Archiv für Juli, 2010

SEO für Facebook – Studie gibt Übersicht über die internen Rankingfaktoren

Bei Facebook etwas zu finden, ist gar nicht so einfach. Normalerweise bewegt man sich ja da auch in bekannten Gewässern: Freunde findet man über Kontakte im realen Leben oder über den (berüchtigten) E-Mail Freunde Finder, Freunde empfehlen einem Seiten oder man kommt über einen Link auf einer Website zum dazugehörigen Facebook-Account.

Und je größer Facebook wird, desto wichtiger wird die Suchfunktion. Doch wenn man die bekannten Pfade verlässt, wird es schwierig, denn die Facebook-Suche folgt ganz anderen Gesetzen als die vertraute Google-Suche.

Welchen? Hier hat sich Martin Weintraub vom aimclearblog die Arbeit gemacht und die interne Facebook-Suche analysiert. Hier die wichtigsten Ergebnisse seiner Studie:

1. Die Rankingfaktoren von Facebook Suggest

Wer bei Facebook einen Buchstaben in die Suchmaske eingibt, bekommt sofort einen Vorschlag für ein Ergebnis, das mit diesem Buchstaben beginnt.

  1. Ganz oben stehen die Freunde, mit dem Keyword im Namen.
  2. Alle Orte auf Facebook, wo der User vor kurzem war.
  3. Dann kommen die Events, an denen der User teilneimmt oder zu denen der User eingeladen ist.
  4. Weniger wichtig sind die Events, an denen die Freunde des Users teilnehmen.
  5. Jetzt erst kommen die Seiten, die dem User “gefallen”.
  6. Dann kommen Seiten, die zu den Keywörtern im Profil des Users passen.
  7. besonders beliebte Seiten, Applikationen usw.

2.  Rankingfaktoren bei der allgemeinen Suche

Sobald der User die Enter-Taste drückt oder auf die Lupe klickt, kommt er auf die allgemeine Suchseite, wo alle Treffer mit dem Suchwort angezeigt werden. Und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Freunde des Users (bzw. Freunde von Freunden) mit dem Suchwort im Namen bzw.
  2. Fanseiten des Users
  3. Fanseiten von Freunden des Users
  4. Erwähnung von Freunden des Users auf Facebook
  5. Posts auf Pinnwänden mit dem Suchwort
  6. Seiten mit einer hohen Fanzahl

Rankingfaktoren von Seiten

Wer auf der Suche nach einer Seite mit entsprechendem Inhalt ist, erhält die Ergebnisse seiner Suche nach folgenden Grundsätzen:

  1. Community-Seiten – vor allem, wenn die Freunde des Users sie betreiben.
  2. Seiten, die dem User bereits “gefallen”.
  3. Seiten, die den Freunden des Users “gefallen”
  4. Seiten mit vielen Fans (manchmal kommen die Seiten mit besonders vielen Fans noch vor Nr. 3)

Insgesamt lassen sich gerade hier die wenigsten Aussagen machen, denn die Ordnung der Trefferliste hängt bei Facebook extrem von den Usergewohnheiten und -vorlieben ab.

Fazit: Die Facebook-Suche ist extrem unhandlich. Sowohl für den Suchenden, denn alles, was aus dem unmittelbaren Netzwerk herausgeht, ist nur schlecht durchsuchbar. Wenn man also nach etwas sucht, dass man selbst oder die Freunde noch nicht kennt, dann wird es schnell unübersichtlich.

Aber auch für die Aufbereitung z. B. von Seiten zur besseren Auffindbarkeit kann man kaum Aussagen machen, außer, dass  das Netzwerk des Users und das, was er bei Facebook tut, viel viel wichtiger ist als das Suchwort.

Social Media vor SEO?

