Archiv für April, 2010

Neue Version des Google Keyword Tools

Zugegeben ist noch die Beta-Version – doch das Google Keyword Tool von Google Adwords bietet  neue Features. Auf den ersten Blick sehen die beiden Versionen noch ziemlich ähnlich aus:

Die neuen Features:

  • Man kann sehen in welche Kategorien das Keyword eingeordnet wird. 
  • Im Vorfeld kann man die Suche mit einigen Filterfunktionen präzisieren:
  • Die lokalen Suchtrends sind jetzt in der Startseite bereits eingeblendet:

Noch ist nicht ganz klar, ob und wann Google die alte Version abschaltet  – noch wird darüber nur gemutmaßt.

Was halten Sie von der neuen Version?

Die Trefferliste mit Universal Search – Welche Plätze werden geklickt?

Im ersten Teil “Trefferliste – welche Plätze werden geklickt” habe ich ja die Studien zusammengetragen, die das User-Verhalten auf den Trefferseiten von Google (und anderen Suchmaschinen) vor der Erweiterung der Trefferanzeige mit Bildern, Videos, News oder ähnlichem beleuchtet haben. Jetzt interessiert mich, wie sich das Klickverhalten und Aufmerksamkeitsverteilung interessiert, wenn die Trefferlisten aus unterschiedlichen Content-Typen (“blended serch” oder bei Google “Universal search” ) besteht. Viele Untersuchungen gibt es nicht – aber einiges kommt dann doch zusammen:

OTO Insights “Implications of user engagement with search engine Result pages” (Mai 2009)

Bei dieser Untersuchung wurde das Eye-Tracking mit biophysikalischen Daten und einem Fragebogen zur Einschätzung von Emotionen kombiniert, um die Voraussetzungen für erfolgreiches SEM besser fassen zu können. Eine wichtige Fragestellung dabei war, wie sich die Neuerungen der SERP durch die Universal Search auf Aufmerksamkeit und Klickverhalten auswirken. Mit nur 17 Teilnehmern hat diese Studie die übliche Schwäche – allerdings wurden die Teilnehmer repräsentativ ausgewählt.

Dabei zeigte sich, dass bei Trefferlisten mit eingeblendeten Videos und Bildern, die User sich vor allem den oberen Bereich der Seite anschauen. Nur sehr vereinzelt gehen Blicke nach unten. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Videos und Bilder viel stärker emotional wirken als Textausschnitte – und so die User davon abhalten, sich weiter umzusehen.

Bilder bilden für die Aufmerksamkeit eine Art Barriere nach unten .

Bilder bilden für die Aufmerksamkeit eine Art Barriere nach unten.

Enquiro Eye Tracking on Universal and Personalized Search (2007)

Die Studienleiter von Enquiro haben ja das Goldene Google Dreieck erfunden – und Gord Hotchkiss wollte wissen, ob es mit Universal Search weiterhin besteht oder ob eingeblendete Bilder hier das Scannen der Seite verändern.

Das Ergebnis: Bilder in den SERPs haben sehr großen Ausschlag auf den Verlauf des Blickes. Ausgangspunkt ist nicht mehr die linke obere Ecke, sondern das Bild, das sehr schnell anvisiert wird. Von hier aus wird die Seite in einer E-ähnlichen Form erkundet.

Vom Bild aus, wird die Seite in E-Form gescannt.

Vom Bild aus, wird die Seite in E-Form gescannt.

Das Bild bildet dabei eine Art Aufmerksamkeits-Zaun, der den Weg nach unten abschirmt und so dem oberen Teil der Seite mehr Bedeutung gibt.  Doch Hotchkiss bleibt bei der Interpretation der Ergebnisse eher zurückhaltend und  bemerkt, dass die Trefferliste jetzt eher eine dynamische Umgebung für den User wird. Weder das Goldene Dreieck noch das E werden sich durchsetzten, vielmehr wird sicher der User verhalten, wie beim Beefenpflücken – je nach Aufbau der Trefferseite.

iProspect Blended Search Results Study (April 2008)

Zusammen mit Jupiter Research hat das SEM-Beratungsunternehmen  iProspect eine Befragung zum Thema Suchverhalten durchgeführt. Rund 2.400 User wurden online befragt (die Befragten wurden anhand demographischer Kriterien ausgewählt und sollen bezüglich US-Usern repräsentativ sein).  Man wollte herausfinden, ob die Einblendung unterschiedlicher Treffer-Kategorien auf das Klickverhalten Einfluss hat. Dabei hat man die Trefferlisten der drei großen Suchmaschinen in den USA berücksichtigt: Google, Yahoo! und MSN.

