Archiv für Februar, 2010

Top-Unternehmen in den USA – keine Ahnung von SEO?

Verpasste Chanchen? Die Top-Unternehmen in den USA setzten auf  “paid search” – also bezahlte Anzeigen auf Suchmaschinenseiten und vernachlässigen gleichzeitig die Suchmaschinenoptimierung Ihrer Websites. Das ist das Fazit der Studie ““Natural Search Trends of the Fortune 500: Q4/2009” – auf die ich via searchengineland gestoßen bin.

Die New Yorker SEO-Agentur “conductor” hat die Sichtbarkeit der 500 umsatzstärksten Unternehmen in den USA (die Liste führt das Magazin “Fortune” – deswegen Fortune 500) in den Trefferlisten der Suchmaschinen untersucht. Eine echte Fleißarbeit, denn Millionen von bezahlten Keywords mussten herausgefiltert und fast ebensoviele Suchanfragen durchgeführt werden.

Grundfrage war: Auf welchem Listenplatz stehen die Unternehmen bei den Suchwörtern, bei denen sie auch Anzeigen schalten?

Die (auf den ersten Blick) erschütternden Ergebnisse:

  • 53% sind auf den Trefferlisten nicht auf den ersten 100 (!) Plätzen mit den Keywords vertreten,  auf die sie Anzeigen geschaltet haben.
  • In den Top 50 der Suchergebnislisten erscheinen nur 25% der bezahlten Keywords (letztes Jahr waren es  nur 17%).
  • Nur 15% der Unternehmen schaffen es mit ihrem Anzeigen-Top-Keyword ein einigermaßen akzeptables Ranking zu erzielen.

Deutliche Zahlen – und wenn man sich die Summen ansieht, die die Unternehmen für bezahlte Keywords ausgeben, kann einem schwindlig werden: 3,4 Millionen $ täglich!  Da tauchen wirklich einige Fragen auf: Sind die Unternehmen nicht darüber informiert, dass man mit einem Bruchteil der Summe sehr gute SEO-Arbeit machen kann? Haben die entsprechenden Stellen in den Unternehmen wirklich keine Ahnung von Suchmaschinenoptimierung? Oder erscheinen die bekannten Wege – nämlich Geld gegen Anzeige – einfach sicherer?

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieser Befund nicht auch der SEO-Strategie der Unternehmen geschuldet ist, bei bestimmten, z.B. sehr populären, Keywords Anzeigen zu schalten und bei andern auf die organische Suche zu setzten. Das widerspricht aber der Prämisse der Studie, dass für die Unternehmen die Keywords der Anzeigen auch automatisch die sind, bei denen sie auch auf den Trefferlisten oben stehen wollen.

Was glauben Sie?

Interne Verlinkung (2): SEO-Checkfragen

Nach dem im ersten Teil des Posts die Grundlagen der internen Verlinkung angesprochen wurden, habe ich hier eine kurze Checkliste zusammengestellt, mit der Sie prüfen können, ob Sie die wichtigsten SEO-Faktoren bei der Verlinkung berücksichtigt haben.

  • Gibt es unerreichbaren Content auf der Website?
    Machen Sie einen Durchlässigkeitscheck: Kommt man von Ihrer Startseite aus bequem auf alle Unterseiten oder gibt es versteckten Content? Natürlich gibt es Content, den Sie mit Absicht und gezielten Maßnahmen für die Suchmaschinen-Spider unerreichbar machen wollen. Aber weitaus häufiger ist der Fall, dass Content z.B. nur über die interne Suche zu finden ist.
  • Stimmt die Hierarchiestruktur?
    Über mehrere Hierarchieebenen organisierte Inhalte halten Nutzer und Suchmaschinen auf, weil sie zu oft klicken beziehungsweise weitergeleitet werden müssen, um zu den Detailinformationen zu kommen.

    Sehr flache Hierarchien verkürzen die Wege für User und Suchmaschinen. Von der Startseite aus, ist jeder Inhalt nur einen Klick entfernt. Der Nachteil ist, dass die Website leicht unübersichtlich wird. Bei der Strukturierung einer Website ist der Mittelweg tatsächlich der beste.