Für idealistische Suchmaschinenoptimierer sicherlich ein NO-GO,  aber in einigen Fällen kann es gerade für kleine und mittlere Unternehmen sinnvoller sein sich zuerst auf Social Media Aktivitäten zu konzentrieren, bevor sich sich der Suchmaschinenoptimierung zu wenden. Jennifer Laycok hat bei Searchengineguide.com erläutert, welche Faktoren dafür sprechen, das Hauptgewicht auf Social Media zu legen:

  1. Das Unternehmen ist neu – und die Unternehmenswebsite auch. Für das Ranking und das Linkgenerieren braucht es einfach Zeit. Hier kann eine gute Social Media Kampagne sehr viel schneller wirksam sein – und natürlich auch Links generieren.
  2. Wenn Sie Produkte verkaufen, die man nicht braucht sondern will. Vor allem bei Produkten in niedrigen Preissegment, wo die Kaufentscheidung schnell fällt und der User sich nicht lange vorher informieren möchte (auch über Google!), sind die “schaut-mal-was-ich-jetzt-habe-ist-das-nicht-toll”-Artikel in Blogs oder in Netzwerken effektiver als eine ausgefeilte Suchstrategie.
  3. Wenn Sie ganz neuartige Produkte verkaufen. Wenn der User nicht weiß, dass es das gibt, kann er nicht danach googlen. Hier ist die Marketing-Strategie vielversprechender, die zunächst die Zielgruppe in den Netzwerken anspricht und das neue Produkt erklärt.

Natürlich kann man aus SEO-Sicht die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn auf Keyword-Analyse oder zumindest On-Page-Optimierung zunächst verzichtet wird. Und selbstverständlich empfehle ich auch immer so früh wie möglich den SEO-Aspekt bei der Entwicklung der Marketingstrategie mit zu denken.  Aber wenn das z.B. aus Budgetgründen nicht möglich ist, ist es doch zumindest hilfreich ein paar Kriterien zu haben, wann es nicht so wehtut mit der Suchmaschinenoptimierung später zu beginnen.

Internationale Suchmaschinentrends: Yandex hat Pläne, Google gibt in China klein bei

Die Zahlen für das 2. Quartal 2010 bringen keine Überraschungen. In den USA und Deutschland bleibt es ruhig: Der Kuchen ist verteilt.  In den USA sieht es wenigstens ein bißchen nach ganzen Kuchenstücken aus: Google hält hier nur 2/3 des Marktes, die Yahoo Sites kommen immerhin noch auf 18%.  In Deutschland bleiben den Google-Konkurrenten nur ein schmales Segment (knapp 11%). In Großbritannien ist die Vorherrschaft von Google noch deutlicher und liegt bei über 90%.

Yandex wird international aktiv

In Russland hingegen hat Yandex noch einmal zugelegt und dominiert den russischen Suchmaschinenmarkt mit 66% eindeutig. Es gibt allerdings sehr aktuelle Gerüchte, dass dem Unternehmen Konkurrenz von Staatsseite aus erwächst. Der russische Staat soll Pläne haben, eine eigene Suchmaschine zu entwickeln. Abwerbeaktionen haben schon stattgefunden und Investitionssummen von 100 Millionen Dollar stehen im Raum.

Natürlich wolle Yandex ein internationaler Akteur werden, unterstreicht Marketing Direktor Andrey Sabrant in einem Interview. Ob das gelingt, lässt er allerdings offen. Yandex indexiert nach eigenen Angaben seit 2 Jahren ausländische Websites und bietet jetzt einen Suchfilter für lateinische Buchstaben an und ist damit für den westlichen Markt kompatibel.  Die Qualität der Suche von yandex.com halten einige Fachleute für sehr gut. Vielleicht werde ich hier einige Tests fahren.

Niederlage für Google in China

Google gibt dem Druck der chinesischen Regierung nach und schaltet die automatische Umleitung auf die unzensierte Google-Hongkong-Seite für User aus China ab. Mit dieser Methode hatte Google seit März versucht, die Zensur in China zu umgehen. Doch jetzt griff die chinesische Regierung ein und drohte, die Internet-Content-Provider-Lizenz von Google im Juni nicht zu verlängern – mit Erfolg. Allerdings können chinesische User immer noch mit einem Klick auf die Hongkong-Seite zugreifen. Noch.

