Archiv für September, 2012

Bettina Wulff lässt grüßen: Google Instant Search auf dem Prüfstand

Googles Instant Search, die Autovervollständigung von Google, hat in den letzten Wochen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen und ist zusehends in Kritik geraten. Ausgelöst wurde die Diskussion von Bettina Wulff, die durch die Autovervollständigung von Google ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sieht. Man kann zu der Sache stehen wie man will, was mich aus SEO-Sicht interessiert, ist das Statement eines Google-Sprechers. Die Vervollständigungen seien:

das algorithmisch erzeugte Resultat mehrerer objektiver Faktoren, inklusive der Popularität der eingegebenen Suchbegriffe.

So zitiert der Spiegel. Das klingt ein bisschen wie das Zuschieben von Verantwortung. Google bietet den Dienst an, die User bestimmen die Art und Weise der Nutzung. Die User sind also maßgeblich für die Vorschläge verantwortlich, die Google macht. Kurzum: Selbst Schuld, lieber User. Obwohl das in vielen Fällen zutreffen mag, habe ich ein Beispiel gefunden, bei dem Google Vorschläge anbietet, die laut den Angaben des Google Keyword-Tool keine Suchanfragen haben.

Bei der Eingabe von "Online Texten" in das Suchfeld, bekomme ich als Vorschlag "Online Texten Seminare" ausgegeben.

 

 

 

 

 

Das Google Keyword Tool gibt das monatliche Suchvolumen mit Null an.

 

 

 

 

Weitere Einflussgrößen auf die Vorschläge

Warum schlägt mir Google Begriffe vor, die laut dem Keyword-Tool nicht gesucht werden? Die Suchhistorie und der short-term-popularity-filter könnten mögliche Gründe für diese Vorschläge sein. Laut einem Beitrag auf seomoz sind das neben den Suchvolumina die beiden Kriterien, die Einfluss auf die Instant Search-Vorschläge haben. Im Fall Bettina Wulff hat mit ziemlicher Sicherheit der Frischefilter zugeschlagen. Der short-term-popularity-filter priorisiert die Ausgabe von Vorschlägen, die kurzfristig eine große Suchpopularität haben. Auch in diesem Fall verbleibt die Verantwortung nach der Google’schen Argumentation bei den suchenden Usern. Bei meinem eigenen Experiment könnte meine Suchhistorie eine Rolle gespielt haben, ich bin für die Vorschläge also selbst verantwortlich.

Das Netz entscheidet, Google aber auch

Wie es aussieht trägt also tatsächlich das Netz die Hauptverantwortung für das Google’sche Vorschlagswesen. Und es sind auch die Suchenden, die eine zuerst einmal neutrale Maschine für einen zweifelhaften Erkenntnisgewinn einsetzen. Aber auch für das Unternehmen Google und seine Entscheider gilt dasselbe wie für die User: Es steht einem jeden frei, bestimmte Entwicklungen zu unterstützen oder eben nicht.

Content-getriebener Linkaufbau in Shops

Woher bekommt ein Shopbetreiber wertvolle Links? Bezahlte Links taugen nichts. Das wissen wir seit dem Pinguin-Update. In der neuen Ausgabe von „suchradar“ ist ein Artikel erschienen, der sich mit Linkaufbau in Shops durch wertvollen Content beschäftigt. Welche Content-Arten motivieren Journalisten, Blog- und Websitebetreiber dazu, auf einen Shop zu verlinken?

Einen informativen Mehrwert für den Leser schaffen

Alle empfohlenen Artikelarten haben eines gemeinsam: Sie schaffen einen informativen Mehrwert für den Besucher der Seite. Der Autor zeichnet in seinem Beitrag drei fiktive Szenarien. Einen Online-Weinshop ergänzen Artikel über die Top 100 Weingüter oder ein Onlinevideo „Wein für Einsteiger“. Für einen Shop, der Kindersitze vertreibt, könnte eine Zusammenfassung von Testberichten linkanregend sein. Einem Shop für Holzböden empfiehlt der Autor Tipps für den Handwerker. Der Shop erweitert seine Rolle als Produktlieferant und wird Informationslieferant. Recht frühe Vertreter solch informativer Serviceseiten waren die im Magazinstil aufbereiteten Look-Seiten in Online-Modeshops.

Entkommerzialisierte Bereiche schaffen

Erfolgreicher content-getriebener Linkaufbau hängt von den Inhalten und vom Umfeld ab. In Shops sollte man EKZ, entkommerzialisierte Bereiche schaffen, denen die Funktion der Informationsvermittlung zugewiesen wird. Werbung und Verkaufsdruck rücken in diesen Bereichen in den Hintergrund, empfiehlt der Autor des Beitrags.

Textumfang als Onpage-Kriterium

Unsere Erfahrung zeigt, dass sich derartige Informationsseiten zudem gut zur Onpage-Optimierung eignen. Es braucht einige Worte mehr, einen informativen Sachverhalt aufzubereiten, als es braucht, ein Sommerkleid zu beschreiben. Kurz gesagt: Ein durchschnittlicher Fach- oder Informationstext ist länger als ein Produkttext. Und wie diese gerade erst veröffentlichte Studie zeigt, ist zu geringer Textumfang ein häufig begangenes Onpage-Vergehen von mittlerer Schwere. Mit informativem Content verbessert sich nicht nur die Linkstruktur, es steigt auch die Chance, die Auffindbarkeit dank Onpage-Optimierung zu verbessern.

Redaktionelles Geschick und Qualität gefragt

Hüten Sie sich bei Ihren Informationsseiten vor schlecht recherchierten Schnellschüssen. Besucher erkennen schludrig erstellte Artikel an unschlüssiger Argumentation sowie Grammatik- und Rechtschreibfehlern. Seitenbetreiber, die auf Sie verlinken sollen, sind vom Fach, sie werden fehlerhafte Informationen entdecken. Aus der angestrebten Verlinkung wird dann womöglich in letzter Konsequenz nichts.