  • Haben Sie eine Sitemap?
    Mit Sitemaps informieren Sie die Suchmaschine, welche Inhalte die Software crawlen soll. Eine Maßnahme, die Rand Fishkin in einem Kommentar sehr positiv bewertet:

I’ve actually seen the results of Sitemaps be so positive for so many clients that despite the loss of visibility into architectural issues, I tell everyone that 99% of the time, you should be submitting as one of the first actions in your SEO campaigns.

  • Ist Ihre URL in Ordnung?

    http://www.seite.de/is-bin/INTERSHOP.enfinity/WFS/SeiteDE-Site/de_DE/-/EUR/OV_DisplayProductInformation-Start?BundlePage=2&isHappy55=false&CategoryName=sh8769281&dynPageSize=20&ListSize=20&isMorePage=true&ls=0&ProductID=8hd_AAAB6MQAAAEmCPFNPLTt&PageableID=&PageableName=&ProductPage=0

    Das ist eine echte URL (bis auf die Änderung des Domainnamens). Jedes “=”  steht für einen anderen Parameter – eine Variation des Content. Solche URLs entstehen, wenn der Content aus Datenbanken dynamisch generiert wird. Zwar kommen die Suchmaschinen inzwischen besser mit dynamischem Content zurecht – aber je weniger Parameter desto besser -  sagt Google: “There is no limit on the number of parameters, but a good rule of thumb would be to keep your URLs short“.

  • Stimmen die Links?
    Achten Sie darauf, dass Ihre Hauptnavigation in HTML progammiert ist- das ist die suchmaschinenfreundlichste Variante. Schalten Sie als Test in Ihrem Browser mal JavaScript aus und checken Sie die Funktionsfähigkeit Ihrer Links.
    Prüfen Sie auch, ob Ihr Linktext aussagefähig ist und wichtige Keywords enthält.

Interne Verlinkung (1): SEO aus Usability-Sicht

Suchmaschinenoptimierte Website-Architektur und interne Verlinkung sind bei der Diskussion um das  “PageRank Sculpting” ein wenig unter die Räder gekommen. Spätestens nach der Stellungnahme von Matt Cuts zum Thema hat das Engagement bei der Kontroverse um Vergabe des Nofollow-Vermerks bei bestimmten Links stark nachgelassen. Auch wenn technischer Ersatz gesucht wird.

Es wäre aber ein großer Fehler, sich beim Thema  interne Verlinkung bei der Suchmaschinenoptimierung jetzt allein auf technische Lösungen zu konzentrieren oder es ganz aussen vor zu lassen. Interne Verlinkgung ist weiterhin relevant für Google und bleibt ein wichtiger Baustein der On-Page-Optimierung.

Die 1. SEO-Regel zur internen Verlinkung ist ganz einfach: Untereinander vernetze Seiten und kurze Wege sind gut – für den Nutzer und die crawlende Suchmaschinensoftware. Komplexer Website-Aufbau und zu tiefe Hierarchien führen dazu, dass Unterseiten spät oder gar nicht indexiert werden.

Die 2. SEO-Regel zur internen Verlinkung ist ein wenig kompliziert: zu viele Links sind nicht gut, da sonst die Link-Power unterwegs verloren geht.

Und jetzt?

Eine Lösung bietet sich in einem Perspektivenwechsel und einer Methodenkombination an. “What works for Google works for users”, kommentiert Scott Smigler bei searchengeineland.com und schlägt eine neue Art von PageRank Sculpting vor.

So kann eine suchmaschinengerechte Navigationsstrategie entwickelt und umgesetzt werden.

Analyse:

1) Keywordanalyse: Auf welche Keywords sind die einzelnen Seiten optimiert? Welche sind sehr umkämpft? Welche sind für die Optimierung erfolgversprechend?

2) Tracking der Website: Welche Seiten sind bei Ihren Besuchern besonders beliebt? Wie verlaufen die Besucherströme?