Gleichzeitig bläst der chinesische Konkurrent Baidu zum Angriff und kündigt an, ab Juli im Silicon Valley auf Mitarbeitersuche zu gehen. Vor allem die Video-Suche scheint das chinesische Unternehmen zu interessieren. Ob es dabei allein den chinesischen Markt im Auge hat oder doch zumindest nach Japan drängt? Hier bleibt es weiterhin sehr spannend.

Google Snippets – behalten Sie Ihre description-Tags im Blick!

Stellen Sie sich vor, Sie schaffen es auf Platz 1 bei Google und werden trotzdem nicht so häufig angeklickt. Ein Grund dafür kann die Darstellung Ihrer Seite in der Trefferliste sein – dieser kleine Bereich (“snippet“) entscheidet häufig über klicken oder nicht klicken.

Ein kleiner spitzfindiger Exkurs zur Wortklärung: Google selbst versteht unter “Snippet” nicht den gesamten  Info-Block auf der Trefferseite, sondern nur den Text zwischen Überschrift und URL und um genau diesen Schnipsel geht es in diesem Beitrag.

Wie generiert Google seine “Snippets“? Fast reflexhaft fällt hier die Antwort “Description” – doch das stimmt nicht ganz. Google hat noch mehr Möglichkeiten:

  1. Die Generierung von Snippets ist abhängig von der Suchabfrage und vom Aufbau der Website.
  2. Snippets sind nicht in jedem Fall dem Metatag “description” entnommen!
  3. Snippets können auch aus dem Bodytext extrahiert werden.
  4. Sie können auch vom Open Directory stammen, falls die Website nicht crawlbar ist.
  5. In einigen Fällen taucht sogar versteckter Text in den Snippets auf.
  6. In Teilen werden Ausschnitte aus unterschiedlichen Bereichen kombiniert.

Wenn Google seine Snippets so fröhlich mixt – und es dazu auch noch darauf ankommt, welche Suchwörter verwendet werden, kann es den Anschein erwecken, dass ein Website-Betreiber keinen Einfluss auf die Darstellung der Snippets hat. Aber wie oft bei der Suchmaschinenoptimierung  haben Sie schon ein wenig Spielraum, wenn  Sie es schaffen, Google davon zu überzeugen, dass Ihre Meta Tags “Description” gut sind:

  • Verwenden Sie für jede Seite unterschiedliche Description-Tags: In einigen CMS sind schon Textbausteine eingestellt. Ändern Sie diese und passen Sie sie individuell an die Seite an. Schauen Sie sich auf jeden Fall die Description der wichtigsten Seiten Ihres Auftritts an – gerade die Homepage wird häufig vergessen.
  • Schreiben Sie ganze Sätze und hängen Sie nicht einfach Keywords hintereinander.
  • In der Description müssen nicht nur ganze Sätze stehen, sie können auch strukturierte Informationen unterbringen, d. h. Schlagwörter, die mit Meta-Informationen versehen sind. Das können z. B. Informationen zur Größe oder Typ eines Produkts sein oder die Angabe des Autors, wenn Sie ein Buch auf Ihrer Seite vorstellen.
  • Keine doppelten Informationen: Achten Sie darauf, nicht einfach die Informationen aus dem Seitentitel zu wiederholen oder innerhalb der Description diesselbe Info zweimal zu nennen. Das passiert vor allem bei strukturierten Infos leicht.
  • Achten Sie auch auf eine saubere Darstellung und gute Lesbarkeit: keine zu weiten oder fehlenden Wortabstände und  zu viele Satzzeichen (vor allem Doppelpunkte und Klammern).
  • Sie haben 156 Zeichen für eine gute Meta-Description  – alles andere wird weggeschnitten.

Wenn Sie diese Regeln berücksichtigen, haben Sie zwar leider keine Garantie, dass Ihre Description als Snippet übernommen wird, aber WENN sie erscheint, dann liefern Sie dem User auf übersichtliche Weise die Infos, die er braucht. Das ist schon ziemlich viel, finde ich.

Und natürlich kann man es auch ganz ganz anders machen: