Archiv für Februar, 2011

Keyword-Analyse mit Struktur (1): Die Suchmotivation

Bei der Keyword-Analyse und der Entwicklung von passenden Keywords kann man sehr leicht die Übersicht verlieren. Nicht selten endet man nach dem Brainstorming oder der Wettbewerber-Analyse bei einer langen, unübersichtlichen Liste von Schlüsselwörtern – das kann von erheblichem strategischen Nachteil sein, wie Richard Baxter bei seomoz.org anmerkt:

To make keyword research more actionable, you need to be able to categorise, group and filter keywords. Deep insight into category based search behaviour can make your research considerably more effective.

Keywords sollten also geordnet werden, doch nach welchen Kategorien? Hier hat Eric Kubitz einige interessante Überlegungen angestellt und dabei auf eine ältere Studie über das Suchverhalten zurückgegriffen. In dieser Studie wurde gezeigt, dass die User sich je nach Suchintention unterschiedlich verhalten. Dabei wurden drei Suchmotiv-Kateogrien geschaffen:

  1. navigational: Der User sucht eine ganz bestimmte Website. Typisch für die Navigationssuche ist die Eingabe von Eigennamen und von wenigen Keywords. Die User klicken meist nur das oberste Ergebnis an.
  2. informational: Die klassiche Informationssuche zu einem bestimmten Thema. Hier werden eher mehrere Wörter in die Suchmaske eingegeben und mehrere Treffer der Liste angeklickt.
  3. transactional: Die Suche mit Handlungs- bzw. Kaufabsicht. Hier wurde der Schwerpunkt auf Themen aus der Unterhaltung beobachtet (Musik,Filme usw.), die Keywords wurden häufig mit aktiven Verben (kaufen, downloaden usw.) kombiniert.

Die Einteilung nach Suchintention kann bei der Keyword-Analyse sehr hilfreich sein, denn wer sich bewusst macht, in welche unterschiedliche Kategorien seine Keywords fallen (und so auch die Suchabsicht des Users für sich nutzt), der schafft es bei Google dank einer adäquaten Analyse schon eher ganz nach oben. Anders ausgedrückt: Mit einem Keyword, das „kaufen“ enthält, wird man als Informationsanbieter wie zum Beispiel ein Online-Magazin an großen Shops kaum vorbeikommen.

Dimension 1 der Keyword-Kategorien: Die Suchmotivation
„Welche Absicht verfolgt der Nutzer bei der Suche?“
•    Transaktion: Beispiel: „Apple Iphone kaufen“
•    Information: Beispiel: „Apple Iphone Empfang“
•    Navigation: Beispiel: „Apple Iphone“

(Fortsetzung folgt)

Mobile Suche: Abweichungen beim Ranking

Unterschiede zwischen mobiler Suche von internetfähigen Handys aus oder vom Desktop wurden bisher immer nur auf Suchanfragen-Seite registriert: Das Suchverhalten unterscheidet sich deutlich, je nach Situation in der sich der User befindet. Doch, dass sich auch die Ergebnislisten mobiler Suchanfragen unabhängig vom Suchwort unterschiedlich aussehen könnten, wurde kaum wahrgenommen oder als zu vernachlässigen eingestuft, etwa von Rand Fishkin:

But search – the process, the intent, the results –  just isn’t that different on mobile devices vs. laptops and desktops.

Tatsächlich sind Abweichungen – wie eine Auswertung der Webmaster Tool Daten von  Bryson Meunier -  keine Ausnahme:

  • Bei einer sehr großen Mehrheit (86,6 %) der  Abfragen gab es Abweichungen.
  • Allerdings ist die Varianz bei den meisten Abfragen nicht sehr groß: Bei beinahe zwei Drittel der Suchanfragen unterscheiden sich die Ergebnisliste nur in einer Position, ein Viertel weicht zwischen 2 und 10 Positionen ab.
  • Bei einem sehr kleinen Teil der Abfragen gab es eine Varianz von mehr als 10 Plätzen.

Deutlichste Abweichung: Lokale Ergebnisse rutschen bei der mobilen Anfrage eher nach oben. Das ist jetzt keine Überraschung:  Microsoft hat Ende letzten Jahres verlauten lassen, dass 53% der Suchanfragen bei Bing, die von einem Handy aus gestartet wurden,  eine lokale Komponente hatten.

Wie rankt Yandex? Internationale Suchmaschinentrends

Die russische Suchmaschine Yandex ist in Russland die populärste Suchmaschine . Mit deutlich über 60% weit vor Google, lässt sie den Suchmaschinengiganten weit zurück und ist damit das einzige europäische Land (zur Situation von Seznam in Tschechien), dessen Suchmaschinenmarkt nicht von Google dominiert. Gerade eben verkündete Yandex ein Umsatzplus von 43%  für das Jahr 2010.

Doch liegt die Überlegenheit von Yandex wirklich nur in der komplexen russischen Sprache? In dem Blog “Russian Search Tipps”  werden Funktionsweisen und Besonderheiten erklärt:

  • Yandex hat seinen eigenen Such-Algorithmus (seit September 2010 “Obninsk“), dieser basiert auf über 1000 Ranking-Faktoren. Die wichtigesten Faktoren sind Alter, unique Content und qualitative Backlinks.
  • Ein zusätzlicher Faktor ist das Geo-Targeting. Yandex unterscheidet Suchwörter in Ortsabhängige oder unabhängige. Sucht man beispielsweise nach „Friseur“ (ein anhängiges Suchwort) ein, werden die Suchergebnisse automatisch an die Region des Suchenden (ermittelt durch die IP) angepasst. Die Adressdaten entnimmt Yandex der Website. Dies erfordert gesonderte SEO-Maßnamen, damit die Website z.B. nicht der falsche Region zugeordnet wird.
  • Anzeigen kann man bei Yandex auch aufgeben, dafür gibt es den Dienst Yandex Direct . Hier kann man genau wie mit dem Google Adword Tool das Suchvolumen unterschiedlicher Schlüsselwörter checken.

Wie es sonst aussieht: Aktuelle Zahlen zum internationalen Suchmaschinenmarkt.