Archiv für März, 2010

SEO im Kontext (2) – Facebook als Googlekonkurrent

Ich hatte ja gestern über die verschiedenen Zugangswege zu den Inhalten geschrieben, jetzt bin ich über eine interessanten Artikel von Jo Bager in der c’t gestoßen, die ähnliche Entwicklungen aufzeigt. Er beschreibt das neue Userverhalten bei Facebook und stellt fest:

Und so schaut der Surfer zu Beginn einer Internet-Sitzung nicht mehr zuerst bei Spiegel online oder Google News nach, was es Neues gibt, sondern in der Timeline seines sozialen Netzes mit den Neuigkeiten aus dem Freundes- und Kollegenkreis. Und lässt sich seinen Weg durchs Netz nicht mehr von Google zeigen, sondern von seinen Bekannten beim Netzwerk-Dienst.

Klar, kann man immer lesen, dass Google mit Google Buzz versucht einen Fuß in die Tür zu bringen oder dass Facebook mit Bing kooperiert. Doch das sind Grabenverteilungskämpfe – entscheidend aus Suchmaschinenoptimierungssicht ist doch die grundsätzliche Überlegung:

Bleibt man beim Kerngeschäft und konzentriert sich auf die Suchmaschinenfunktionalitäten? Oder erweitert man sein Geschäft und prüft, wie man dem Kunden über die anderen Wege Besucher zuführt?

SEO in größerem Kontext – die Auffindbarkeit im Internet

Heute wird’s mal ein wenig grundsätzlicher – aber ich finde, nur wenn man sich über größere Zusammenhänge klar ist, kann man in der Situation die richtige Maßnahme ergreifen. Deswegen versuche ich heute mal SEO weg von der Google-Fixierung in einen größeren Kontext zu verstehen.

Nein, es geht nicht um Konkurrenz-Suchmaschinen, sondern um die grundsätzliche Fragen:

  • Wie kam der User an die Infos/ auf die Websites, die er braucht?
  • Wie kommt der User an die Infos/ auf die Websites, die er braucht?
  • Wie wird der User an die Infos/ auf die Websites kommen, die er braucht?

Dazu hat sich Jeff Jarvis, Journalist und Online-Experte, in seinem Blog Buzzmachine ein paar sehr interessante Gedanken gemacht.

Von der Marke zum maßgeschneiderten Content

Die Bereiche des Findens

Marken

Zu Beginn des Internets griffen die Leser auf Bewährtes zurück. Wer sich informieren wollte, schaute auf spiegel.de. Marken waren erfolgreich, weil sie die Verbreitung und den Zugang zu Informationen kontrollierten. Einweg-Info, Massenware und Flüchtigkeit sind nach Jarvis die Kennzeichen dieser Art der Informationsdistribution.

Suche/Suchmaschinen

Das aktuelle Arbeitsfeld der Suchmaschinenoptimierer. Nicht mehr die Versorgung mit Infos spielt eine Rolle, sondern die Nachfrage. Neu ist, dass der User die Vorgabe gibt, nicht mehr der Content-Produzent – neu ist auch die neue Vermittlungsstelle: Suchmaschinen.

Aggregatoren

Sehr aktuelle, “verderbliche” Informationen, wie etwa Nachrichten, sind die Schwachstellen bei Suchmaschinen. Denn inhaltliche Relevanz wird höher bewertet als (Tages-)Aktualität – das ist auch bei den meisten Themen die richtige Strategie – nicht aber bei eher kurzlebigen Themen.

Hier springen die Aggregatoren ein, wie z.B. Goolge News oder Rivva.  Hier kann der User sein Themenfeld aussuchen und über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Links von Social Media

Die Linkempfehlungen von Experten und Freunden auf Twitter oder Facebook nehmen an Bedeutung zu: Facebook hat sich einer Untersuchung von Hitwise zu Folge – auf Platz 4 der Websites vorgearbeitet, von denen die User auf die Nachrichtenseiten kommen.  Die User, die auf diese Weise an die Infos kommen, die sie interessieren, nutzen sicher weniger häufig Suchmaschinen.