Hier geht es darum, die erfolgversprechendsten Seiten Ihrer Website herauszufiltern. Die Top-Seiten sind diejenigen, bei denen sich das SEO-Potential und die Beliebtheit bei den Usern überschneiden. Ein leichtes Plus sollten Sie den Seiten vergeben, die von den Usern häufig angesteuert werden. Je beliebter eine Seite bei den Besuchern ist, desto höher ist die Wahrscheinlickeit, dass sie Backlinks erhält  – und dass sie Ihre SEO-Relevanz steigert.

Maßnahmen

Es geht jetzt um die Steuerung der Links, so dass der Linkjuice nicht zu sehr verwässert wird.

  • Die Topseiten kommen auf der Hierarchiebene nach oben. Damit werden sie schneller indexiert und besser bewertet.
  • Verbessern Sie das Rankingpotential der Seiten mit guten Keywords, indem Sie von schwächeren Seiten mit ähnlichem Content auf sie verlinken. Achten Sie darauf, dass sie die Keywords als Linkbennenung verwenden.
  • ausgehende Links sinnvoll einsetzen: Statt von einer Seite auf zehn andere mit ähnlichem Content (und niedriger SEO-Relevanz)  zu verweisen, könnte es klüger sein, nur einen Link zu setzten und von da aus zu verlinken.
  • Beseitigen Sie Schleifen, das sind Links, die (über Umwege) wieder auf die Seite zurückkommen.

Prüfung

Die Auswirkungen dieser Maßnahmen können Sie an zwei Stellen prüfen:  Zum einen bei Ihrer SEO-Analyse. Wie haben sich die Positionen Ihrer Keywords verändert? Und zum anderen beim Besucherverhalten – welche Änderungen können Sie hier verzeichnen?

Die Prüfung der Maßnahmen kann durchaus wieder neue Wege für die interne Verlinkung aufzeigen.

Die 10 wichtigsten Rankingfaktoren – aus schweizer SEO-Sicht

Wer hat’s erfunden? In diesem Fall einmal nicht die Schweizer. Angelehnt an die Kollegen aus den USA und deren “Search Engine Ranking Factors 2009” ,  sind 2010 die schweizer SEOs dran. Sie haben ihre Einschätzung über die wichtigsten Ranking Kriterien abgegeben und einige Top-Listen zusammengenstellt.

Hier die 10 wichtigsten Rankingfaktoren der schweizer SEOs:

  • Platz 10
    “Wachstumsrate externer Links”. Zuviel deutet auf schiefe Pfade hin, zu wenigauf eine inaktive Website.
  • Platz 9
    “Keyword-Varianz in externen Links”
    . Hier gilt die Regel “variatio delectat” – Abwechslung gefällt.
  • Platz 8
    “Vielfalt von Domains, die auf die Website linken”.
    Siehe oben.
  • Platz 7
    “Externe Link-Popularität”
    . Die Zahl der Links zählt auch – nicht nur die Qualität.
  • Platz 6
    “Keyword-Gebrauch irgendwo im Title Tag”
    . Kommentar eines SEOs: “Wir sind der Meinung, dass das Keyword an zweiter Stelle im Title Tag noch besser ist als an erster Stelle.”
  • Platz 5
    “Keyword-Gebrauch zu Beginn des Title Tags”
    .
  • Platz 4
    “Links von thematisch verwandten Websites”.
    Platz 3 und 4 vereinen die US-SEOs zum “Domain Trust & Authority” und setzen diese Kategorie auf Platz 1.
  • Platz 3
    “Links von Hubs und Authority Sites”.
  • Platz 2
    “Keyword-haltige externe Links”.
    Es ist entscheidend, mit welchem Linktext auf Sie verlinkt wird.
  • Platz 1
    Gold geht an:
    Einzigartiger Content”. Während die US-Kollegen sich stärker auf den Linkaufbau konzentrierten, setzen die Schweizer voll auf Content. Bodenständig.