Das erste Ergebnis: 68% der User klicken nur Ergebnisse auf der ersten Seite an, 92% beschränken sich auf die ersten drei Seiten. Interessant dabei ist, dass die Konzentration auf die erste Seite seit 2002 um fast 10 Prozentpunkte gestiegen ist. Wenn sie das Gesuchte nicht auf der ersten Seite finden, ändern 49% die Suchstrategie oder wechseln die Suchmaschine.

Das zweite Ergebnis: Die Ergebnisse der speziellen Kategorien werden angeklickt – vor allem News und Bilder.

iProspectBlendedResults

Die Frage: Welchen Content-Typ haben Sie in den letzten 6 Monaten bei einer normalen Suche angeklickt?

Studie von usability.de  “Goodbye Golden Triangle” (September 2009)

Das ist wohl die aufschlussreichste Studie (@shopzweinull: Danke für den Hinweis!) für die Aufmerksamkeitsverteilung bei Google-SERPs: Nach Einführung der Universal Search hat usability.de, eine Agentur für Usabiltiy und Testing, eine Studie durchgeführt. Im Usabilty-Labor wurden die Augenbewegungen von 30 Probanden beobachtet, um festzustellen, welchen Einfluss Universal Search auf das Leseverhalten hat. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Das Goldene Dreieck exisitiert nicht mehr, vielmehr  werden die Resultate unter den Bildern mit hoher Aufmerksamkeit betrachtet.
  • Das gleiche gilt für die Newszeile – die News-Ergebnisse werden zwar übersprungen, aber die Ergebnisse darunter erhalten etwas mehr Aufmerksamkeit.
  • Insgesamt haben sich neue prominente Stellen gebildet.  Platz 7 oder 8 hat an Bedeutung gewonnen.

Das Fazit dieser Studien – vor allem die eingebundenen Bilder ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und lenken den Blick eher auf den oberen Teil der Seite. Doch Eye-Tracking-Beobachtungen sind – wie einige ältere Studien gezeigt haben – nicht direkt auf das Klickverhalten übertragbar.

Hier schafft eine Neuerung bei den Google Webmaster-Tools neues Analyse-Potential: Google liefert genauere Daten für die Suchanfragen – und schon gibt es ein paar aktuelle Daten für die Klickraten auf einzelnen Positionen, z.B. hier oder hier. Das sind nur Stichproben – und ob Universal Search Ergebnisse eingeblendet waren oder nicht – kann aus den Daten wohl nicht herausgefiltert werden.

Vielleicht kann man sich da wirklich zusammentun und eine kleine Befragung oder eine Art von Studie fahren?

OMC Köln – Ergänzung zur dmexco

Ich habe eben an einer Umfrage zu einer Off-Veranstaltung im Vorfeld der dmexco teilgenommen: Die OMC Köln.

Diese Off- Veranstaltung sieht sich als potentielle Anlaufstelle für Performance- und Affiliate-Marketer, SEOs und Domainer und wäre für mich spannend – die Vernetzung mit SEO-Agenturen für unsere Dienstleistungen:

Die Online Marketing Cologne will nun per Umfrage wissen, ob sich dieser Event 2010 noch realisieren lässt und prüft das Interesse bei potentiellen Besuchern und Ausstellern. 

22 Fragen sind in der Umfrage zusammengestellt. Und sollen die Veranstalter unter anderem informieren über Besucher- und Aussteller-Resonanz, Preise, Planungsdetails und das Konferenzprogramm.

Details zur Idee und zur Umfrage der OMC in Köln 2010.

Trefferliste – welche Plätze werden geklickt?

Muss es denn unbedingt Platz 1 bei Google sein?  Reicht es auf der ersten Trefferseite (im Fachjargon SERP: Search Engine Results Page) zu landen? Gibt es da einen riesigen Unterschied? Ja, den gibt es – wenn man sich auf die Zahlen und Studien der letzten Jahre verlässt. Das sind die Studien und Untersuchungen, die ich zu diesem Thema gefunden habe:

Cornell-Studie  (2004)

In ihrer Experimental-Studie “Eye-Tracking Analysis of User Behavior in WWW Search” habem Lauren Granka und ihre Kollegen von der Cornell Universität in den USA knapp 400 Suchanfragen von 36 Studenten ausgewertet.  Dazu wurden die Studenten nach der Suche befragt und ihre Augenbewegungen ausgewertet.