Algorithmus-Autorität

Ein sperriges Wort – aber ein interessantes Phänomen, dem Internet-Spezialist Clay Shirky diesen Namen gegeben hat. Es geht um Glaubwürdigkeit im Netz. Shirky stellt fest, dass bisher Institutionen die Autorität gebildet haben (“Das steht im Brockhaus”), sich jetzt aber Autoritätsbildung durch die Masses durchsetzt, d.h. durch die Prüfung und Bewertung vieler (wie etwa bei Wikipedia).

Genau das soll der Google  PageRank bewerten, denn User sind immer auf der Suche nach glaubwürdigen Informationen.

Vorausschauende Content-Erstellung

Diese Art von Content-Produktion ist für den Journalisten Jarvis noch echte Zukunftsmusik – aber in der Suchmaschinenoptimierung in Teilen schon Realität. Content wird nach einer Analyse der User-Bedürfnisse produziert. Was suchen die User? Welche Artikel auf der Seite werden besonders häufig angeklickt? Online-Userbefragung: Die Wege, die Wünsche der User zu erfassen sind unterschiedlich, doch ohne die Analyse funktioniert keine SEO-Maßnahme.

SEO in größerem Kontext erweitert die Palette der SEO-Maßnahmen

Die “Bereiche des Findens” wie sie Jeff Jarvis formuliert hat, sind sicher nicht umstritten – aber sie machen deutlich, warum eine Google-Fixierung für die Auffindbarkeit der eigenen Website sehr einschränkend sein kann:

Suchmaschinen waren, sind und werden nicht die einzigen Wege sein, wie die User zu ihren Informationen kommen. Sie sind im Augenblick die großen Tore – es gibt aber keine Garantie, dass das so bleibt. Und die anderen Zugangswege zu prüfen und dafür auch Strategien zu entwickeln, kann auch Ideen für das “echte” SEO bringen.

Bildersuche – die Tipps vom Künstler

Martin Mißfeldt hat immer Bilder im Blick – er ist von Haus aus Maler. Vielleicht bringt sein Künstlerblick Neues für die Suchmaschinenoptimierung von Bildern. Auf dem SEO-Campixx 2010 hat er einen Vortrag darüber gehalten.  Hier die wichtigsten und interessantesten Infos:

Bildauswahl

Hier setzt Martin Mißfeldt auf ein spezielle Bildeigenschaft: Das Bild muss ein eye-catcher sein und sich aus der Masse der Bilder abheben. Am besten noch vor der Bildauswahl die in Frage kommenden Keywords in die Bildersuche eingeben und sich die Ergebnisse anschauen. Kann sich hier Ihr Bild behaupten?

On-Page-Optimierung

Der Dateiname ist natürlich entscheidend – hier sollten mehr als ein Keyword Platz finden. Denn für das Bildranking ist auch entscheidend, wie oft das Bild auf der Trefferseite geklickt wird.

Dazu muss der umliegende Text auf die Keywords optimiert werden – Bild und Text müssen thematisch also wirklich zusammenpassen, sonst funktioniert das Ganze Bilder-SEO nicht. Im Zweifelsfall empfiehlt Martin Mißfeldt eine externe Bildergalerie anzulegen.

Doppelter Content und Raubkopien

Bei Bildern gibt es kein Problem mit doppeltem Content – im Gegenteil je häufiger ein  Bild indexiert und verlinkt wird, desto besser.

Bilderklau ist ein ärgerliches Phänomen – für die Suchmaschinenoptimierung ist es aber günstig, wenn jemand anderes Ihre Bilder herunterlädt und auf seine Website stellt. Google speichert nämlich jedes Bild als ID, jede Duplizierung ist wie ein Link, es steigert das Ranking.

Die ultimativen Geheimtipps für die optimale Bilder-SEO-Suche war Premium-Content für sein Publikum. Haben Sie sie gehört?

SEO-Seminar für Online-Redakteure

Nein, nicht für Techniker. Sondern für die Menschen, die Inhalte erstellen gibts ein Seminar SEO: Methoden und Instrumente für Online-Redakteure

Unter anderem geht’s um folgende Inhalte:

  • Grundlagen der SEO (Suchmaschinenoptimierung)
  • Technik ist Pflicht – Content ist Kür
  • Keyword-Generierung und -Prüfung als Herausforderung
  • Linkbuilding
  • Reflexion – Analyse der eigenen Seiten
  • Termin: 17.3.2010 in Frankfurt am Main. Wir freuen uns auf unsere Gäste.

