Archiv für Dezember, 2009

Google Universal Search (1) – mehr als eine bunte Trefferliste

Mehr als nur Multimedia auf der Trefferseite. Die Google Universal Search ist interessantes Phänomen – nicht nur, dass sie die Trefferseite abwechslungsreicher und attraktiver macht: Sie öffnet einem auch die Augen dafür, dass man mit der einfachen Suche in die Google Maske nicht alles findet. Die Suche über verschiedene Content-Formate ist eine echte Herausforderung für die Suchmaschinen.

Einige dieser Ergebnisse werden über Datenbanken ausgelesen – gehören also zum Deep Web, das für Google früher ein echtes Problem war. Wenn die aktuellen Temperaturangaben auf Mallorca oder ein Produkt in einem Online-Shop angezeigt werden – dann sind das nicht einfach indizierte Webseiten, sondern Inhalte, die Google erst generieren muss.  Teilweise scheint Google auf einige Seiten Formulare dafür Formulare auszufüllen.

Noch ist nicht jede Googlesuche universell. Im Februar wurden 17 % der Suchanfragen als Universal Searchergebnis ausgegeben – das hat Johannes von Sistrix herausgefiltert. Inzwischen wird der Anteil eher höher sein.

Auf den ersten Blick erkennen kennzeichnen die Bilder auf der SERP die Universal Search, doch es gibt viel mehr Bereiche, die hier eingebunden werden – allerdings stechen sie nicht so hervor.

  • Bilder
  • Videos
  • Maps
  • News
  • Blogs
  • Google Products
  • Google Books
  • andere Datenbanken, wie z.B. Wetter, Branchenbucheinträge usw.

Wie die Analyse von Sistrix ergeben hat – sind nicht alle Kategorien gleichmässig vertreten. Auf häufigsten werden die Ergebnisse der Produktsuche (48%) und am seltensten die Blogsuche (3%) eingebunden.  Interessant ist auch, dass es Vorlieben von Google gibt, wo die einzelnen Bereiche auf der Trefferseite präsentiert werden. Oben erscheinen am häufigsten Produkte und Karten, in der Mitte Videos und Bilder und unten die Blogbeiträge.  Die Platzierung hat natürlich Einfluss auf die Wahrnehmung.

Die Kernfrage für jeden Website-Betreiber ist natürlich: Welche Auswirkungen hat Google Universal Search auf die Suchmaschinenoptimierung? Hierzu habe ich einige Thesen zusammengestellt, die ich in loser Folge in nächster Zeit überprüfen möchte.

  1. Für die einzelnen Kategorien von Google müssen eigens zugeschnittene SEO-Maßnahmen durchgeführt werden.
  2. Gerade der bereich des Deep Web und der Umgang von Google mit auslesbaren Datenbanken sollte stärker ins Blickfeld rücken.
  3. Die Wirkung der neuzusammengestellten SERPs muss in die Strategien berücksichtigt werden – auch die Änderung der Klickgewohnheiten: Ist es jetzt wichtiger ein  Bild zu platzieren, statt auf Nr. 1 zu kommen?

Und selbstverständlich freue ich mich auf eure Meinungen – das sind jetzt erst Arbeitshypothesen, die diskutiert werden sollten.

Google – visuelle Suche und Echtzeitsuche

Es ist beinahe wie beim Adventskalender: Jeden Tag macht Google ein neues Türchen auf. Dahinter versteckten sich diese Tage Ankündigungen und Neuheiten, die die visuelle Suche und die Echtzeitsuche betreffen.

Wer sich ab und zu verirrt, dem kann Goggles in Zukunft weiterhelfen:  Machen Sie ein Foto, von dem Gebäude oder dem Laden direkt vor Ihnen – und Goggles gibt Ihnen Infos zu beiden heraus. Wenn Sie Glück haben und direkt neben einem wichtigen Bauwerk stehen…  Ausgereift ist das System nicht, aber falls es funktioniert, kann es die Suche revolutionieren. Das Eintippen von Wörtern ist nicht mehr notwendig.

Weitaus ausgereifter ist die Google Echtzeitsuche – auch wenn von ihr schon länger die  Rede ist. Danny Sullivan hat Amit Singhal von Google – den “Meister des ranking Algorithmus’ “  interviewt und bei searchengineland eine schöne Übersicht über diese neue Funktion gegeben:

Zeigt Google die Ergebnisse immer an?

Nein,  nur wenn Google die Informationen als qualitativ hochwertig einschätzt, erscheinen die Ergebnisse aus Twitter und Co in den Trefferliste. Wichtig ist vor allem, dass das Thema und das Schlüsselwort gerade sehr aktuell ist. Das prüft Google anhand von Anfragen oder ähnlihces.

Woher kommen die Ergebnisse der Echtzeitsuche?

Es sind Tweets von Twitter, Inhalte aus Google News, Inhalte aus der Google Blogsuche, neue Websites und aktueller Content von Websites, Updates von FriendFeed, Jaiku, Identi.ca und TwitArmy. Zwar sind Inhalte von Facebook und MySpace anvisiert, aber noch nicht realisiert.

Wie werden die Ergebnisse gerankt?

Hier folgt Google dem chronologischen Prinzip: Das neueste ganz oben. Allerdings würde nur sehr relevanter Content angezeigt werden:  Tweets mit Spam-Charakter, Websites mit schlechten Inhalten sollen vorher aussortiert werden.

Allerdings arbeitet Google hier an einem Ranking nach Gewichtung, so dass Tweets mit mehr Autorität eher nach oben kommmen- so  Amil Singhal:

I would not be surprised if you start seeing far more of an emphasis on original tweets in our search.

Nach Einschätzung von Danny Sullivan wird das “Hauptschlachtfeld” zwischen Bing und Google allerdings nicht die Echtzeitsuche, sondern die personalisierte Suche – und hier hat Googel vor kurzem auch ein Türchen aufgemacht.

Die Adventszeit bleibt spannend.

Google zeigt Ladezeit mit Webmaster Tools an – neues Element beim Ranking

Die Ladezeit einer Website spielte bisher beim Ranking noch keine Rolle, war aber als Faktor im Gespräch: Noch im November meinte Matt Cuts von Google in einem Interview , dass es eine große Lobby dafür gäbe. Er deutete an, dass 2010 die Ladezeit bei der Berechung des Rankings einfließen werde.
Jetzt ist der erste Schritt dazu gemacht: Die Google Webmaster Tools zeigen an, wie Google die Ladezeit einer Website einschätzt:

1) Sie erfahren, wie schnell Ihre Website lädt und bekommen einen Vergleichswert. Ihre Website lädt schneller als 80% der anderen Sites.

2) Sie bekommen Tipps zur Erhöhung der Geschwindigkeiten.

Also die Geschwindigkeit als Rankingfaktor kommt – je schneller desto besser?