Die Ergebnisse der Cornell-Studie in einer Grafik (Quelle: http://www.seoresearcher.com/)

Die Ergebnisse der Cornell-Studie in einer Grafik (Quelle: http://www.seoresearcher.com/)

Die Studie zeigt ganz deutlich, dass die Reihenfolge der Trefferliste in extrem hohem Ausmaß Einfluß auf das Klickverhalten hat. Bei 96% aller Suchanfragen schauten sich die Teilnehmer nur die erste Trefferseite an, kein einziger blätterte die Trefferliste bis zur vierten Seite vor.

Platz 1 und 2 liegen zwar nahe beieinander, was die Aufmerksamkeitsspanne betrifft. Beim Klicken liegt aber Platz 1 mit deutlich über der Hälfte der Zugriffe deutlich vorne.

Sherman/Enquiro: Das F-Schema (2005)

Die Eye-Tracking-Studie der Marketing-Agenturen Enquiro und Did-It hat Googles “Goldenes Dreieck” entdeckt. Die meisten Besucher scannen die Trefferliste in einem F-förmigen Schema – dabei haben alle Teilnehmer den Bereich in der oberen linken Ecke  angeschaut – das goldene Dreieck also.

Hier schauen alle User hin: Das Goldene Dreieck (Quelle: enquiro.com)

Hier schauen alle User hin: Das Goldene Dreieck (Quelle: enquiro.com)

Die AOL-Zahlen (2006)

Die Auswertung der AOL-Zahlen sind die populärsten Argumente für Platz 1 im Web. Ein Zufall, oder besser gesagt ein Unfall, hat zu diesen interessanten Aufschlüssen geführt: Ein Original-Auszug aller Suchanfragen bei AOL war für kurze Zeit im Netz veröffentlicht. Insgesamt konnten 9 Millionen Suchanfragen und 5 Millionen Klicks ausgewertet werden. Hier die Ergebnisse:

Platz 1 ist entscheidend - das zeigen die AOL-Daten

Platz 1 ist entscheidend - das zeigen die AOL-Daten

Die Daten zeigen, die große Überlegenheit von Platz 1. 42, 3 % der User klicken ihn an, nur noch knapp 12 % entscheiden sich für Platz 2 und noch 8,5 % für Platz 3. Interessanterweise liegt Platz 10 ganz knapp vor Platz 9. Was aus der Grafik nicht ersichtlich wird, ist, dass 90% des Traffics auf der ersten Seite bleibt.

Pan et al (2007)

Unter dem schönen Namen “In Google We Trust: Users’ Decisions on Rank, Position, and Relevance” haben Bing Pan und seine Kollegen bei einer Eyetracking-Studie nachgewiesen, dass die Probanden lieber auf die ersten Ränge klickten als auf die folgenden – sogar wenn die Treffer auf den ersten Plätzen weniger relevant waren.

Die Abweichungen in der Verweildauer zwischen Platz 1 und 2 sind nicht so groß, wie die Klickrate.

Die Abweichungen in der Verweildauer zwischen Platz 1 und 2 sind nicht so groß, wie die Klickrate.

Wunderman (2007)

Where do the clicks go?” fragten sich die Experten der Agentur Wunderman und kamen – wohl auf Basis ihrer Kundendaten – zu dieser Antwort:  Platz 1 der Trefferliste liegt ganz vorne, dann folgt der erste Treffer der Anzeigen, die oberhalb eingeblendet werden.

Auch mit Anzeigen, Rang 1 bleibt auch bei den Klickzahlen mit großem Abstand Gewinner

Auch mit Anzeigen, Rang 1 bleibt auch bei den Klickzahlen mit großem Abstand Gewinner.

Eye tracking and online search: Lessons learned and challenges ahead (2008)

Im Zentrum dieser Studie – bei der wieder U.S. Studenten als Probanden hinzugezogen wurden – stand der Vergleich zwischen dem Klickverhalten bei den SERPs von Google und Yahoo. Große Abweichungen wurden nicht festgestellt – interessant ist die Feststellung, dass die User lieber die Suchanfrage verändern, wenn sie die gewünschte Information nicht finden, statt auf der Trefferseite weiter zu blättern.

