisseite zu erzielen. Über diese wird der Nutzer unliebsamerweise an ein anderes Ziel geleitet. Da dies die Nutzer verärgert, straft Google dieses irreführende Verhalten ab.

Die neuen Content Guidelines unterstützen weiterhin das Ziel hochwertige und nützliche Inhalte im Internet bereitzustellen – auch unter dem Gesichtspunkt SEO. Einen Blick auf die Richtlinien zu werfen, empfiehlt sich für unerfahrene Website-Betreiber und SEO-Profis gleichermaßen.