    Branchenbuch für SEO-Experten – ein Interview mit Tim Hildebrandt

    Tim Hildebrandt bietet auf seo-dir – Die SEO-Experten eine Art Branchenbuch für den Bereich Suchmaschinenoptimierung an. Seo-gold hat ihn nach seiner Geschäftsidee befragt

    seo-gold: Wie sind Sie auf die Idee für ein SEO-Verzeichnis gekommen?

    Tim Hildebrandt: Ich habe selbst nach einem Verzeichnis gesucht, weil ich wissen wollte, was die Konkurrenz macht. Aber dann habe ich kein eigenes deutsches Verzeichnis im Bereich SEO gefunden.

    seo-gold: An wen haben Sie gedacht als Sie das Verzeichnis konzipiert haben?

    Tim Hildebrandt: Zielgruppe sind Unternehmen und Website-Betreiber, die einen SEO-Partner in ihrer Region suchen. Die sich mit ihrem Partner zusammensetzen und nicht alles telefonisch regeln wollen. Bei SEO-Dir haben Sie die Möglichkeit mit der Postleitzahl und der Umkreis suche entsprechende regionale Anbieter finden können.

    seo-gold: Welche Auswahlmöglichkeiten bestehen sonst noch?

    Tim Hildebrandt: Anhand einer erweiterten Suche können Besucher konkret Schwerpunkte ausfiltern, wie etwa SEO-Dienstleister, die nur mit Google Adwords arbeiten oder diejenigen, die sich auf off-page-Optimierung konzentrieren.

    Man kann direkt über die Kategorien anklicken, die Anbieter selbst können das in ihrem Profil die Kategorien ankreuzen, die sie anbieten. Und so ist die Suche auch ganz gut gefiltert.

    seo-gold: Auf der Website ist neben jedem Anbieter ein „SD-Rank“ angezeigt. Was zeigt denn dieser Balken an?

    Tim Hildebrandt: Der SD-Rank soll aussagen, wie aktiv der SEO-Anbieter ist. Für die Punktzahl werden unterschiedliche Wie ausgefüllt sein Profil ist und wie viele Angaben er gemacht haben. Es gibt sehr viele Kategorien, die er ausfüllen kann, wenn er wirklich alle Angaben gemacht hat, kann der Rank auf 100 steigen.
    Es wird auch so sein, dass die Anbieter auch Referenzen hinzufügen können. Viele Kunden wollen sehen, was die SEO-Anbieter bisher in ihrer Laufbahn gemacht haben.

    seo-gold: Wenn ich eine SEO-Agentur habe, wie komme ich bei Ihnen ins Verzeichnis?

    Tim Hildebrandt: Ganz einfach, oben rechts auf der Website ist ein Button, da kann man sich registrieren. Sie geben die Grunddaten ein und ich prüfe dann ihr Angebot genauer. Wenn alles korrekt ist, bekommt Sie als Dienstleister eine Freigabe. Dann können Sie sich einloggen und Ihr Profil erweitern. Wer will kann sogar News hinterlegen. Ich lege großen Wert darauf, dass die Dienstleister etwas von sich preis geben und hier Neuigkeiten und Informationen hinterlegen.

    seo-gold: Nach welchen Kriterien würden Sie ein SEO-Agentur auswählen? Woran kann ich Seriosität erkennen?

    Tim Hildebrandt: Es gibt da schon ein paar Punkte, die wirklich entscheidend sind. Wichtig ist z.B. zu wissen, ob sie Referenzen hat und auch. beschreibt, wie der Erfolg war. Es ist auch sehr wichtig, ob die Agentur in der Optimierungszeit Zwischenberichte abliefern. Es gibt wirklich Agenturen, die nehmen viel Geld und sagen in einem halben Jahr haben wir‘s geschafft. Aber ohne Zwischenberichte ist da nix sicher.

    seo-gold: Herr Hildebrandt, vielen Dank für das Gespräch.

    (Das Interview führte Adela Schneider)