FAZIT

Bis auf die AOL-Zahlen sind die Studien methodisch nicht besonders hochwertig – vor allem die geringe Suchanfragen-Anzahl und die sehr einseitige Zusammensetzung der Probanden ist sicher problematisch. Erstaunlich ist jedoch die hohe Übereinstimmung der Ergebnisse. Was ich besonders interessant fand:

  1. Es gibt ein unerschütterliches Vertrauen in die Sortierung der Trefferliste
  2. Aufmerksamkeit und Klicken korrelieren nicht unbedingt – Eytracking-Ergebnisse sind mit gewisser Vorsicht zu bewerten.
  3. Ja, es muss Platz 1 sein.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, welchen Einfluß die Bilder, Videos und  Einblendungen der Universal Search auf das Klickverhalten haben.

Die Goldene Regel für erfolgreiches SEM

Heute verrate ich Ihnen die Goldene Regel für erfolgreiches SEM. Sie ist ganz einfach. Es geht nicht um komplexe Auswahlverfahren für  die richtigen Keywords, nicht um Feinabstimmung beim Wording der Anzeige – auch nicht um den Aufbau der Landing Page.

Entscheidend für eine erfolgreiche Anzeige ist: Achten Sie darauf, dass die Landing Page funktioniert -  sonst kann Sie die Anzeige sehr viel Geld kosten ohne auch nur eine Conversion zu generieren.

Ein Witz, natürlich – aber nicht ohne Realitätsbezug:  Das ist die Trefferseite von Google nach der Eingabe des Suchbegriffs “Opel Insignia Kombi”:

Eine sehr gute Ausgangslage für das Klicken: Der 1.Platz im oberen Anzeigenbereich

Eine sehr gute Ausgangslage für das Klicken: Der 1.Platz im oberen Anzeigenbereich

Und das bekommt der User zu sehen, wenn er die Anzeige anklickt:

Die Landing Page ist ziemlich trostlos.

Die Landing Page ist ziemlich trostlos.

Das ist keine Momentaufnahme, sondern zumindest einen halben Tag schon so. Mal schauen, wie lange Opel hier braucht…

Meet’n’greet – SEO auf der Internet-World

Am 13. und 14. April 2010 findet die Internet-World statt. Ich habe mich umgeschaut und rausgesucht wer und was zur Internet-World mit dem Thema SEO im Schwerpunkt präsent sein wird….


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Suchmaschinen international : Russland

Ist Russland Googles nächste Schwachstelle?, fragt sich Evgeny Morozov, Internet- und Russland-Experte. Anlass dafür sind News aus Moskau, dass die Regierung eine nationale Suchmaschine plane. Die Regierung möchte keine kleinen Brötchen backen, sondern über 100 Millionen Doller in ein Projekt investieren, an dem ausländische Investoren sich nicht beteiligen dürfen.

Wer die Zahlen aus Russland kennt, der sieht einen solchen Vorstoss nicht als Affront gegen Google, sondern gegen Yandex, der erfolgreichen russischen Suchmaschine. Sie hält 62, 8 %of  der Marktanteile, Google kommt nur auf 21, 9 % . Mit Mail.ru (8,4%) und Rambler (3%)  gestaltet sich die russische Suchmaschinenlandschaft weniger öde als z.B. die deutsche.

Doch Google scheint die algorithmischen Schwierigkeiten überwunden zu haben, denn sein Anteil an den Suchanfragen russischer User ist von ungefähr 6% auf aktuelle über 1/5 gestiegen.

Und genau dieses Wachstum, so Morotov, passe der russischen Regierung nichts. Yandex ist eines der wenigen sehr erfolgreichen russischen Unternehmen und sei sicher nicht Zielscheibe der Aktivitäten. Vielmehr soll ein erfolgreicher Google-Konkurrent auf den Markt kommen. Politische Motivationen mal ganz außen vor gelassen.

Spannend, oder? Um die Entwicklungen in Russland und anderswo besser zu verfolgen, habe ich die Seite “Suchmaschinen international: aktuelle Zahlen” in diesem Blog angelegt. Hier stelle ich regelmäßig die aktuellen Zahlen aus Deutschland, USA, Russland und China zusammen.